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EBENSFELD

Gutshof Kutzenberg soll Theaterbühne werden

Gutshof Kutzenberg soll Theaterbühne werden
Wenn die Finanzierung gesichert ist können die Gebäude des früheren Gutshofs Kutzenberg aus ihrem Dornröschenschlaf erwachen. Foto: Mario Deller

Das „Gartentheater“ im Außenbereich des ehemaligen Gutshofs bei Kutzenberg wird für Freilichtaufführungen bereits seit einiger Zeit genutzt. Dazu hatte der Bezirk dem Fränkischen Theatersommer den Gutshof durch eine Schenkung überlassen. Staatliche Fördergelder sollen nun helfen, die Gebäude wieder neu zum Leben zu erwecken, vom ehemaligen Pferdestall bis zum Verwalterhaus für Aufführungen, Proben, Garderobe oder als Theaterwerkstatt.

Bei der Konkretisierung und Umsetzung dieses Ziels ist für alle Beteiligten Geduld gefragt. Was möglich beziehungsweise wünschenswert ist, legte Architekt Matthias Jacob in einer nun vorliegenden Machbarkeitsstudie dar. Diese stellte er in der jüngsten Gemeinderatssitzung vor.

„Es ist das Ziel, mit dem bestehenden Gebäuden auszukommen“, sagte Jacob. Neben einem Garagenanbau befassten sich seine Ausführungen mit Vorstellungen zweier Varianten im Kern auf den Umbau der bestehenden Gebäudetrakte: des Pferdestalls, der Scheune oder auch des früheren Verwalterhauses.

Unterkunftsmöglichkeiten für die weitgereisten Schauspieler

Gutshof Kutzenberg soll Theaterbühne werden
Dass dem Fränkischen Theatersommer seitens des Bezirks Oberfranken per Schenkung überlassen wurde, war für Jan Burdinski ein Glücksfall. Voller Euphorie und Tatendrang sprach der Intendant (Mitte mit hellblauem Hemd und Anzug) beim Tag des offenen Denkmals im September 2019 von seinen Träumen und Zielen betreffend des ehemaligen Gutshofs als künftige Spielstätte. Foto: Mario Deller

Um den Gutshof dauerhaft als Spielort auf sichere Füße zu stellen, braucht es einen Proberaum genauso wie eine Theaterwerkstatt, Lagermöglichkeit für Theaterutensilien sowie sanitäre Anlagen, einen Technikraum, Umkleiden und dergleichen mehr. Sinnvoll wären laut Planer auch Unterkunftsmöglichkeiten für die Ensemblemitglieder des Fränkischen Theatersommers, die teilweise von weither kommen.

Jacob erläuterte die Varianten, all die notwendigen sowie wünschenswerten oder zweckmäßigen Bestandteile auf die sechs bestehenden Gebäudetrakte aufzuteilen. Diese unterschieden sich dahingehend, welcher Teil des ehemaligen Gutshofs konkret für welchen Teil herangezogen werden könnte. Das Kostenvolumen der Variante 1 bezifferte Jacob auf geschätzt 5,8 Millionen Euro, das der Variante 2 auf rund 5,65 Millionen Euro.

Der Pferdestall könnte zum Kammerspiel-Theaterraum werden

Dass die zweite Variante etwas günstiger käme, liegt unter anderem daran, dass der Kammerspiel-Theaterraum im früheren Pferdestall hier „nur“ 84 Sitzplätze vorsieht, die Variante 1 hingegen 96 Plätze.

„„Das Ganze ist noch nicht in trockenen Tüchern. Erst muss die Finanzierung gesichert sein.“
Bernhard Storath, Bürgermeister

Seitens des Fränkischen Theatersommers wäre auch eine im Boden versenkbare Hydraulikbühne wünschenswert, so Jacob, „das alles natürlich abhängig ist vom verfügbaren Budget“. Die Machbarkeitsstudie zeige halt, was möglich ist.

2,84 Millionen Euro steuert der Bund bei

Im Rahmen eines Investitionsprogramms beteiligt sich der Bund mit einem stattlichen Zuschuss in Höhe von 2,84 Millionen Euro, ein weiterer erheblicher Zuschussanteil ist seitens der Städtebauförderung zu erwarten. Der angesichts der hohen Gesamtkostenschätzung verbleibende Eigenanteil soll dann von Bezirk, Landkreis und Markt Ebensfeld zu je einem Drittel getragen werden.

Bürgermeister Bernhard Storath gab sich noch vorsichtig: „Das Ganze ist noch nicht in trockenen Tüchern. Erst muss die Finanzierung gesichert sein.“ Man solle sich aber jetzt nicht von den hohen Kosten erschrecken lassen, so Storath. Er erinnerte in diesem Zusammenhang an einen in nichtöffentlicher Sitzung erfolgten Beschluss seitens der Marktgemeinde zur Deckelung des Eigenanteils der Marktgemeinde Ebensfeld bis 150 000 Euro.

Nun wird seitens des Fränkischen Theatersommers ein Projektsteuerungsprogramm gestartet, welches die weiteren Schritte koordiniert, darunter auch die zur Realisierung so wichtige Beteiligung der Fördergeber.

25 Jahre im Gemeinderat

Zwei kleine Ehrungen wurden am Ende der öffentlichen Sitzung vorgenommen. Für 25 Jahre tatkräftiges Wirken als Gemeinderat als Anerkennung ein Weinpräsent erhielt Heinrich Kunzelmann (Freie Wähler). Die gleiche Ehre zuteil wurde dem Bürgermeister selbst. Bevor Bernhard Storath vor 13 Jahren erstmals in das Amt des Bürgermeisters gewählt wurde, war er zuvor bereits seit 1996 Gemeinderat und ab 2002 für eine Amtsperiode Zweiter Bürgermeister.
 

mde

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