aktualisiert:

BAD STAFFELSTEIN

Bad Staffelstein: Lichtenfelser und Bamberger Straße sollen möglichst Ortsstraßen werden

In der Kernstadt gibt es ein Verkehrsproblem. Durchschnittlich passieren 225 Schwerlastfahrzeuge täglich den Bereich um den Marktplatz, insgesamt sind es 8700 Fahrzeuge täglich. Foto: Markus Drossel

8700 Fahrzeuge passieren durchschnittlich pro Tag den Marktplatz, davon 225 Brummis: Die Kurstadt hat ein Verkehrsproblem im Herzen der Altstadt. Lichtenfelser und Bamberger Straße sind jedoch Staatsstraße, lassen sich nicht ohne Zustimmung des des Freistaats beziehungsweise dem Staatlichen Bauamt Bamberg verkehrsberuhigen. Der Stadtrat erteilte nun Bürgermeister Jürgen Kohmann einstimmig das Mandat, in dieser Sache Verhandlungen zu führen.

Nordost-Spange ist schon seit dem Jahr 2000 im Flächennutzungsplan

Und da ist ja noch die Nordost-Spange, die mögliche Verbindung zwischen Horsdorfer Straße und Lichtenfelser Kreisel, die eventuell Verkehrsströme aus der Innenstadt abhalten könnte. „Es ist ein Thema, das uns seit dem Jahr 2000 beschäftigt“, holte Kohmann aus. Damals hatte der Stadtrat den Beschluss gefasst, diese Umgehungsstraße in den Flächennutzungsplan aufzunehmen. Damit verbunden war eine planerische Absicht, diese umzusetzen. Nach wie vor aber ist die Spange höchst umstritten.

Dass in der Bevölkerung der Widerstand gegen die Nordost-Spange nicht unerheblich ist, betonte Winfried Ernst (Freie Wähler) in seinen Ausführungen. „Viele Bürger sind der Meinung, es brauche die Nordost-Spange nicht, die Autos könnten über die Autobahn fahren“, sagte er. Die verläuft parallel zur geplanten Umgehung. „Wir Freien Wähler aber sind der Meinung, dass das nicht funktionieren wird. Vor allem nicht für Landwirte, aber auch nicht bei älteren Menschen, die ungerne Autobahn fahren.“ Und ohne Zwang wohl auch nicht bei Speditionen, die sich die Maut sparen wollen.

Zwischen dem Baugebiet „Am Kommbühl“ und der Autobahn 73 ist die Nord-Ost-Spange geplant. Sie soll von der Horsdorfer Straße auf den Lichtenfelser Kreisel am Stadtrand Richtung Grundfeld aufschließen. Foto: Drossel

Verkehrsströme sind wie Wasser, die gehen des Weg des geringsten Widerstands“, bekräftigte Walter Mackert (CSU). So lange es einfach und bequem ist, durch die Kernstadt zu fahren, werde das auch getan. „Gewohnheiten sind schwer zu ändern.“ Werner Freitag (Grüne/Sbun) stellte sich klar gegen die Nordost-Spange: „Das wird kein kleiner Strich in der Landschaft, sondern eine richtig große Dimension.“ Mit hohem Flächenfraß von zehn bis zwölf Fußballfeldern, wie Sandra Nossek (Grüne/Sbun) ergänzte. Dazu merkte der Bürgermeister an, dass man ein Drittel der Nordost-Spange sowieso brauche, um das geplante Gewerbegebiet vom Lichtenfelser Kreisel aus zu erschließen. Die Stadt, so Freitag und auch Rica Kohmann (Grüne/Sbun), brauche generell ein Verkehrskonzept. Poller in Lichtenfelser und Bamberger Straße aufstellen reiche nicht, um den Verkehr aus der Kernstadt zu bringen. Nossek regte für die Nebenstraßen, die als Ausweichrouten genutzt werden könnten, Tempo 30 an.

Ausprobieren, wie viele Autofahrer dann wirklich die Autobahn nutzen

In einem waren sich alle Stadträte einig: Wichtig wäre es, die Staatsstraße 2197 – Lichtenfelser und Bamberger Straße – zur Ortsstraße umwidmen zu können. Nur dann lassen sich effiziente Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung ergreifen. „Nur so dürfen wir dauerhaft Hindernisse errichten und Rückbauten vornehmen“, stellte Jürgen Hagel (CSU) heraus. „Wir müssen ausprobieren, wie viele Leute auf die Autobahn fahren.“ Denn, so Dieter Leicht (SPD): „Die momentane Situation ist nicht gut.“

Doch wie groß sind die Chancen, dass das Staatliche Bauamt dem Ansinnen der Stadt entspricht? „Die Möglichkeit besteht“, meinte Bürgermeister Jürgen Kohmann. Als Tauschobjekt und künftige Staatsstraße könnte man die Umgehung zwischen Ebensfelder und Horsdorfer Kreisel anbieten. Prinzipiell gibt es für die Stadt vier Alternativen: Entweder die Übernahme der Ortsdurchfahrt, ohne Rückübertragungsmöglichkeit an den Freistaat, und anschließend Ausführung eines Probebetriebs zur Verkehrsberuhigung, oder die Umsetzung der Spange oder ein Ratsbegehren, um den Bürger entscheiden zu lassen – oder den derzeitigen Zustand belassen, wie er ist. Aber das will keiner der Stadträte.

Weitere Artikel