aktualisiert:

EBENSFELD

Ebensfeld gibt Gas in Sachen Glasfaser

Am Anschlusskasten, über den auch die Internetleitung zum Rathaus läuft, stehen Bürgermeister Bernhard Storath und Breitband-Ansprechpartner Tobias Walter. Im Beisein von Siegbert Reuther von Reuther Net Consulting zeigten sich die beiden zuversichtlich, mittels der neuen Förderinitiative des Freistaats eine deutliche Verbesserung der Glasfaserversorgung im Markt Ebensfeld zu erreichen. Foto: Mario Deller

Bereits seit 2014 unterstützt die Bayerische Staatsregierung den Breitbandausbau, schon im damaligen Förderverfahren stieg der Markt Ebensfeld als erste Kommune auf den Zug auf. Jetzt hat der Freistaat eine weitere Förderinitiative gestartet – und der Markt Ebensfeld präsentiert sich erneut als reaktionsschnell. Er ist als erste oberfränkische Kommune in das Verfahren eingestiegen.

Die EU befürwortete die bayerische Gigabitrichtlinie. Dies war die Basis, damit der Freistaat sein neues Förderprogramm umsetzen kann. Ausgegebenes politisches Ziel der bayerischen Regierung ist die flächendeckende Gigabitversorgung in den Kommunen des Freistaats bis Ende 2025. „Gigabit“ lautet der korrekte politische Begriff, de facto bedeutet dies Glasfaserverlegung bis ins Haus, um so höhere Breitbrandraten als bisher zu erreichen.

90 Prozent Förderung für Investition von maximal acht Millionen Euro

Bei einem Gespräch mit dem Bürgermeister der Marktgemeinde, Bernhard Storath, dem Ansprechpartner der Kommune in Sachen Breitband, Tobias Walter, und Siegbert Reuther von der für die Kommune schon in der Vergangenheit tätigen Firma Reuther NetConsulting wurden nähere Details zum Ablauf und weiteren Schritten bekannt.

Seit März gibt es diese 90-Prozent-Förderung des Freistaats Bayern bis zu einer Investitionssumme von maximal acht Millionen Euro. Voraussetzung ist, dass die Provider in den nächsten drei Jahren nicht eigenverantwortlich ausbauen. Die Planungshoheit über Nutzung und Umfang der Förderung obliegt den Kommunen selbst.

Bestenfalls sind 70 Prozent der Häuser förderfähig

Mitte Mai startete im Markt Ebensfeld die Markterkundung. Sie dürfte bis etwa Ende Juni abgeschlossen sein. „Bis Ende Juli soll dann das Konzept erarbeitet werden, welche Gebäude in der Marktgemeinde förderfähig sind“, erklärt Reuther. Bestenfalls könnten rund 70 Prozent der Anwesen in der Gemeinde förderfähig sein. Bei ihnen kann der Glasfaseranschluss mit Zuschuss ins Haus gelegt werden. Eventuell sind es aber auch nur 30 Prozent. Dies hängt davon ab, inwieweit die ortsansässigen Provider ohne Förderung investieren. Bereits gigabitfähig sind im Kernort Ebensfeld 60 Prozent der Gebäude, im gesamten Gemeindegebiet rund 25 Prozent.

Nach Abschluss der Markterkundung hat der Markt Ebensfeld dann die Entscheidung zu treffen, ob das Netz selbst gebaut wird und dann zum Betrieb an einen Provider übergeben werden soll (Betreibermodell), oder ob der Provider das Netz selbst bauen soll (Wirtschaftlichkeitslückenmodell).

„In Corona-Zeiten wird uns ja mehr denn je vor Augen geführt, wie wichtig eine gute Internetversorgung für die Bürger allgemein und für die ansässigen Unternehmen ist.“
Bernhard Storath, Bürgermeister

„Die Förderung geht quasi davon aus, dass die schlechter versorgten Gebiete zuerst berücksichtigt werden“, ergänzt Reuther im Gespräch.

Der Ebensfelder Gemeinderat geht den Weg mit, und auch der Bürgermeister zeigt sich überzeugt, dass diese Gelegenheit beim Schopf gepackt werden muss: „In Corona-Zeiten – Stichwort Home-Office – wird uns ja mehr denn je vor Augen geführt, wie wichtig eine gute Internetversorgung für die Bürger allgemein und für die ansässigen Unternehmen ist“. Schnelles Internet bedeutet Lebensqualität in den eigenen vier Wänden, bessere Rahmenbedingungen in der Medizin, Standortvorteile für Gewerbetreibende, um nur einige Aspekte zu nennen. Deshalb dürfte auch der Eigenanteil von zehn Prozent, den die Kommune bei Inanspruchnahme der neuen Förderung zu tragen hätte und der sich auf maximal 800 000 Euro beliefe, wohl keinen Hindernisgrund darstellen.

Wie das schnelle Internet in die Häuser kommt

Der Glasfaseranschluss ins Haus kann mittels sogenannter Coax-Kabel oder durch das Übertragungsverfahren „Docsis 3.1“ bereitgestellt werden kann. Allerdings sind mit Docsis versorgte Anwesen nach heutiger Maßgabe nicht förderfähig. Das könnte sich noch ändern. Mit einem Aufheben dieser Förderschwelle und der staatlichen Förderung von Docsis-Anschlüssen ist Fachmann Reuther zufolge aber frühestens Mitte dieses Jahrzehnts zu rechnen, wahrscheinlich sogar noch später.

Selbstverständlich, das wurde in dem Pressegespräch betont, können sich die Bürger des Marktes Ebensfeld bei Fragen und Anliegen zum Thema Glasfaser und Breitbandversorgung jederzeit gerne an den hierfür zuständigen Mitarbeiter Tobias Walter wenden.

Von Mario Deller

Weitere Artikel