aktualisiert:

EBENSFELD

Ebensfeld: Mehrheitliches Signal pro Tagespflege

Ebensfeld: Mehrheitliches Signal pro Tagespflege
So stellen sich die Planer die neue Nutzung des „Neuner-Areals“ in Ebensfeld vor.Grafik: Gemeinde Ebensfeld

Nach langer Vorgeschichte und vielen Diskussionen nehmen die Planungen zur neuen Nutzung des „Neuner-Areals“ in Ebensfeld nun konkretere Züge an. Die Tendenz geht in Richtung Tagespflegeeinrichtung, ambulante Pflege, barrierefreien Wohnungen und einer Freifläche, die viele Möglichkeiten bietet. Mehrheitlich befürwortete der Gemeinderat die aus der in der jüngsten Sitzung zuvor präsentierte Machbarkeitsstudie.

Mit einem in der Region bereits ansässigen Betreiber im Pflegebereich ist die Gemeinde bereits im Gespräch, und es waren von diesem auch die zwei Vertreter Rainer Hammer und Marc Schießl anwesend. Nachdem Rainer Hammer das Rederecht eingeräumt wurde, sagte, dass der Betreiber bei einer längeren Verzögerung gezwungen sei, einen anderen Standort zu suchen. Hammer: „Das brennt uns zwar nicht unter den Nägeln, aber wir wollen unsere Tagespflegeeinrichtung auch nicht irgendwann bauen. Wir wären gerne in Ebensfeld vertreten, aber wenn keine Entscheidung fällt, kann ich jetzt auch nicht sagen, wir verschieben es auf den Nimmerleinstag.“

Diese Ausführungen trugen womöglich dazu bei, dass die Gemeinderäte einen von den Freien Wählern eingereichten Antrag, einen Wettbewerb zur Gestaltung des Anwesens Neuner auszuschreiben, mit vier zu 14 Stimmen mehrheitlich ablehnten.

Ebensfeld: Mehrheitliches Signal pro Tagespflege
Nach dem Abriss des Scheunentrakts entsteht auf dem früheren „Neuner-Areal“ unter anderem eine Tagespflegeeinrichtung. Auch eine von der Bevölkerung und der Gemeinde nutzbare Multifunktions-Freifläche mit beispielsweise Kletterwand oder Public-Viewing-Bereich ist angedacht. Foto: Mario Deller

Meinung der Freien Wähler findet keine Mehrheit

Die Meinung der Freien Wähler, wonach Alternativen zu wenig geprüft wurden, teilte Bürgermeister Bernhard Storath nicht: „Die Bürgerhaus-Variante wurde ja auch schon diskutiert und im Gemeinderat abgelehnt.“ Auch persönlich spreche er sich für die Schaffung einer Tagespflegeeinrichtung aus und warnte zudem vor der Gefahr, dass der Investor noch abspringe. „Es waren ja sechs, sieben Varianten im Gespräch, auch ein Hortgebäude, dann sind wir bei der Tagespflege gelandet“, ergänzte Jörg Franke, der zusammen mit Michaela Messmer für das beauftragte Planungsbüro die fortgeschriebene Machbarkeitsstudie im weiteren Verlauf vorstellte.

Die Machbarkeitsstudie zeigt einen dreistöckigen Baukomplex. Im Erdgeschoss könne auf Basis der Vorstellungen des potenziellen Betreibers auf 240 Quadratmetern die Tagespflegeeinrichtung geschaffen werden sowie unter anderem Haustechnik, Multifunktionsraum, sanitäre Anlagen und Küche. Betreffend des Obergeschosses beinhaltet das Konzept die anvisierte ambulante Pflege sowie Mitarbeiterräume, im zweiten Obergeschoss schließlich barrierefreie Wohnungen und Terrassen.

Neben 16 Stellplätzen für Besucher und Mitarbeiter sowie einem zur Pflegeeinrichtung gehörigen Garten thematisiert die Machbarkeitsstudie ferner die Frage, wie die restlichen Freiflächen genutzt werden können. Hier sei eine der Allgemeinheit zur Verfügung stehende Multifunktionsfläche vorstellbar mit Kletterwand, temporärer Bühne oder Public-Viewing-Bereich, Wasserspiel oder auch als Biergarten.

Drei Bauabschnitte vorgesehen

Aus heutiger Sicht könne das „Neuner-Areal“ in drei Bauabschnitten entwickelt werden. Der in 2022/23 zu realisierende Bauabschnitt 1 bezöge sich auf die Errichtung der Tagespflegeeinrichtung und der barrierefreien Wohnungen und Bauabschnitt 2 in 2023 beträfe die Gestaltung der Freiflächen unter Federführung der Gemeinde. Unter Bauabschnitt 3 zusammenfassen ließe sich die Sanierung und Nutzung des bestehenden und erhaltenswerten Gebäudetrakt des „Neuner-Areals“ mit dem alten Brauhaus.

Die fortgeschriebene Machbarkeitsstudie schließe einen Gehweg zur Kirche nicht aus, erklärten die Planer weiter für den Fall, dass dieser Aspekt noch ein Thema werden könnte.

Ebensfeld: Mehrheitliches Signal pro Tagespflege
Wegen der geplanten Photovoltaikanlage zwischen Peusenhof und Oberleiterbach hat die Nachbarkommune aus Zapfendorf Bedenken wegen des Wasserabflusses bei Starkregen. Die aktualisierte Planung sieht nun eine Verwallung vor. Foto: Mario Deller

14 zu vier Stimmen lautete schließlich das Votum des Gremiums für den Beschlussvorschlag, der nicht nur die Ausführungen des Planungsbüros zur Kenntnis nimmt. Viel entscheidender ist der Beschlussteil, wonach die Verwaltung beauftragt wird, „die Inhalte der fortgeschriebenen Machbarkeitsstudie in die Wege zu leiten“. Anders gesagt bedeutet dies, dass die Planungen in Richtung des vorgestellten Konzepts weiter forciert werden, wie Bürgermeister Storath erklärte.

Knapp fünf Hektar große Photovoltaikanlage genehmigt

Rechtskraft erlangt hat ferner nun das Vorhaben eines Bauwerbers, der auf einer Fläche von 4,8 Hektar nahe der Verbindungsstraße zwischen Peusenhof (Markt Ebensfeld) und Oberleiterbach (Markt Zapfendorf) eine Photovoltaikanlage mit einer Jahresleistung von vier bis fünf Megawattpeak errichten möchte. Bevor mit drei beziehungsweise zwei Gegenstimmen der finale Feststellungsbeschluss sowie Satzungsbeschluss zum geänderten Flächennutzungsplan und zum Bebauungsplan gefasst wurde, hatte sich das Gremium allerdings noch mit den nach öffentlicher Auslegung eingegangenen Stellungnahmen auseinanderzusetzen.

Ebensfeld: Mehrheitliches Signal pro Tagespflege
Über die geplante Photovoltaikanlage zwischen Peusenhof und Oberleiterbach wurden die Bedenken der Nachbarkommune aus Zapfendorf wegen des Wasserabflusses bei Starkregen aufgegriffen. Die aktualisierte Planung sieht nun eine Verwallung vor.Grafik: Gemeinde Ebensfeld

Eindeutig im Fokus stand dabei die ausgesprochen kritische Beurteilung des Vorhabens durch den Markt Zapfendorf. Dessen Dritter Bürgermeister Andreas Schonath, der in der Ebensfelder Sitzung reden durfte, betonte, befürchtet seine Gemeinde, dass nach dem Bau der Anlage bei Starkregenereignissen das Wasser nicht genügend abfließen könne, was besonders Oberleiterbach betreffen würde. Deswegen forderte der Markt Zapfendorf geeignete bauliche Maßnahmen, um dies zu verhindern, etwa ein Regenrückhaltebecken.

Einwand der Nachbargemeinde wird Rechnung getragen

Diesem Einwand trägt Ebensfeld nun Rechnung mit einer Aktualisierung der Planung. Der mit drei Gegenstimmen verabschiedete Beschluss des Gremiums besagt zum einen, dass es der Markt Ebensfeld aufgrund der Versickerungsmöglichkeiten im Boden und durch die Lücken zwischen den Modulen als „unwahrscheinlich ansieht“, dass durch die künftige Photovoltaikanlage die derzeitigen Abflussverhältnisse negativ beeinflusst werden. Wegen der steilen Hanglage im Einzugsbereich des nahen Leitenbaches sehen die Planungen aber nun „vorsichtshalber eine Verwallung im Süden der Fläche“ vor, „um ein Rückhaltevolumina bei Starkregenereignissen zu schaffen“.

 

Von Mario Deller

Weitere Artikel