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BAD STAFFELSTEIN

Ein Rundgang über das Bären-Areal Bad Staffelstein

Filetstück im Herzen der Adam-Riese-Stadt: das Bären-Areal. Foto: Markus Drossel

Es ist ein „Sahnestück“ im Herzen der historischen Altstadt, vis-à-vis des Rathauses, das im Dornröschenschlaf liegt und nur darauf wartet, zu neuem Leben erweckt zu werden: Das Gelände des ehemaligen Brauerei-Gasthofs „Zum schwarzen Bären“ nebst Ultsch-Gebäude zwischen Marktplatz, Kastenhof und Alter Schießstätte. Derzeit läuft ein Architektenwettbewerb mit mehr einem Dutzend beteiligten aus ganz Deutschland.

Bierettiketten kleben auf der Treppe hinab zum ehemaligen Lagerkeller. Foto: Markus Drossel

„Wir sind sehr zufrieden mit der Beteiligung“, sagt Quartiersmanager Michael Böhm, der zum Rundgang über das verwinkelte, 3600 Quadratmeter große Areal eingeladen hat. Die Preisverleihung ist am 22. Oktober 2020. Etwa 25 Millionen Euro hat die Stadt veranschlagt, um das Bären-Areal zu beleben. Der Gaststättenbetrieb endete, ebenso wie die Brautätigkeit, im Jahr 1998. Die Stadt kaufte das Gelände im Oktober 2015.

Ob es auf diese Kästen noch Pfand gibt? Foto: Markus Drossel

Ein Investor soll die ehemalige Gaststätte wiedereröffnen und Hotel oder Pension betreiben. Idealerweise mit fränkischem Mittagstisch, denn den berkommt der Einheimische oder Kurgastin der historischen Altstadt kaum noch serviert. Im hinteren Teil könnte ein Veranstaltungssaal entstehen. Brauhaus, Abfüllerei und Bettenhaus würden wohl weichen müssen. Die Stadt Bad Staffelstein hofft für die Wiederbelebung des Bären-Geländes auf Zuschüsse in Höhe von bis zu 90 Prozent im Rahmen der Städtebauförderung des Freistaats.

Die Braukessel existieren noch. Foto: Markus Drossel

Der älteste Teil ist vermutlich ein mittelalterlicher Burgstall am Fuße des Kastenhofhügels, als Fundament der Scheune. Diese kam 1881 in Besitz von Wirt Johann Georg Kraus. Historisch wertvoll und stadtbildprägend ist der Gebäudeteil Marktplatz 7, ein zweigeschossige Satteldachhaus mit dem hohen Kellergeschoss, dem kunstvollen Zierfachwerkobergeschoss und der Hofdurchfahrt.

Das Logo der Bären-Bräu auf dem Schild, das früher die Hauswand zierte. Foto: Markus Drossel

Das ehemalige Gasthaus ist, wie das „Ultschenhaus“ (Marktplatz 8), direkt nach dem Stadtbrand von 1684 entstanden. Dabei waren 330 Gebäude abgebrannt. Der „Bär“ ist also eines der ältesten Bauten von Bad Staffelstein, war war einst mit einer Jahreszahl 1687 versehen. Das ursprüngliche Kellergeschoss war wohl noch älter, wurde aber während des Gasthofumbaus größtenteils überformt.

Die Rampe hat schon Rost angesetzt. Foto: Markus Drossel

Entrümpelt ist das Bären-Areal bereits, dies geschah in zwei Wellen: Ende 2019 und Anfang 2020. „Tonnen von Altholz haben wir entsorgt, dazu zahlreiche Einrichtungsgegenstände“, sagt Böhm. „Das war nötig, um die Architekten übers Gelände führen zu können.“ Die Spannung ist groß, welche Vorschläge die Planungsbüros einreichen.

 

Blick vom Gastraum hinüber zum Rathaus Bad Staffelstein. Foto: Markus Drossel
Diese Tür wurde schon lange nicht mehr entstaubt. Foto: Markus Drossel
Das ehemalige Bettenhasu (re.) wird wohl abgerissen. Foto: Markus Drossel
Das Gesetz zum Schutze der Jugend hängt noch immer an der Wand - Stand Dezember 1951. Foto: Markus Drossel
Angezapft wurde im „Bären“ schon lange nicht mehr Foto: Markus Drossel
Der ehemalige Gastraum des „schwarzen Bären“. Foto: Markus Drossel
Im Dachboden des Brauhauses. Foto: Markus Drossel
Der alte Kamin wurde bis auf den Stumpf abgerissen – und dann darüber neu gebaut. Foto: Markus Drossel
Die alte Abfüllanlage. Foto: Markus Drossel
Früher war die Wirtsfamilie auch landwirtschaftlich tätig und züchtete Tiere. Foto: Markus Drossel
Hier war früher der Biergarten. Foto: Markus Drossel
Diese Flaschen wurden schon lange nicht mehr befüllt. Foto: Markus Drossel
Wird das Brauhaus abgerissen, so verschwindet auch dieses Gemälde an der Fassade. Foto: Markus Drossel
Durch ein hölzernes Rad eines Flaschenzugs zum Rathaus geschaut. Foto: Markus Drossel
Sprayer haben sich im Obergeschoss des Brauhauses ausgetobt. Foto: Markus Drossel
Kasten um Kasten ratterte hier einst vom Band. Foto: Markus Drossel
Formschön: die Lampen in der Gaststätte. Foto: Markus Drossel
Achtlos weggeworfen: die Flaschenetiketten der Bärenbräu. Foto: Markus Drossel
Auf dem Dachboden über den Stallungen. Foto: Markus Drossel
Die Braukessel existieren noch. Foto: Markus Drossel
In diesem Gebäudetrakt wurde früher Bier gebraut und abgefüllt. Foto: Markus Drossel
Das Logo der Bärenbräu an der Hauswand. Foto: Markus Drossel
Was hier wohl eingestellt werden konnte? Foto: Markus Drossel
Fast schon philosophisch, dieser Spruch an der Wand. Foto: Markus Drossel
Der ehemalige Gastraum des „Bären“. Foto: Drossel
Hier geht es zur Tiefgarage. Foto: Markus Drossel
Relikt in der Waschküche. Foto: Markus Drossel
Wo einst der „Bären-Franz“ wohnte. Foto: Markus Drossel
Hier wurde dem Gast der rote Teppich ausgerollt. Foto: Markus Drossel

Von Markus Drossel

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