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VIERZEHNHEILIGEN

Basilika Vierzehnheiligen ab Ende Juni wieder ohne Gerüst

Basilika Vierzehnheiligen ab Juni wieder ohne Gerüst
Nach zwei Jahren wird zur Zeit Stück für Stück das Gerüst am Westgiebel zurückgebaut. Foto: Gerd Klemenz

Nach jahrelangen Renovierungsarbeiten wird die Basilika Vierzehnheiligen bald wieder ohne Gerüst zu bewundern sein. Voraussichtlich bis Ende Juni wird das Gerüst an der Westfassade abgebaut. Seit 2013 war die Wallfahrtsbasilika auf dem „heiligen Berg“ mit kurzen Unterbrechnungen teilweise eingerüsteten.

Begonnen hatten die umfangreichen Sanierungsarbeiten an den beiden Türme, die dafür drei Jahre lang eingerüstet waren. Seit zwei Jahre waren die Fachleute mit umfangreiche Erhaltungsarbeiten an der Westfassade beschäftigt. Auch dafür war ein belastbares Gerüst und eine Verhüllung der Fassade erforderlich. „Parallel zu dieser Sanierung fanden auch Arbeiten in den beiden Glockentürmen statt“, berichtet Guardian Maximilian. Dort wurden in dieser Zeit die Ringanker in den Glockentürmen betoniert und zwei neue Glockenstühle aus Eichenholz gezimmert, die jetzt elf Glocken tragen.

Im nächsten Bauabschnitt werden Chor und Kirchenschiff erneuert

Basilika Vierzehnheiligen ab Juni wieder ohne Gerüst
Auf der Balkonbalustrade erstrahlt der heilige Petrus im neuen Glanz. Foto: Gerd Klemenz

Für den nächsten Bauabschnitt am Kirchenschiff und Chor laufen derzeit die Voruntersuchungen, um den Umfang der Sanierung festlegen zu können. Hier sind Naturstein-, Spengler- und Dachdeckerarbeiten erforderlich. „Ein Bauwerk in dieser Lage und Größe wird immer Bauarbeiten erfordern, um die Substanz und das Gefüge zu erhalten“, hatte der Architekt Jürgen König, der Leiter des zuständigen Staatlichen Bauamts Bamberg im Juli 2019 gesagt.

Basilika Vierzehnheiligen ab Juni wieder ohne Gerüst
Nach der Sanierung: Das Giebelrelief mit der Erscheinung der Nothelfer um das Jesukind erstrahlt wieder. Foto: Gerd Klemenz

Seit Sommer 2019 saniert das Staatliche Bauamt die Westfassade der Basilika Vierzehnheiligen in drei Arbeitsabschnitten. Mit Hilfe des Baugerüsts wurden die Schäden an der Sandsteinfassade, das Giebelrelief, das die Erscheinung der Nothelfer und das Jesukind zeigt, sowie die Außenskulpturen, die der Nürnberger Bildhauer Johann Christoph Berg (1729–1807) 1759 geschaffen hat, aufgenommen, analysiert und anschließend restauriert. Die stetigen Witterungseinflüsse in der exponierten Lage führten dazu, dass sich der Sandstein entfestigte, Fugen ausgewaschen und somit die Bausubstanz instabil wurde. Einige Skulpturen waren bereits so desolat, dass einzelne Partien vorab gesichert oder abgenommen werden mussten. Anschließend wurden die Natursteinfassade, der Giebel, das Giebelrelief und die Skulpturen saniert.

Basilika Vierzehnheiligen ab Juni wieder ohne Gerüst
Vorher: In Mitleidenschaft gezogen war der Salvator Mundi (Erlöser der Welt) auf der Westfassade. Am Strahlenkranz löste sich auch die Farbe ab. Foto: Gerd Klemenz

Ursprünglich war geplant, die Arbeiten an der Westfassade bis Ende 2020 abzuschließen. „Da sich die Schäden, besonders der bekrönenden Skulpturen, aber deutlich tiefgreifender und umfangreicher als angenommen darstellten, führten deren Behebung zu einer Verlängerung der Bearbeitung“, erklärt die Pressereferentin Sabrina Hörl vom Staatlichen Bauamt Bamberg. Die Sandsteinskulpturen bestehen aus mehreren Einzelteilen, die untereinander mit Eisenklammern verbunden sind. Es stellte sich heraus, dass die meisten Eisenklammern so stark korrodiert waren, dass sie auch den Sandstein beschädigten.

„Ein Bauwerk in dieser Lage und Größe wird immer Bauarbeiten erfordern, um die Substanz und das Gefüge zu erhalten.“
Jürgen König, Staatliches Bauamt Bamberg
Basilika Vierzehnheiligen ab Juni wieder ohne Gerüst
Nachher: Die Figur des Christus Salvator mit der Weltkugel war ein Fall für den Restauratoren. Der „Erlöser der Welt“ wurde wie die anderen Figuren auch mit einer natursteinverträglichen farblichen Fassung versehen. Foto: Gerd Klemenz

Daher mussten sie zum größten Teil ausgetauscht werden. Bei diesen Arbeiten galt es, sehr behutsam vorzugehen, um die noch vorhandene Originalsubstanz nicht zu beschädigen. Aufgrund der Auswertung älterer Dokumentationen und Befunde wurde angenommen, dass die Skulpturen und das Giebelrelief farblich gefasst waren, die Farbe aber im Laufe der Zeit abgewittert ist. Diese Fassung wurde bei der Restaurierung wieder aufgebracht. Das Staatliche Bauamt Bamberg arbeitet dabei eng mit dem Landesamt für Denkmalpflege sowie externen Restauratoren und Fachleuten zusammen.

Die Skulpturen wurden farblich gefasst, ihre Wahrzeichen vergoldet

Basilika Vierzehnheiligen ab Juni wieder ohne Gerüst
Der heilige Benedikt von Nursia in der Nische unterhalb des Reliefs strahlt im neuen Glanz. Foto: Gerd Klemenz

Neben den Natursteinarbeiten wurden die Blitzschutzeinrichtungen, etliche Verblechungen und Fenster erneuert sowie überarbeitet. Außerdem erneuerte ein Kirchenmaler die Vergoldungen von Attributen der Skulpturen. Nun wird die sanierte Westfassade des Gotteshauses wieder die Menschen im Gottesgarten und im Maintal grüßen.

Die Basilika

Die Kosten der Sanierung belaufen sich auf circa 1,1 Millionen Euro. Die Basilika wurde in den Jahren 1743 bis 1772 nach den Vorgaben des Baumeisters Balthasar Neumann erbaut.

Seit der Säkularisation ist die Kirche in staatlichem Eigentum.

Von Gerd Klemenz

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