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DÖRRNWASSERLOS

Fränkischer Marienweg: Weg der Hoffnung auf 1100 Kilometern

Fränkischer Marienweg: Weg der Hoffnung auf 1100 Kilometern
Prozession zur Eröffnung des Fränkischen Marienwegs in Dörrnwasserlos. Foto: Marion Krüger-Hundrup

Militärgelände mit Raketenstation bis zur Wiedervereinigung, dann Trappistenkloster, seit dem Jahr 2000 ein Bildungs- und Begegnungsort: Das Schönstattzentrum Marienberg bei Dörrnwasserlos (Scheßlitz) mit seinem marianischen „Heiligtum der Verbundenheit“ ist der jüngste Wallfahrtsort im Erzbistum Bamberg. Und er kam am Hochfest Mariä Himmelfahrt zu der Ehre, Schauplatz einer denkwürdigen Zeremonie zu werden: Erzbischof Ludwig Schick eröffnete im Rahmen einer Andacht den Fränkischen Marienweg in Ober- und Mittelfranken.

Vom Naturpark Steigerwald über den Gottesgarten in den Frankenwald

Der 1100 Kilometer lange Weg erstreckt sich vom Naturpark Steigerwald, über die Ausläufer der Hassberge, durch den Fränkischen Jura und den Gottesgarten am Obermain bis hinauf in den Frankenwald. Von dort führt er weiter durch die Genussregion Oberfranken und die Fränkische Schweiz bis hinunter in den mittelfränkischen Süden der Frankenalb.

Über die Jahrhunderte hinweg entstanden in diesem Gebiet etwa 40 Marienwallfahrtsorte, die zum großen Teil bis heute Ziel von Pilgern zur „Herzogin des Frankenlandes und der Schutzfrau Bayerns“ sind. Der „Fränkische Marienweg“ verbindet diese Orte wie mit einem Netz: „Es geht von Perle zu Perle“, wie Domkapitular Martin Emge sagt, diözesaner Schönstattpräses und Initiator dieses Pilgerweges im Erzbistum Bamberg. Emge hatte die Idee seines Priesterkollegen Pfarrer Josef Treutlein weiterentwickelt, der schon 2002 den Fränkischen Marienweg im unterfränkischen Bistum Würzburg belebte. 19 Jahre, ungezählte Projektsitzungen und Arbeitsstunden später ist nun das 900 Kilometer lange Wegenetz Unterfrankens nach Osten ausgedehnt.

Der Fränkische Marienweg kann sich zu Recht rühmen, Deutschlands längster zusammenhängender Wanderweg zu sein. Und obendrein dem Slogan gerecht zu werden: „Frankenland ist Marienland.“ Dieses Schlagwort weise darauf hin, so Erzbischof Schick, dass „der Gottesmutter Maria in der fränkischen Spiritualität und Frömmigkeit eine wichtige Rolle zukommt.

Fränkischer Marienweg: Weg der Hoffnung auf 1100 Kilometern
Erzbischof Ludwig Schick spendete den Pilgern, Wandervereinen, Wegewarten und Wallfahrtsführern den Segen. Foto: Marion Krüger-Hundrup

Echte, biblisch fundierte Marienverehrung weise auf Jesus Christus hin, betonte Schick. Der Fränkische Marienweg wolle zu diesem Ziel, nämlich zu Jesus und einem Leben in Fülle führen: „Der Marienweg soll im Glauben, in der Hoffnung und Liebe stärken. Wenn wir diesen Weg gehen – in Gemeinschaft oder allein – können wir neue Erfahrungen mit der Natur und kulturellen Schönheiten, mit Mitmenschlichkeit machen, vieles Verknotete kann sich lösen“, erklärte der Erzbischof.

„Wenn wir diesen Weg gehen – in Gemeinschaft oder allein – können wir neue Erfahrungen mit der Natur und kulturellen Schönheiten, mit Mitmenschlichkeit machen.“
Ludwig Schick, Bamberger Erzbischof

Die unter freiem Himmel versammelte große Gemeinde auf dem Marienberg erlebte, wie Erzbischof Schick das Segensgebet sprach und symbolisch den Boden vor der Kapelle mit Weihwasser besprengte. In die Segensbitte eingeschlossen waren auch die Wandervereine und Wegewarte, die die Routen markiert haben und pflegen werden. Die Markierung ist ein klassisches Marienmotiv in stilisierter Form – das Jesuskind auf den Armen der Mutter – in den fränkisch-bayerischen Farben Rot, Weiß und Blau.

Und schließlich machte sich die ganze Schar dazu auf, sozusagen einen ersten Abschnitt des östlichen Fränkischen Marienweges zu gehen. In Prozession mit Kreuz, dem Allerheiligsten, Fahnen, Wallfahrtsbildern, Blasmusik, Vorbetern pilgerten alle zu Stationen an aufgebauten Altären. „Maria, die dem Volk Gottes als pilgernde Mutter voranzieht“ stand sinnigerweise auf dem ausgeteilten Gebetszettel als Titel über einem Wegabschnitt.

„Glücklich und dankbar“ sei er über die Verwirklichung seiner Idee in ganz Franken, bekannte Pfarrer Josef Treutlein, der aus Würzburg zur Festandacht auf dem Marienberg angereist war. „Der Fränkische Marienweg war in meinem Leben als Seelsorger meine beste Idee, die ohne die vielen hoch motivierten Akteure in ganz Franken nicht hätte verwirklicht werden können“, meinte Treutlein.

Auch Domkapitular Emge dankte den Unterstützern im Erzbistum Bamberg, darunter Domkapitular Norbert Jung als Leiter des Diözesanpilgerbüros, Erzbischof Schick und das Projektreferat mit seinem früheren Leiter Roland Baierl. „Gott schenkt uns einen Hoffnungsweg“, rief Emge den Andachtsbesuchern zu. Einen Weg durch das Frankenland, das zur Genussregion für Leib und Seele werden kann.

 

Von Marion Krüger-Hundrup

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