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Bauausschuss: Bedenken wegen Seniorenresidenz in Nedensdorf

Bauausschuss: Bedenken wegen Seniorenresidenz in Nedensdorf
Eine hufeisenförmige Wohnanlage mit 130 Einheiten möchte ein Investor auf dem Nedensdorfer Hirtenberg (vorne, Mitte) oberhalb des Dorfs errichten. Foto: ME

Unter dem Namen „Residenz am Hirtenberg“ war einem Investor im ausgewiesenen Sondergebiet oberhalb von Nedensdorf der Bau eines Pflegeheims von der Stadt in Aussicht gestellt worden. Nun aber möchte ein anderer Investor dort eine „Service-Wohnanlage“ mit 130 Wohneinheiten errichten. Den Mitgliedern des Bauausschusses erscheint sein Konzept jedoch nicht schlüssig. Sie haben viele Fragen, was die Nutzung dieses großen Gebäudes angeht – vor allem, um das nur wenige Hundert Einwohner zählende Dorf mit dem Bau nicht zu überfrachten.

Wie Bürgermeister Jürgen Kohmann (CSU) in der Bauausschusssitzung erläuterte, sei vom bisherigen Investor ein Pflegeheim mit Wohnanlage in der Verlängerung der Ortsstraße Hirtenberg vorgesehen gewesen. Dieses Konzept sei aber nun vom neuen Investor überplant worden, sagte Bauamtsleiter Michael Hess. Geplant sei auf der bisher unbebauten Anhöhe bei Nedensdorf ein zweigeschossiger Dreiseitbau, der in den Hang eingesenkt werden soll. Die Erschließung sei über die schmale Ortsstraße Hirtenberg und den daran anschließenden Flurbereinigungsweg vorgesehen.

Seniorenresidenz mit Palliativstation und Zimmern für Angehörige

Geplant sei eine Seniorenresidenz mit Palliativstation und Wohnbereichen für pflegende Angehörige. Was unter dem Begriff „Service-Wohnanlage“ zu verstehen sei, „das wissen wir noch nicht genau“, sagte Hess. Unklar sei derzeit auch, wie viele Autostellplätze dort entstehen und wo sie sich befinden sollen. Offen sei zudem, wie das Betriebs- und Wohnkonzept aussehe. Auch ein kleines Café sowie Gemeinschaftsflächen seien vorgesehen. „Das alles muss noch geklärt werden, betonte Bauamtsleiter Hess:.

Bauausschuss: Bedenken wegen Seniorenresidenz in Nedensdorf
Freien Blick auf den Staffelberg bietet das Grundstück, auf dem der Investor die Seniorenresidenz errichten will.

Walter Mackert (CSU) unterstrich, dass neben dem Baurechtlichen auch das Betriebskonzept genau unter die Lupe genommen werden müsse, bevor die Stadt den Bau genehmige. Sandra Nossek (SBUN) gab zu bedenken, dass 130 Wohneinheiten eine sehr große Dimension darstellten für einen so kleinen Ort wie Nedensdorf.

Winfried Ernst (FW) erinnerte daran, dass der Stadtrat über den Flächennutzungsplan einem anderen Konzept zugestimmt habe. Er befürchtet, „dass durch die Hintertür eine große Wohnanlage entsteht, die Nedensdorf erdrückt.“ Ebenso skeptisch äußerte sich Manuel Schrüfer (FW): „Man kann Wohnungen darunter verstehen oder ein Hotel – diese Pläne sind mir noch zu schwammig.“

„Das Konzept erschließt sich mir noch nicht so recht“, sagte der Bürgermeister. Er fügte hinzu, dass weitere Details für eine Entscheidung eingeholt werden und die Planung dann mit dem Bauträger und mit dem Landratsamt abgestimmt werden müsste.

Vor einer Entscheidung müssen Details zur Nutzung auf den Tisch

Auf Vorschlag des Bürgermeisters verweigerten alle Räte das gemeindliche Einvernehmen. So soll den Fraktionen die Gelegenheit gegeben werden, darüber zu beraten. Erst müssten jedoch mehr Details zur künftigen Nutzung der Anlage auf den Tisch, bevor im Stadtrat eine Entscheidung über so ein großes Projekt gefällt werden könne, so die einhellige Meinung.

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