aktualisiert:

UETZING

Doch noch Erstkommunion in Uetzing

Doch noch Erstkommunion in Uetzing
Lina Landvogt aus End freut sich schon, endlich ihr Kommunionkleid zu tragen. Foto: Monika Schütz

Der 26. April wäre ihr großes Fest gewesen. 20 Kommunionkinder hätten da in Uetzing das Fest der Heiligen Erstkommunion feiern sollen, zusammen mit ihren Eltern, den Paten, der Familie und der ganzen Gemeinde.

Die Kommunionvorbereitung und die neun Gruppenstunden hatten da die Mädchen und Buben aus acht Dörfern im Lautergrund schon erfolgreich hinter sich gebracht, die festliche Bekleidung hing bereit, und neben den Einladungen für die Verwandten waren auch das Restaurant und – bei den meisten Familien – Krapfen geordert worden.

Dann machte Corona alle schönen Pläne zunichte. Alle Feiern wurden abgesagt, teils nur zwei Wochen vor dem Termin. Doch es gibt wieder Hoffnung auf eine Erste Kommunion, auf einen ersten Gang zum Tisch des Herrn. Die Eltern der Kommunionkinder haben mit Pfarrer Georg Birkel einige Termine ausgewählt. „Dies jedoch unter den strengen Auflagen von Staatsregierung und Erzbistum, die es uns unmöglich machen, in gewohnter Weise zu feiern“, so die Information vom katholischen Pfarramt.

Gottesdienste im Freien mit bis zu 200 Personen

So sollen Gottesdienste bis auf weiteres im Freien gefeiert werden, 200 Personen dürfen hierbei anwesend sein (Stand vom 24. Juni). Der Mindestabstand zu Nicht-Haushaltsmitgliedern soll statt zwei Meter nun eineinhalb Meter betragen. Beim Betreten und Hinausgehen aus der Kirche soll laut Kabinettsbeschluss vom 19. Juni eine Mund-Nasen-Bedeckung getragen werden, am Platz sitzend darf diese abgenommen werden. Auch das Gotteslob wird nicht ausliegen, sondern soll selbst mitgebracht werden.

Für die 20 Kinder, die nun in absehbarer Zeit zum ersten Mal die Heilige Kommunion empfangen dürfen, wird es dennoch ein festlicher Tag werden. Im Rahmen eines Sonntagsgottesdienstes im jeweiligen Ort dürfen sie zum ersten Mal den Leib Christi empfangen. Das ist das Angebot von Pfarrer Birkel, um auch dem Wunsch der Eltern entgegen zu kommen. Dabei dürfen diese selbst entscheiden, ob ihr Kind bereits hier oder zu einem späteren Zeitpunkt, wenn es die gesetzlichen Auflagen erlauben, zur Erstkommunion geht.

Dank vom Pfarrer beim Erstkommunion-Team

„Was an Gestaltung zum jeweiligen Zeitpunkt möglich ist, wird gerne aufgegriffen“, so Pfarrer Georg Birkel. Er bedankt sich auch beim Erstkommunion-Team um Monika Moritz-Ruppenstein und Renate Friederichs, das sich so auf diese Veränderungen eingelassen hat.

Besonders freut er sich jedoch über die Mütter und Väter der Kinder. „Alle Eltern waren bei den Vorbereitungen mit dabei. Sie haben alle ihr Taufversprechen gehalten“, lobt er beim Gespräch im Pfarramt.

In einem sehr persönlichen Brief hat sich Pfarrer Birkel auch an jedes einzelne seiner Kommunionkinder gewandt. „Die Eucharistie ist kein Sakrament, das man nur einmal empfängt“, erläutert er den großen Unterschied zu anderen Sakramenten wie Taufe oder Hochzeit, Firmung oder Weihe.

Was an Fragen noch offen ist, etwa die Gestaltung dieser Sonntagsgottesdienste mit Musik oder das Singen ohne Mundschutz, könnten vielleicht die nächsten Kabinettsbeschlüsse klären, die am 5. Juli erwartet werden.

Folgende Termine sind festgelegt worden: Stublang 9. August, Frauendorf 26. Juli und 23. August, Uetzing 19. Juli, Serkendorf 12. Juli. Hierbei dürfen nach vorheriger Anmeldung bis zu sechs Personen pro und einschließlich Kommunionkind sicher teilnehmen. Sollte es an diesem Termin nämlich regnen, es ist erlaubt, mit diesen wenigen Familienangehörgen ins Innere der Kirche zu gehen und dort zu feiern.

Lina Landvogt kann den großen Tag kaum erwarten

Lina Landvogt aus End ist jedenfalls begeistert, dass ein Termin feststeht. Freudestrahlend holt sie ihr schneeweißes Kleid und präsentiert es für die Kamera. „Dann bekomm ich das erste Mal den Leib Christi!“, freut sich die Neunjährige. Ihre Familie wird gemeinsam mit Linas Cousin Felix feiern. Der Junge und seine Familie wohnen auch in End. Den Sonntagsgottesdienst besuchen beide in Frauendorf, die „weltliche Feier“ wird – wie ursprünglich geplant – privat stattfinden. Aber auch Gastwirtschaften haben kurzfristig reagiert und Gasträume für die Feiern zur Verfügung gestellt. Flexibel zeigten sich die Bäckereien: an den beliebten Kommunionkrapfen, Broten und geschnittenen Hasen soll das Fest schließlich nicht doch noch scheitern.

Von Monika Schütz

Weitere Artikel