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EBENSFELD

Ebensfeld Nord III: Verkehrsgutachter geben grünes Licht

Valentin May von der Planungsgruppe Strunz erläuterte im Gemeinderat die Erschließungsplanung zum künftigen Gewerbegebiet „Ebensfeld Nord III“. Foto: Mario Deller

Dass die Ansiedlung von Firmen Verkehr verursacht, liegt auf der Hand. Doch beim Gewerbegebiet „Ebensfeld Nord III“, das zwischen Ebensfeld und Unterneuses geplant ist, geht es um das Wieviel. Das Verfahren machte eine Prognostizierung der zu erwartenden Verkehrsbelastung unumgänglich. Zu diesem Zwecke wurde die Planungsgruppe Strunz mit der Erstellung von Prognoseszenarien beauftragt. Das Ergebnis stellten die Experten nun im Gemeinderat vor.

Laut Gutachten keine Überlastung des öffentlichen Verkehrsnetzes

Zur Feststellung des Status Quo (Ist-Zustand) wurde für acht als relevant erachtete Knotenpunkte eine 24-stündige Verkehrsstrom-Dokumentation ermittelt. Auf dieser Basis erstellte das Büro Planfälle mit reduziertem beziehungsweise maximalem Verkehrsmengenszenario durch das künftige Gewerbegebiet.

Im Fazit heißt es, auch für das maximale Lastfallszenario ergebe sich „keine Überlastung des öffentlichen Verkehrsnetzes“. Das Gutachten sieht lediglich „geringfügige Auswirkungen“ durch das Gewerbegebiet. Im schlimmsten Fall nehme der Verkehr dadurch um 30 Prozent zu, sagten Frank Schönfelder und Valentin May, die Vertreter des Planungsbüros.

Im Gemeinderat wurden auch kritische Stimmen laut

Vor allem Gemeinderat Otto Weidner (Grüne) thematisierte unter anderem den Lärmaspekt durch die neuen Gewerbeansiedlungen auf dem 15 Hektar messenden Areal, doch war dies nicht Gegenstand des erforderlichen Verkehrsgutachtens. Somit wurde diese Hürde im langwierigen Verfahren bis zum Baurecht genommen. Ein weiterer Schritt dorthin war die Behandlung der Stellungnahmen im Zuge des Bebaungsplanverfahrens. Auch dieser wurde vollzogen. Frank Schönfelder von der Planungsgruppe Strunz erläuterte an der Grafik eine in diesem Zusammenhang notwendige Änderung: Zur Verbesserung der Verkehrssicherheit wird die Straßenbreite der als Erschließungsstraße dienenden Bayernstraße geringfügig angepasst.

Nach mehrheitlichen Teilbeschlüssen zu den eingegangenen Stellungnahmen wurde mit 12:7 Stimmen die aktualisierte Fassung des Bebauungsplans gebilligt und die wegen der Änderungen erforderliche erneute Auslegung der Planungen für die Dauer von vier Wochen beschlossen.

Erschließungsplanung wurde ebenso befürwortet

Im Zuge des Bebauungsplanverfahrens zum künftigen Gewerbegebiet fordert das Staatliche Bauamt darüber hinaus eine Anpassung des Verkehrsknotenpunktes Staatsstraße 2197/Bayernstraße. Damit soll der Sicherheit der Radfahrer Rechnung getragen werden, die auf dem Radweg zwischen Ebensfeld und Unterneuses unterwegs sind. Die Planungsgruppe Strunz erhielt den Auftrag für die Vorplanung zur Erschließung, die es seitens des Gremiums gesondert abzusegnen galt.

Mit ebenfalls 12:7 Stimmen befürwortete der Gemeinderat diese mit den Teilbereichen Verkehrsanlagen, Entwässerungsgraben und Schmutzwasserkanal/Regenrückhaltebecken.

Im Gemeinderat kurz notiert

• Das Domizil der Freiwilligen Feuerwehr Kleukheim bekommt einen Anbau: Zusätzlich zum Stellplatz für ein weiteres Feuerwehrauto wird eine separate Damenumkleide geschaffen. Nach derzeitigem Stand belaufen sich die Gesamtkosten des Vorhabens auf rund 430.000 Euro.

• Im Ebensfelder Pfarr- und Jugendheim soll eine Notgruppe der Kindertagesstätte entstehen: Weil unter anderem durch Zuzüge aktuell zwölf Kinder in Ebensfeld einen Kita- beziehungsweise Krippenplatz benötigen, wird im Pfarrheim vorübergehend eine Kindergartengruppe geschaffen, deren Betrieb im November starten kann.

• Die Himmelreichstraße wird saniert: Das war im Grundsatz schon beschlossen. Bei der jüngsten Sitzung stimmten die Räte nun der Entwurfsplanung zu.

• Der Feuerwehr-Stellplatz in Döringstadt wird breiter: Im Zuge der Schaffung einer Fahrzeugunterstellhalle für die Freiwillige Feuerwehr Döringstadt sieht die beschlossene Tekturplanung die Verbreiterung des Stellplatzes um 3,50 Meter auf 9,60 Meter vor. Die bislang auf 370.000 Euro bezifferte Maßnahme verteuert sich dadurch um rund 77.000 Euro.

Die Ebensfelder Pater-Lunkenbein-Schule soll generalsaniert werden. Foto: Deller
Ein 15 Hektar großes Gewerbegebiet soll westlich und nördlich der Firma Systeam vor den Toren Ebensfelds entstehen. Mindestens zwei Unternehmen hegen großes Interesse, hier ansässig zu werden. Foto: Mario Deller
Die aktualisierten Planungen zur Schaffung einer Fahrzeugunterstellhalle für die Feuerwehr in Döringstadt (rechts neben der künftig als Gemeinschaftshaus dienenden früheren Gaststätte) sehen dessen Verbreiterung um 3,50 Meter vor. Foto: Gemeinde Ebensfeld
Zug um Zug konkreter wird der Planungsprozess betreffend der unumgänglichen Sanierung der Himmelreichstraße Foto: Mario Deller

Von Mario Deller

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