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BAD STAFFELSTEIN

Bad Staffelstein: Kurhotelbetreiber darf erweitern

Der Südflügel des „Best Western Plus Kurhotels an der Obermaintherme“ wird derzeit um 16 Zimmer aufgestockt. Doch die Pläne des Betreibers gehen noch weiter: Südlich, sprich links davon, ist als weiterem Vorhaben ein „Life Style Hotel“ mit 75 Zimmern und einer Veranstaltungshalle für 350 Personen geplant. Hierzu gab das Gremium grünes Licht durch Zustimmung zum beantragten Vorbescheid. Foto: Repro: Mario Deller

Das „Best Western Plus Kurhotel an der Obermaintherme“ möchte seinen Gebäudebestand um einen weiteren Trakt in südlicher Richtung, sprich in Richtung der Straße „Zum Kurpark“, erweitern. Die Mitglieder des Bau- und Umweltausschusses sahen keinen Grund, den Hotelbetreiber zu bremsen: Sie genehmigten den Vorbescheidsantrag und würdigten damit den Mut zur Großinvestition – und zwar einstimmig.

Die Planungen waren bereits dem Stadtrat in der Sitzung im Januar diesen Jahres vorgestellt worden, das Gremium beschloss seinerzeit die notwendige Änderung des Bebauungsplanes Kurbereich. Nun hatte sich der Bauausschuss damit zu beschäftigen und über den beantragten Vorbescheid hierüber zu entscheiden. Die Konzeption des neuen Trakts sieht, auf drei Etagen verteilt, 75 Hotelzimmer vor sowie im Erdgeschoss eine Hotelhalle mit der Möglichkeit, hier auch Tagungen abzuhalten. Zweiter Bürgermeister Hans Josef Stich (CSU), der die Sitzung leitete, äußerte sich positiv zu dem Vorhaben, in dieselbe Richtung ging auch die Wortmeldung seines Parteikollegen alter Mackert: „Es entstehen Arbeitsplätze, und der Tourismus ist einer der Hauptstandbeine der Stadt.“

„An der Schrann“: konfliktträchtiger Verkehrsbereich in Unterzettlitz

Durch den Vorbescheid gewinnt der Hotelbetreiber quasi Zeit, hat nun vom Grundsatz her die Bauerlaubnis und kann sich damit an das Landratsamt wenden. Der genaue Bauplan kommt noch auf die Tagesordnung einer weiteren Bauausschusssitzung.

In Unterzettlitz gibt es einen konfliktträchtigen Verkehrsbereich. Die Thematik stand mit ein wenig Emotion diskutiert. Hierzu war Günter Kestel von der örtlichen Verkehrswacht eingeladen und erläuterte die Situation: Nur wenige Meter neben der Einmündung von der Straße „An der Schrann“ in den Barbaraweg befindet sich auch die Einmündung vom Stadtweg in die Straße „An der Schrann“. Letztgenannte Einmündung erfolgt allerdings in einem sehr flachen Winkel, weshalb die Verkehrsteilnehmer zum Abbiegen die Geschwindigkeit – es gilt hier Tempo 30 – hier nicht reduzieren müssen. Nun besteht die Krux darin, dass diejenigen Verkehrsteilnehmer, die vom Barbaraweg in Richtung der Straßen „An der Schrann“/Stadtweg fuhren, kaum Sicht haben auf den von dortigen Verkehr.

Um keinen Unfallschwerpunkt zu schaffen, wurde nun inzwischen für einen 15 Meter langen Bereich des Barbarawegs an der beschriebenen Einmündung eine Einbahnstraßenregelung angeordnet. Die Verkehrsteilnehmer können somit nicht mehr vom Barbaraweg aus in Richtung „An der Schrann“/Stadtweg fahren.

Verkehrsschau Anfang August mit einigen Anwohnern

Um auch eventuelle Alternativen zur Einbahnstraßenlösung zu prüfen, fand Anfang August eine zweite Verkehrsschau vor Ort statt, zusammen mit einigen Anwohnern, Vertretern der Verkehrswacht sowie dem Leiter der Polizeistation Bad Staffelstein, Gerald Storath.

Eine der Alternativlösungen wäre beispielsweise ein Stoppschild am Barbaraweg für die von dort in die „Schrann“ fahrenden Verkehrsteilnehmer. In der Bauausschusssitzung sprach sich Bärbel Köcheler (Freie Wähler), selbst in Unterzettlitz wohnhaft, noch einmal für eine Stoppschild-Lösung aus. Die Einbahnstraßenregelung sieht Köcheler vor dem Hintergrund kritisch, dass hierdurch die Verkehrsbelastung im Hutweg noch weiter zunehme. Auch der Verkehr aus dem Georgenring führe schließlich über den Hutweg.

Bei drei Gegenstimmen: Einbahnstraßenregelung bleibt

Günter Kestel von der Verkehrswacht auf den konfliktträchtigen Bereich des Barbarawegs, wo nun durch eine vom Bauausschuss noch einmal per Beschluss bestätigte Einbahnstraßenregelung die Situation entschärfen soll. Foto: Mario Deller

„Das mit der Einbahnstraße ist für mich aus Sicht der Ein- und Ausfahrenden die optimale Lösung“, meinte hingegen Walter Mackert, der ebenfalls in der Verkehrswacht engagiert ist. Bei drei Gegenstimmen beschloss das Gremium am Ende, die Einbahnstraßenregelung auch weiterhin zu belassen.

Damit zwischen dem einbahnstraßenfreien Abschnitt des Barbarawegs und dem Hirtenweg auch größere Fahrzeuge problemlos verkehren können, wird im betreffenden Bereich auf einer Länge von 30 Metern außerdem ein beidseitiges Halteverbot erlassen. Langfristig aber könnte der verkehrstechnisch nicht unproblematische Mündungstrichter umgebaut werden. Zumindest ist das angedacht.

Nussbaum Hirtengasse bleibt

Betreffend einer möglichen künftigen Bebauung auf den freien Arealen in der Hirtengasse in Bad Staffelstein wurden im Bauausschuss nun einstimmig die vom Landratsamt auch nahe gelegte Einbeziehungssatzung erlassen. Die Beteiligung der Öffentlichkeit sowie der Behörden und sonstigen Träger öffentlicher Belange folgt. Der dortige Grünstreifen mit einem prägenden Walnussbaum soll bei einer Bebauung erhalten bleiben. „Das Gesicht der Hirtengasse verändert sich durch diese Satzung nicht zu sehr“, konnte auch Sandra Nossek (Grüne/Sbun) mit dem Konzept leben.
 

mde

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