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EBENSFELD

Bloos'-a-moll: Bläserklasse der Musikvereinigung Ebensfeld

„Bloos'-a-moll“: Bläserklasse der Musikvereinigung Ebensfeld
Lucie Wissel spielt seit 50 Jahren Musik - dafür wurde sie vom Nordbayerischen Musikbund besonders geehrt. Foto: Monika Schütz

„Bloos?-a-moll“ – das ist der Künstlername der Erwachsenen-Bläserklasse der Musikvereinigung Ebensfeld (MVE). Im Oktober 2017 hatte sie sich zum Ziel gesetzt, Erwachsenen eine Plattform zu bieten, sich musikalisch auszubilden, auszuprobieren oder auch nur Spaß am gemeinsamen Muszieren zu haben.

„Ja, wo ist denn das Saxophon?“, wird die Zeitungsreporterin an diesem Mittwochabend in der Aula der Schule freudig begrüßt. Hier darf jeder mitspielen, jeder üben, egal, ob er Vorkenntnisse hat oder nicht. Nur engagiert muss er sein, das wird erwartet.

Akkordeon, Klarinette, Piccolo- Querflöte und zwei Saxophone

Lucie Wissel weiß, wovon sie spricht. Eben erst ist sie für 50 Jahre aktives Musik-Spielen von der MVE geehrt worden. Die quirlige 59-Jährige spielt schon seit ihrer Kindheit die verschiedensten Instrumente. Angefangen habe es mit dem Akkordeon, erzählt sie, da sei sie neun Jahre alt gewesen und ihr Verein hieß noch „Musikverein Ebensfeld“. Lucie spielte auch im Blasorchester Lichtenfels mit: Von 1986 bis zur Auflösung des Orchesters blies sie viele Jahre lang Klarinette, Piccolo-Querflöte und Tenor-Saxophon. Als ob das nicht schon genug wäre, legte sich Lucie Wissel auch noch ein Alt-Saxophon zu.

„Bloos'-a-moll“: Bläserklasse der Musikvereinigung Ebensfeld
Musikprobe: Bei der Band „Bloos'-a-moll“ spielen knapp 20 Anfänger und Fortgeschrittene im Erwachsenenalter ein Blasinstrument. Foto: Monika Schütz

„Mittlerweile bin ich in der Senioren-Gruppe gelandet“, scherzt sie. Doch weit gefehlt: Lucie ist zwar seit zwei Jahren auch Mitglied bei „Bloos?a-moll“, aber nicht die älteste Musikantin. „Der Dieter spielt schon 53 Jahre lang, das darf er auch, er ist ja schon älter“, zwinkert sie ihrem Band-Kollegen Dieter Tussetschläger zu, der gerade seine Tuba startklar macht.

„Das ist das Schöne bei uns, wir sind vom Alter her bunt durchgemischt.“
Reinhold Stärk, Dirigent

„Das ist das Schöne bei uns, wir sind vom Alter her bunt durchgemischt“, erklärt Reinhold Stärk. Er ist Dirigent, Ausbilder und auch einer der Trompeter der 16-köpfigen Gruppe. Neben den beiden „alten Hasen“ Lucie und Dieter sitzen alle anderen als Quereinsteiger an ihren Instrumenten. Jeder hat erst im Erwachsenenalter angefangen zu spielen, sei es Trompete, Tuba, Fagott, Saxophon, Posaune, Klarinette, Flügel- oder Tenorhorn. Auch eine Xylophonspielerin ist bei der Band. Ein Schlagzeug fehlt zwar, doch da kommen die Rhythmen digital vom Computer des Dirigenten.

„Gib mir ein D!“, ruft er in die Runde. Den Gefallen tun ihm die Musikanten gerne, egal ob sie aus Ebensfeld sind, oder Kaider. Auch aus Baunach kommt ein Spieler. Gut gelaunt und motiviert greifen die Frauen und Männer zum Instrument – wegen der offenen Türen in wärmender, legerer Straßenbekleidung. Das irritiert zunächst. Dirigent Reinhold Stärk kann Entwarnung geben: „Tracht haben wir nicht. Aber bei den Auftritten spielen wir ganz in Schwarz, mit einem roten Accessoire – das kann ein Hut, eine Krawatte oder eine rote Kappe sein.“

„Bloos'-a-moll“: Bläserklasse der Musikvereinigung Ebensfeld
„In the Mood“- für ein Saxophon (im Bild das Tenorsax von Lucie Wissel) wie auf den Leib geschneidert. Foto: Monika Schütz

Der richtige Groove dank drei Saxophonen

Heuer waren es wegen Corona nur elf Auftritte, rechnet er nach. Die Gruppe spielte auf den Kellern, in Scheßlitz, Isling oder Lisberg.

Ein bisschen mehr zu tun hatte Lucie Wissel. Die Ebensfelderin ist noch bei einer weiteren Band dabei. Seit 2003 ist sie Mitglied bei „Quadro-Sax“. Mit drei männlichen Kollegen spielt sie bei Konzerten, Vernissagen und besonderen Veranstaltungen die verschiedensten Stilrichtungen. Da kommt ihr das Stück bei der Mittwoch-Probe gerade recht. „In the Mood“ – ein zeitloser Klassiker wird eingeübt, der mit dem Sound von den aktuell drei Saxophonen im Ensemble den richtigen Groove bekommt.

Wer Lust aufs Mitmachen bekommen hat, kann unverbindlich bei der nächsten Probe vorbeikommen oder sich bei Band-Mitglied Robert Krüger informieren unter Tel. (09573) 7247.

 

Von Monika Schütz

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