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UNTERZETTLITZ

Hanfbrot vom Obermain

In wenigen Tagen werden die weißen Blüten da sein, vermutet Patrick Helmreich. Die Knospen öffnen sich schon teilweise. Foto: Monika Schütz

„Aus Jux und Tollerei“ hätten sie sich dafür entschieden. Außerdem würde die Pflanze voll im Trend liegen. „Finola“ heißt sie, zumindest die Sorte. Es dreht sich hierbei um den Anbau von Hanf. Die Landwirte Patrick Helmreich und Michael Zillig vom HZ Gemüsebau gehen immer wieder mal neue Wege. Heuer haben sie sich für den Anbau von Nutzhanf entschieden. Der ist legal in Deutschland, wenn einige wenige Voraussetzungen erfüllt würden, erklärt Patrick Helmreich: man müsse zum Beispiel ein landwirtschaftliches Unternehmen sein und der Anbau dürfe ausschließlich aus zertifiziertem Saatgut von ganz bestimmten Sorten erfolgen. Dann sei er nicht genehmigungspflichtig, sondern nur anmeldepflichtig.

Für einen Landwirt eigentlich eine feine Sache: „Am 1. Mai haben wir ihn gesät. Der nächste Arbeitsschritt ist der Drusch!“ freut sich Patrick Helmreich über die pflegeleichte Pflanze. Sie bräuchte weder Mittel gegen Pilzbefall, Insekten und Unkraut (Fungizide, Pestizide und Herbizide), noch speziellen Dünger, außer vielleicht etwas Kompost. Jetzt kommt das aber: „Ich habe einen Ordner, da ist alles drin, was einen Kontrolleur interessieren könnte: Saatgutverpackungen, Etiketten, Lieferscheine und ich weiß nicht was noch“, sagt der junge Landwirt. Nein, vor einer Kontrolle habe er keine Angst, die käme sowieso unangemeldet. „Bis jetzt war noch keiner da“, fügt er an.

Zum Rauchen ist das Kraut nicht gedacht

Das Saatgut muss zertifiziert sein, sagt atrick Helmreich. Foto: Monika Schütz

Und nur für den Fall ergänzt er: „Nein, zum Rauchen ist diese Sorte Hanf weder gedacht noch geeignet.“ Die berauschende Wirkung kommt vom THC-Gehalt der Hanfpflanzen, die eher beruhigende Wirkung kommt vom CBD-Anteil. Seine Sorte Finola habe nur CBD-Wirkstoffe. Die Knospen sind schon fast geöffnet, die Sommersonne hat einige der weißen zarten Blüten schon hervorgelockt. Rund 130 Zentimeter hoch steht der Hanf auf den 1,5 Hektaren da, er hält sich mit seiner Pfahlwurzel gut im Erdboden fest. Die angebaute Sorte ist mit Bedacht gewählt: „Wir setzen auf den Körnerertrag, nicht auf das Stroh“, so der Landwirt. Das werde nämlich nach dem Dreschen Ende Juli, Anfang August wieder in den Boden eingearbeitet.

Die Verwendungsmöglichkeiten sind vielfältig

In wenigen Tagen werden die weißen Blüten da sein, vermutet Patrick Helmreich. Die Knospen öffnen sich schon teilweise. Foto: Monika Schütz

Die Samen hingegen würden weiterverarbeitet: „Wir lassen sie schälen, und verkaufen sie dann, zum Beispiel an einheimische Bäckereien“. Man könne sie auch zum Backen nehmen, für das Müsli oder - das sei noch ein Gedankenspiel - pressen lassen. Hanf ist sehr vielseitig: jeder Klempner kennt das Abdichtfaser-Hanf bei Wasserrohren, Hanf ist Rohstoff von Säcken, Segeltuch, Seilen, Bekleidung. Er findet Verwendung in der alternativen Medizin, hat eine beruhigende Wirkung auch auf Tiere und kommt in vielen Kosmetika vor.

Hanf

Hanf (Cannabis) ist eine Pflanzengattung innerhalb der Familie der Hanfgewächse. Hanf zählt zu den ältesten Nutzpflanzen der Menschen. Die einzelnen Bestandteile der Pflanze (Fasern, Samen, Blätter, Blüten) werden ungenauerweise ebenfalls als Hanf bezeichnet. Aus diesen Pflanzenteilen können, je nach verwendeter Art der Gattung, verschiedene Produkte hergestellt werden: Seile (aus den Fasern der Stängel),

Speiseöl (aus den Samen),ätherisches Öl (aus destillierten Blättern und Blüten), Rauschmittel. Ursprünglich war Hanf vermutlich in Zentralasien beheimatet. Da er durch menschliches Zutun seit Tausenden von Jahren immer weiter verbreitet wurde, lässt sich das natürliche Verbreitungsgebiet jedoch nicht mehr sicher genau eingrenzen. Heute ist Hanf fast weltweit in den gemäßigten bis tropischen Zonen zu finden, sowohl kultiviert als auch verwildert. (wikipedia)

 

Von Monika Schütz

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