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BAD STAFFELSTEIN

Bad Staffelstein: Bürgermeister Mario Schönwald vereidigt

Walter Mackert vereidigt als ältester anwesender Stadtrat den neuen Bürgermeister Mario Schönwald. Foto: Markus Drossel

Der feierliche Akt dauerte keine zwei Minuten. Mario Schönwald war, mit der goldglänzenden Amtskette um den Hals, in der Adam-Riese-Halle vor die Stadträte getreten, die sich zu seinen Ehren erhoben. Ihm gegenüber stand Walter Mackert, der älteste anwesende Stadtrat. Stück für Stück las er den kurzen Treueschwur vor, den Mario Schönwald dann zu wiederholen hatte.

Bad Staffelsteins Bürgermeister Mario Schönwald. Foto: Markus Drossel

„Ich schwöre Treue dem Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland und der Verfassung des Freistaates Bayern, Gehorsam den Gesetzen und eine gewissenhafte Erfüllung meiner Amtspflichten, so wahr mit Gott helfe“, gelobte Mario Schönwald (Freie Wähler). Kurz war es still, dann gab es Applaus in der Halle. Nicht nur von den Räten, sondern auch von den gut drei Dutzend Zuschauern auf den Rängen. So viele wie nur ganz selten bei Stadtratssitzungen. Und Mario Schönwald strahlte, als er Mackert die Hand schüttelte.

Zuvor schon hatte der 39-Jährige in seinen einleitenden Worten zu Sitzungsbeginn ein wenig Einblick in sein Gefühlsleben und gegeben. „Die Wahlen sind ‘rum, Gott sei Dank. Es war für mich persönlich eine aufregende und aufreibende Zeit“, sagte er mit ruhiger, fast schon leiser Stimme. „Es ging tatsächlich etwas schneller, als ich gedacht hätte: Am Sonntag vergangener Woche war Wahl, am Dienstag bereits Amtsantritt.“

Im Wahlkampf sei ziemlich kontrovers diskutiert worden. „Ich hatte fast das Gefühl, dass es eine Spaltung im Stadtgebiet gegeben hat. Das habe ich als nicht schön empfunden, ich habe es auch nicht verstanden“, so der Uetzinger. Denn: „Egal, ob die Sandra [Nossek, Grüne/SBUN, Anm. d. Red.] oder der Hans-Josef [Stich, CSU] oder ich: Alle haben wir das gleiche Ziel gehabt, nämlich die Stadt voran zu bringen.“

„Ich bin zwar als Erster Bürgermeister vorne dran, doch ohne euch wird es nicht funktionieren.“
Bürgermeister Mario Schönwald an die Bad Staffelsteiner Stadträte

Zu seiner Person sagte er, dass es durchaus kein Nachteil sein müsse, (kommunal-)politisch noch nicht so erfahren zu sein. Im Gegenteil: Er gehe dadurch nicht mit einer vorgeprägten Einstellung an die Angelegenheiten heran, sondern unvoreingenommen. Der bisherige Bürgermeister Jürgen Kohmann und Hans-Josef Stich, der Zweite Bürgermeister, der im vergangenen Dreivierteljahr amtierte, hätten viele Projekte angeschoben, wofür er ausdrücklich danke.

Der erste Beweis für eine schnelle und effektive Zusammenarbeit

„Es wurde viel Arbeit von ihnen geleistet, nun aber geht es bei etlichen Projekten um die Umsetzung. Ich bin zwar als Erster Bürgermeister vorne dran, doch ohne euch wird es nicht funktionieren“, richtete er sich direkt an seine Stadträte.

Walter Mackert vereidigt als ältester anwesender Stadtrat den neuen Bürgermeister Mario Schönwald. Foto: Markus Drossel

Einen ersten Beweis, dass es schnell und effektiv klappt, wenn man zusammenhält, hatte er bereits vorzuweisen: Dem Rollstuhlfahrer Marc Friedrich aus der Auwaldsiedlung konnte nach einem Ortstermin unbürokratisch geholfen werden (diese Redaktion berichtete). Er hat nun den ersehnten Parkplatz, muss nicht mehr auf der gefährlichen, weil viel befahrenen Umgehungsstraße Äußerer Frankenring parken beziehungsweise ein- und aussteigen. Dies hatte ein Beamter der Polizeistation Bad Staffelstein wohl vorgeschlagen.

Vertreter der Polizei waren nun ebenfalls vor Ort bei der umgehend terminierten Verkehrsschau. „Walter Mackert hatte dank seines geschulten Auges die Fläche vor dem Haus gesehen, die nun Parkplatz wird“, lobte Schönwald den CSU-Rat, der ihn wenige Minuten später vereidigen sollte. „Und so soll es sein: Ich möchte mit euch an einem Strang ziehen. Ich kann nur die Hand reichen und hoffen, dass ihr mir entgegen kommt.“

Meinung:
Es ist Zeit zum Hände reichen
War es schon ein Fingerzeig, dass die Fraktionen sich nun wieder etwas aufeinander zu bewegen wollen? Zumindest war es eine der wenigen Stadtratssitzungen in dieser Legislaturperiode, in der die Fronten nicht verhärtet waren, in der sachlich und konstruktiv diskutiert wurde. Freilich, haarige Themen standen nicht auf der Tagesordnung.

Meinung: Es ist Zeit zum Hände reichen
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Vielleicht war es aber auch der symbolische Akt der Handreichung des neuen Bürgermeisters, der seinen Beitrag zur Gesamtstimmung leistete. Der Freie Wähler schwor die Stadträte auf das Miteinander ein, lobte ausdrücklich seinen CSU-Vorgänger Jürgen Kohmann, den Zweiten Bürgermeister und monatelang amtierenden Rathaus-Chef Hans-Josef Stich (CSU) und auch Walter Mackert (CSU) für ihren Sachverstand, ihren Weitblick und ihre Arbeit zum Wohle der Stadt. Das ist durchaus angebracht, wurde doch in der Vergangenheit viel geleistet. 
Es gilt nun, nach einem zuletzt durchaus emotionalen Wahlkampf, den „Deckel“ drauf zu machen, Gräben zuzuschütten und wieder nach vorne zu schauen. Schönwald hat, ebenso wie seine Stadträte, gelobt, seine Pflichten gewissenhaft zu erfüllen. Dazu gehört auch, in Stadtratssitzungen Parteigrenzen zu vergessen, nicht aber den Respekt voreinander. So wird es gelingen, die richtigen Weichen zum Wohle der Stadt und ihrer Bürger zu stellen.     Markus Drossel

Im Stadtrat kurz notiert

• Der Kostenbeitrag für das Tierheim Stadt und Kreis Lichtenfels hat sich rückwirkend zum Jahreswechsel erhöht, und zwar von 0,54 Euro brutto pro Einwohner auf nunmehr 0,85 Euro. Ausgehend von 10 474 Einwohnern zum Jahreswechsel ergibt sich für die Stadt Bad Staffelstein ein Gesamtbetrag von 8902,90 Euro, ein Plus von 3246,94 Euro. Der Stadtrat stimmte einmütig zu.

• Matthias Fischer und Johannes Gürke wurden vom Stadtrat einstimmig als Kommandanten der Freiwilligen Feuerwehr Grundfeld bestätigt.

• Daniel Grasser und David Hügerich führen die Aktiven der Freiwilligen Feuerwehr Loffeld. Auch sie wurden einstimmig bestätigt.

• Markus Zipfel, Kaider, und Florian Huber, End, befehligen die Aktiven der Freiwilligen Feuerwehr Schwabthal. Ihre Bestätigung erfolgte im Stadtrat einmütig.

• Das Räteinformationssystem und damit die digitale Übermittlung der Dokumente und Pläne wird ab 2022 eingeführt. Auf Nachfrage von Werner Freitag (Grüne/Sbun) wiesen Bürgermeister Schönwald und Wolfgang Hörath, der Geschäftsleitende Beamte, auf einen Informationstermin hin, bei dem alle offenen Fragen und Bedenken geklärt werden sollen. Auch die Sache mit dem Datenschutz und der Haftung, wie Winfried Ernst (FW) erfragte. (mdr)

 

 

 

Von Markus Drossel

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