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EBENSFELD

Ebensfeld: „Freie“ schreiben Brief an Ministerin Schreier

„Ebensfeld: „Freie“ schreiben Brief an Ministerin Schreier
Die Staatsstraße 2187 soll verlegt werden. Foto: ArchivMario Deller

Jüngst hat sich die Fraktion der Freien Wähler Ebensfeld mit den Initiatoren des Bürgerbegehrens „2 statt 4 – eine Verkehrslösung für alle Ebensfelder Gemeindebürger“ zum Austausch über den aktuellen Stand des Bürgerbegehrens getroffen. Dabei ging es auch um einen offenen Brief an Staatsministerin Kerstin Schreyer.

Neben dem aktuellen Stand der Unterschriftensammlung wurde laut Pressemitteilung auch die Problematik angesprochen, dass die Gemeindeorgane nach Artikel 18a, Ziffer 9, zwar nach der festgestellten Zulässigkeit des Bürgerbegehrens, bis zur Durchführung des Bürgerentscheides, keine dem Entscheid entgegenstehende Entscheidung treffen darf, das Bauvorhaben der Verlegung der Staatsstraße 2187 allerdings in der Hand des Staatlichen Bauamtes liegt. Somit liege der Fortschritt des Bauvorhabens nur indirekt im Einflussbereich der Gemeinde.

Die Freien Wähler beschlossen daher, in einem offenen Brief an Staatsministerin Schreyer (Bayerisches Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr) die derzeit kritische Situation darzulegen, um so auch von Seiten der Staatsregierung möglicherweise eine Einfluss auf den weiteren Prozess zu erwirken.

Die Freien Wähler wenden sich an Schreyer mit der Bitte um Unterstützung und Hilfestellung. Kernpunkt ist die beabsichtigte Verlegung beziehungsweise der Neubau der Staatsstraße 2187 zwischen Ebensfeld und Prächting. „Dieses Vorhaben beeinträchtigt und verhindert eine optimale Verkehrsentlastung des Marktes Ebensfeld“, so die Freien Wähler.

Die Planung für das Vorhaben wurde bereits vor über 20 Jahren gestartet. Mittlerweile liegen dem Staatlichen Bauamt Bamberg bereits Angebote aufgrund der Ausschreibung vor. Die „Freien“ erklären und argumentieren: „Der Markt Ebensfeld hat im Jahr 2011 im Norden ein etwa sieben Hektar großes Gewerbegebiet (Ebensfeld Nord II) realisiert. In diesem Jahr wurde eine Erweiterung dieses Gewerbegebietes um etwa 15 Hektar beschlossen. Die Verkehrsbelastung für den Ort Ebensfeld wird damit auf voraussichtlich 8000 Kraftfahrzeuge pro 24 Stunden ansteigen, davon rund 500 Laster.“ Um diese Situation zu entschärfen, ist nach Feststellung der vom Markt Ebensfeld beauftragten Planungsgruppe Strunz eine „Ostumfahrung“ notwendig. „Genau diese Ostumfahrung zur Verkehrsentlastung wird durch die Verlegung der Staatsstraße 2187 direkt beeinflusst beziehungsweise möglicherweise verhindert.“

Aus Sicht der Ebensfelder FW-Fraktion ist die Planung für die Verlegung der Staatsstraße, die vor 20 Jahren erstellt wurde, aufgrund der aktuellen wirtschaftlichen und verkehrlichen Entwicklung in unserer Marktgemeinde aus verschiedensten Gründen als überholt und „unsinnig“ zu bewerten. Zum einen, weil sich das prognostizierte Verkehrsaufkommen, das für diese Straße bei der Planung vor 20 Jahren mit rund 2700 Fahrzeugen prognostiziert wurde, deutlich verringert habe (rund 1600 Fahrzeuge). Zudem sei aufgrund der Erweiterung des genannten Gewerbegebiets eine Umgehung zur Verkehrsentlastung des Hauptortes Ebensfeld notwendig, Diese könnte aber wohl nicht gebaut werden, wenn die Kellbachgrundanbindung umgesetzt werde. Zum dritten seien die prognostizierten Kosten für die „Kellbachtrasse“ mittlerweile um das Dreifache auf 6,5 Millionen Euro angestiegen. Zudem durchschneide die geplante Trasse das Tal, das als Naturoase im direkten Bereich des Hauptortes Ebensfeld liege.

Weiter heißt es im Brief: „Das Klinikum Obermain mit einem in unmittelbarer Nähe zur geplanten Straße geplanten Neubau, wird bei Realisierung Trasse wesentlich beeinträchtigt.“ Bei Realisierung des Vorhabens würden zwei Straßen von Prächting nach Ebensfeld führen: die neue Staatsstraße und die als Gemeindeverbindung herabgestufte, bisherige Straße, die noch verkehrssicher ausgebaut werden müsste.

Die Zeit dränge, so die Freien Wähler, der gewünschte zeitliche Aufschub wurde vom Staatlichen Bauamt nicht umgesetzt. Deshalb habe man das Bürgerbegehren beziehungsweise den -entscheid auf den Weg gebracht. Im Brief schreiben sie: „Eine jetzige Realisierung bringt jedoch mit, dass der 6,5 Millionen Euro teure Bau durch eine wahrscheinlich ebenso teure weitere Baumaßnahme ergänzt werden muss. Deshalb sollte das weitere Verfahren bezüglich der Verlegung der Staatsstraße 2187 solange aufgeschoben werden, bis durch eine zukunftsfähige an den Bedürfnissen und Gegebenheiten ausgerichtete Planung eine Gesamtbewertung der Verkehrssituation im Markt Ebensfeld Rechnung getragen wird.“ (red)

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