aktualisiert:

EBENSFELD

Döringstadt erhält einen neuen Treffpunkt

Döringstadt erhält neuen Treffpunkt
Neben der Errichtung einer neuen Fahrzeughalle für die örtliche Feuerwehr im hinteren Bereich des Grundstücks ist es das gemeinsame Bestreben von Gemeindeverwaltung und Döringstadter Bürgern, die ehemalige Gaststätte „Zur Jägersruh“ zu einem Dorfgemeinschaftshaus umzubauen. Foto: Mario Deller

Vor dem Hintergrund, dass die nächste Sitzung erst wieder Ende September stattfindet, hatte der Gemeinderat in der Julisitzung ein wahres „Mammutprogramm“ zu bewältigen. Einige wichtige Projekte standen auf der Tagesordnung. So soll in Döringstadt die ehemalige Gaststätte „Zur Jägersruh“ saniert und zu einem Dorfgemeinschaftshaus umgebaut sowie auf dem selben Areal eine neue Unterstellhalle für die örtliche Feuerwehr errichtet werden.

Döringstadt erhält neuen Treffpunkt
Die Ansicht Süd-West des beauftragten Architekturbüros ASK zeigt die die beiden wesentlichen Elemente des Döringstadter Großprojekts mit künftigem Gemeinschaftshaus und neuer Feuerwehr-Fahrzeughalle. Foto: Architekturbüro ASK

Die Kommune darf Fördergelder von rund einer Million Euro erwarten. Erste Schätzungen gingen von Gesamtkosten in Höhe von 1,33 Millionen Euro aus. Architekt Axel Schlosser vom Architekturbüro Schlosser & Keller hatte bereits beim Ortstermin des Bauausschusses vor einer Woche betont, dass hierzu noch einige Untersuchungen anstünden. Bürgermeister Bernhard Storath erwartet, dass zur Septembersitzung genauere Informationen vorliegen.

Grundsätzlich stimmte das Gremium der Maßnahme bereits jetzt zu. Unabhängig davon, wie die aktualisierte Kostenschätzung ausfällt, sei man „weiter Herr des Verfahrens“ hatte der Bürgermeister zuvor betont.

Wo können zusätzliche Hortgruppen untergebracht werden?

Die Kinderzahlen steigen – weshalb mit einer weiter wachsenden Nachfrage nach Hortplätzen gerechnet werden muss. Doch mit den Räumlichkeiten könnte es bald eng werden. Die fünf Gruppen sind voll belegt, und für die Betreuung weiterer Gruppen stehen derzeit keine Klassenräume zur Verfügung.

Es gebe zwar räumliche Erweiterungsmöglichkeiten an der Schule, aber auch eine Nutzung des „Neuner-Anwesens“ (Hauptstraße 47/49) ist im Gespräch. Das Gremium entschloss sich mit 15 zu vier Stimmen, eine Kostengegenüberstellung beider Optionen in Auftrag zu geben. Geplant ist eine Entscheidung in der nächsten Sitzung am 29. September.

Soll ein Bürgerhaus ins „Neuner-Anwesen“?

Eine Machbarkeitsstudie zur künftigen Nutzung des „Neuner-Anwesens“ in der Hauptstraße 49/51 verdeutlichte, dass einzelne Gebäudeteile nicht zu erhalten sind und abgerissen werden müssen. Die Kostenschätzung beläuft sich inklusive Honorarkosten auf rund 180 000 Euro brutto. Ein Antrag auf Städtebauförderung wurde gestellt, in Aussicht steht ein Fördersatz von 80 Prozent der förderfähigen Kosten. Der Abriss wurde mit 15 zu vier Stimmen beschlossen. Es folgt nun die Ausschreibung der Arbeiten. Die Vergabe an die Fachfirmen ist für September oder Oktober vorgesehen.

Döringstadt erhält neuen Treffpunkt
Im hinteren Bereich des Areals der ehemaligen Gaststätte „Jägersruh“ befinden sich noch abbruchreife Scheunen. Hier soll Platz geschaffen werden für die geplante Errichtung einer neuen Fahrzeugunterstellhalle der Döringstadter Wehr. Foto: Mario Deller

Die Freien Wähler hatten beantragt, die Machbarkeitsstudie zum „Neuner-Anwesen“ dahingehend zu ergänzen, dass auch eine Nutzung als Bürgerhaus geprüft wird. Der Honorar-Mehraufwand beliefe sich auf rund 3500 Euro brutto.

Bürgermeister Storath betonte, dass Hort und Seniorenbetreuung als weitere Optionen Pflichtaufgaben der Kommune seien, ein Bürgerhaus dagegen nicht. Bernhardt Gehringer (CSU) brachte seine Befürchtung zum Ausdruck, die aufwändige Organisation eines Bürgerhauses könne an der Gemeinde hängen bleiben. Um zu prüfen, ob eine solche Ergänzung der Machbarkeitsstudie überhaupt sinnvoll sei, schlug Bürgermeister Storath im weiteren Verlauf der längeren Diskussion vor, zunächst den Bedarf abzufragen. Damit konnten sich die Freien Wähler anfreunden. Ihr Antrag wurde per Akklamation von der Tagesordnung genommen und dafür entschieden, die Bedarfserkundung per gemeindlichem Mitteilungsblatt zu starten.

Kosten für Maßnahmen an der Kläranlage werden umgelegt

Mit einer per Beschluss erlassenen Verbesserungsbeitragssatzung werden Maßnahmen an der Kläranlage Ebensfeld – konkret fernwirktechnische Anlage, Klärschlammpresse und Fällmittelstation – auf die Bürger umgelegt. Es geht um insgesamt 992 261 Euro. 15 Prozent werden nach der Grundstücksfläche und 85 Prozent nach der Geschossfläche umgelegt. Aus der Summe aller Grundstücksflächen (2 271 220 Quadratmeter) und Geschossflächen (819 994 Quadratmeter) ergeben sich Beitragssätze von sechs Cent pro Quadratmeter Grundstücksfläche und 1,03 Euro pro Quadratmeter Geschossfläche. Die Bescheide gehen etwa Ende August hinaus.

Aufgrund der Verbesserungsbeitragssatzung musste auch die Beitrags- und Gebührensatzung zur Entwässerungssatzung angepasst werden. Die neuen Sätze betragen 1,26 Euro pro Quadratmeter Grundstücksfläche (bisher 1,20 Euro) und 9,83 Euro pro Quadratmeter Geschossfläche (bisher 8,80 Euro).

Langfristig keine Zukunft für die Ebensfelder Mittelschule

Döringstadt erhält neuen Treffpunkt
Die Pater-Lunkenbein-Schule will sich modernen Unterrichtsmethoden nicht verschließen. Die Marktgemeinde beschloss die Anschaffung von 150 Tablets. Foto: Mario Deller

Aufgrund der hohen Übertrittszahlen in den vergangenen Jahren sieht das Summenraumprogramm bereits keine Ebensfelder Mittelschule mehr vor. Eine 2019 in Auftrag gegebene Machbarkeitsstudie sowie zahlreiche Gespräche, unter anderem mit Vertretern des Schulamtes und der Regierung von Oberfranken, hatten zum Ergebnis, dass eine Ebensfelder Mittelschule langfristig keine Zukunft hat, sich jedoch andererseits eine durchgängige Dreizügigkeit der Grundschule abzeichnet.

Stephan Dörfler vom Sachgebiet Grund- und Mittelschulen an der Regierung von Oberfranken, hatte jüngst betont, dass der Status „ruhende Mittelschule“ beibehalten werden kann. Dies habe keine Auswirkungen auf auf die Förderung für die Sanierung der Grundschule. Auch die Tatsache, dass nach der Generalsanierung nicht mehr genügend Räume für eine Mittelschule vorhanden sind, stelle kein Problem dar. Der Gemeinderat beschloss, den Status „ruhende Mittelschule“ beizubehalten. Ebensfeld bleibt dadurch Mitglied im Schulverbund Lichtenfels. Es soll nun zusammen mit der Regierung von Oberfranken ein verbindliches Raumprogramm für die Pater-Lunkenbein-Grundschule unter Berücksichtigung einer konstanten Dreizügigkeit erstellt werden.

Aus dem Gemeinderat

• Der Freistaat Bayern hat ein „Sonderbudget Leihgeräte“ fürs Homeschooling auf den Weg gebracht. Die Kostenschätzung für das Leasing von 150 I-Pads über eine zweijährige Laufzeit beläuft sich auf 64 633,07 Euro. Vor dem Hintergrund der hohen staatlichen Förderung von 90 Prozent entschied sich der Gemeinderat für die Umsetzung des Modells.

• Der Gemeinderat stimmte der Erweiterung auf zwölf Krippenplätze in der Kindertagesstätte Sankt Martin in Döringstadt zu.

• Per gefasstem Aufstellungsbeschluss startete das Bauleitverfahren für einen Bebauungsplan zur Innenentwicklung unter der Bezeichnung „Ebensfeld Ortsmitte“. Anfang Juli fand eine erste Besprechung mit den Eigentümern der betroffenen Grundstücke statt, die im Bereich Hadergasse, Hauptstraße, Unterstraße, Unterer Kellbachdamm angesiedelt sind, auch drei Anwesen nahe der Kirche sind eingebunden. In den nächsten Wochen stehen weitere Gespräche mit den Eigentümern an. 2021 soll das Bauleitverfahren abgeschlossen werden.

• Im Rahmen der erneuten öffentlichen Auslegung des Bebauungsplanes „Am Brauhausweg II“ für ein 13 175 Quadratmeter großes Areal am Ortsrand Prächtings sind keine Stellungnahmen eingegangen. Das Gremium beschloss den Bebauungsplanentwurf nun mit 18 zu zwei Stimmen als Satzung.

• Der Eigentümer eines Grundstücks in der Gemarkung Unterneuses plant den Bau einer Betriebsstätte für die Lagerung und Aufbereitung von ökologischem Saatgut. Vorgesehen sind ein zweigeschossiges Bürogebäude und eine Lagerhalle mit einer Traufhöhe von sechs Metern. Das Gremium fasste bei zwei Gegenstimmen den Auslegungsbeschluss zum Bebauungsplan „Gewerbegebiet Unterneuses Nord III“.

• Aufgrund der Pandemie fielen die drei Bürgerversammlungen im März aus. Das Gremium stimmte dem Vorschlag der Verwaltung zu, als Ersatz im Zeitraum Ende September/Anfang Oktober eine Bürgerversammlung zentral in der Ebensfelder Turnhalle abzuhalten, sofern die Pandemielage dies dann erlaubt. 2021 sollen die Bürgerversammlungen wieder im üblichen Turnus und Umfang stattfinden.

Von Mario Deller

Weitere Artikel