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DÖRINGSTADT

In Döringststadt ist bunter Osterbrunnen ein Hingucker

In Döringststadt ist bunter Osterbrunnen ein Hingucker
Die Hasenfiguren sind heuer neu. Foto: Monika Schütz

Corona hat vieles verändert: Ausgangsbeschränkungen, Mindestabstand, Hygiene- und andere Vorsorgemaßnahmen sind allgegenwärtig. Manche Tradition ist somit ersatzlos ausgefallen, soll nachgeholt oder in veränderter Form präsentiert werden. Und das Virus macht auch vor den Osterbrunnen nicht halt.

Eine Tradition, die es so wohl nur in den ländlichen Gegenden gibt. Eine Tradition, die jedes Jahr Hunderte von Besuchern ins Frankenland zieht, nur mit dem einen Ziel: bestaunen, was - meist von den örtlichen Gartenbauvereinen und vielen fleißigen Helfern - fantasievoll und liebevoll geschaffen wurde.

„Frohe Ostern“ wünschen die Blumen- und Gartenfreunde

Heuer ist alles anders. Ein schlichtes Körbchen auf einem Brunnen, bepflanzt mit Osterglocken und Primeln, vielleicht eine Schale mit bunten Eiern auf einem anderen oder auch nur der Hinweis, dass das Schmücken 2020 wegen der Umstände nicht stattfinden kann.

Doch wer durch ein schmuckes Dörfchen im Gemeindegebiet Ebensfeld fährt, glaubt, seinen Augen nicht zu trauen: In Döringstadt, in der Mitte der Bischof-Senger-Straße, ist der Dorfbrunnen prächtig geschmückt. „Frohe Ostern“ wünschen hier die Blumen- und Gartenfreunde.

Weiden, die in Vierzehnheiligen geflochten wurden, Baumstämme, die in Häschen-Form zurecht gesägt wurden, Pflanzschalen mit bunten Frühjahrsblühern und unzählige farbige Eier, einzeln aufgehängt oder zu Girlanden verbunden. Der Brunnen in der Ortsmitte ist ein fröhlich machender Hingucker.

Trotz Ausgangsbeschränkung und Mindestabstand: Wie geht das?

Doch wie konnten die Gartenfreunde Döringstadt mit ihrem Vorsitzenden Dirk Zeitler an der Spitze das schaffen? Mindesabstand? Ausgangsbeschränkung seit 21. März um Mitternacht in Bayern?

Möglich gemacht hat es Josefi. Josefi wird am 19. März gefeiert. Nur weil der Namenstag des Heiligen heuer zwei Tage vor Inkrafttreten des Ausnahmenzustandes in Bayern war, hat Döringstadt einen wunderschön geschmückten Osterbrunnen. Denn just an Josefi, so ist es Brauch im Ort, schmücken die Gartenfreunde ihren Brunnen.

In Döringststadt ist bunter Osterbrunnen ein Hingucker
Thomas Klaus, 2. Vorsitzender der DöringstädterBlumen- und Gartenfreunde: Der Osterbrunnen sieht jedes Jahr ein bischenanders aus. Foto: Monika Schütz
Thomas Klaus, 2. Vorsitzender und seine Frau Maria, hatten an diesem Donnerstag also alle Ruhe und Zeit, um den Tradtionsschmuck anzubringen. „Ich kann mich auch nicht erinnern, dass es in den vergangenen 27 Jahren, in denen ich hier wohne, einmal keinen Osterbrunnen gegeben hat“, erzählt Thomas Klaus.

Das Kaffeetrinken und Kuchenessen zum Abschluss muss leider ausfallen

Jedes Jahr ist er anders gestaltet: Heuer ist weniger „Grün“, dafür sind die Hasenfiguren neu. Aus Holz geschnitzt und gesägt und somit viel unempfindlicher gegen Regen, als es die mit Stoff bekleideten Hasen im Vorjahr waren. Sebastian Sommer hatte da die Motorsäge zur Hand genommen, seine Frau Heike, ebenfalls Mitglied im Verein, übernahm die Bepflanzung der vielen Blumenschalen. Nicht mal einen halben Tag haben sie dazu gebraucht.

Die Deko ist seit Jahren in der Jugendbegegnungsstätte eingelagert, wird jedes Jahr ergänzt oder verändert. Bis Ende April bleibt der Brunnen so stehen, bis zwei Wochen nach Ostern also.

Und doch hat sich - wenn auch eine Kleinigkeit - geändert: „Früher haben wir den Abschluss immer mit gemeinsamem Kaffeetrinken und Kuchenessen gefeiert“, erinnert sich Thomas Klaus. Das fällt natürlich heuer weg. Den Abbau werden er und seine Maria wohl alleine übernehmen.

In Döringststadt ist bunter Osterbrunnen ein Hingucker
Thomas Klaus, 2. Vorsitzender der DöringstädterBlumen- und Gartenfreunde: Der Osterbrunnen sieht jedes Jahr ein bischenanders aus. Foto: Monika Schütz

Von Monika Schütz

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