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EBENSFELD

Bürgerbegehren gegen die „Straßenbauorgie“ in Ebensfeld

Bürgerbegehren gegen die „Straßenbauorgie“ in Ebensfeld
Aktuelle Aufnahme vom Kellbachtal. Foto: Otoo Weidner

Nicht zum ersten Mal wurde in dieser Woche in der Marktgemeinde Ebensfeld ein Bürgerbegehren gestartet, das allen Wahlberechtigten die Möglichkeit gibt auch außerhalb von Wahlen die Geschicke ihrer Gemeinde mitzubestimmen. Unter dem Titel „2 statt 4 - Eine Verkehrslösung für alle Ebensfelder Gemeindebürger“ haben ab sofort die Ebensfelder die Möglichkeit, sich für eine echte Verkehrsentlastung in Ebensfeld einzusetzen und gleichzeitig das Kellbachtal noch vor der Zerstörung zu bewahren. Doch worum geht es eigentlich genau?

In Ebensfeld drohe laut den Initiatoren des Bürgerbegehrens aufgrund einer mangelhaften Verkehrsplanung eine Straßenbauorgie ohnegleichen. Das durch den Markt Ebensfeld erstellte Verkehrskonzept stelle fest, dass nur eine Ostumfahrung von der Autobahnausfahrt zur Staatsstraße 2187 nach Prächting und weiter zum Gewerbegebiet Ebensfeld eine effektive Entlastung für den Ortskern und damit insbesondere der Hauptstraße besonders vom durch die Gewerbegebietserweiterung zunehmenden Schwerverkehr bringe.

„Die Neubautrasse ist ein Nullsummenspiel“

Gleichzeitig bezeichne das Konzept die kurz vor dem Bau befindliche zusätzliche Neubautrasse der Staatsstraße 2187 quer durch das Kellbachtal zwischen Ebensfeld und Prächting als „Nullsummenspiel“, da sie in der Gesamtbetrachtung keine Entlastung für Ebensfeld bringt. Das Staatliche Bauamt hat bis zuletzt betont, dass sie die planfestgestellte Kellbachgrundtrasse nicht gegen den Willen des Marktes Ebensfeld bauen würde.

Trotz des allen Gemeinderäten vorliegenden Konzeptes haben diese mehrheitlich in einer von vielen Bürgern besuchten Sondersitzung Ende April erst einmal die Umsetzung des Verkehrskonzeptes abgelehnt und ein Festhalten an der 6,5 Millionen Euro teuren, mittlerweile veralteten und aufgrund neuester Verkehrszahlen sogar sinnlosen Kellbachgrundtrasse beschlossen.

Eine unrühmliche Rolle bei der Sondersitzung spielten laut den Initiatoren die Vertreter des Staatlichen Bauamtes, die trotz Kenntnis neuester, wesentlich niedrigerer Verkehrszahlen die errechnete Entlastungswirkung durch die Kellbachgrundtrasse für Ebensfeld nicht korrigierten und dadurch sogar eine sachliche Diskussion über das Verkehrskonzept verhinderten. Nun drohe aufgrund des Beschlusses der Mehrheit des Gemeinderats, dass die zusätzliche zwei Kilometer lange Neubautrasse quer durch das Kellbachtal erst einmal gebaut wird und anschließend trotzdem die ebenfalls zwei Kilomter lange Ostumfahrung notwendig werde, die den Kellbachgrund genauso gut an die Autobahn anbinden würde.

Statt nur zwei Kilometern Neubautrasse drohen dann mit vier Kilometer neue Straßen, doppelt so viel Landverbrauch, Zerschneidung, Versiegelung und Kosten für den Staat und die Gemeinde. Und obendrein verhindere die Anbindung der Kellbachgrundtrasse an die Autobahn sogar eine vernünftige Anbindung der für Ebensfeld viel wichtigeren Ostumfahrung.

Zehn Prozent der Wahlberechtigen sind nötig

Um die in der Sondersitzung vom Gemeinderat gefassten Beschlüsse zu korrigieren und in die Entscheidung der Bürger zu legen, hat nun eine Initiative ein Bürgerbegehren gestartet, um endlich eine zukunftsfähige Verkehrsplanung für Ebensfeld in die Wege zu leiten. Ab sofort werden deshalb mit der Forderung „2 statt 4 - EINE Verkehrslösung für ALLE Ebensfelder Gemeindebürger“ Unterschriften gesammelt. Nur wenn genügend Unterschriften (zehn Prozent der Wahlberechtigten) zusammen kommen, können dann alle bei einem Bürgerentscheid über diese wichtigen Zukunftsprojekte in Ebensfeld mitentscheiden.

Unterschriftenlisten zum Sammeln (nur wahlberechtigte Ebensfelder Bürger dürfen unterschreiben) und Hintergrundinfos können gerne bei den Initiatoren angefordert werden. Neben Otto Weidner, Chris Böhmer, Thomas Würker und Uwe Böh aus Ebensfeld sind dies Enrico Scherg und Andi Schatz aus Kleukheim.

Weitere Informationen gibt es auch auf der Facebook-Seite „2 statt 4 Bürgerbegehren-Ebensfeld“ oder der gleichnamigen Internet-Seite, die in Kürze online geht. Zudem liegen auch in der Postagentur Hofmann Listen zum Unterschreiben aus. (red)

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