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EBENSFELD

Bernhard Storath bleibt Ebensfelds Bürgermeister

Bernhard Storath (CSU) bei der Stimmabgabe. Foto: Mario Deller

Was für ein Vertrauensbeweis für Amtsinhaber Bernhard Storath: Der Bürgermeister des Marktes Ebensfeld konnte bei der Kommunalwahl am Sonntag 67,8 Prozent der Wählerstimmen auf sich vereinen. Christian Böhmer, der für die Freien Wähler angetreten war, schaffte es auf 21,7 Prozent, der SPD-Kandidat Tobias Engel auf 10,4 Prozent. Die Wahlbeteiligung war hoch: Sie lag bei 70,1 Prozent.

Bernhard Storath (CSU) bei der Stimmabgabe. Foto: Mario Deller

 

 

Es sah von Anfang an nicht nach einer Stichwahl aus. Gegen 18.10 Uhr war online das erste Ergebnis aus dem Wahllokal 11 (Ober/Unterküps), zu lesen. Bernhard Storath holt dort 60,4 Prozent der Stimmen, bei einer Wahlbeteiligung von 82,5 Prozent und immerhin 30,2 Prozent für Christian Böhmer. Im zweiten ausgezählten Bezirk – Prächting, Dittersbrunn und Sträublingshof – brachte es Storath auf 63,7, im Bezirk Ebensfeld 1 (mit Kutzenberg) auf 65,2 Prozent. Auch in Unterneuses und Pferdsfeld, dem Wahlbezirk von Tobias Engel, war Storath mit 71,1 Prozent klar vorne. Der SPD-Kandidat schaffte es dort auf immerhin 13,3 Prozent. Die erste halbe Stunde nach Schließung der Wahllokale stiegen und stiegen die Prozentzahlen für Storath: 69,6 Prozent waren es gegen 18.30 Uhr. Letztlich landete der alte und neue Rathauschef bei 67,8 Prozent.

Insgesamt acht der 19 Wahlbezirke waren Briefwahlbezirke. Während die Wahllokale vor Ort schon ausgezählt waren, dauerten die Ergebnisse von vier Briefwahlbezirken am längsten. Um 18.53 Uhr waren alle Stimmbezirke ausgezählt. „Das Wahlergebnis ist für mich Verpflichtung und Vertrauensbeweis gleichermaßen. Vor allem ist es keine Selbstverständlichkeit, die Wähler hatten doch insgesamt drei Kandidaten zur Auswahl“, sagt Wahlsieger Bernhard Storath im Gespräch mit dieser Redaktion. Den Ausgang der Wahl hatte er im Wohnzimmer mit seiner Familie verfolgt. Die jüngste Tochter Annemarie schrieb die Ergebnisse auf eine Tafel, „so dass wir die Übersicht behielten“. Dementsprechend waren auch die Familienmitglieder die ersten, die ihm gratulierten.

„Das Wahlergebnis ist für mich Verpflichtung und Vertrauensbeweis gleichermaßen. Vor allem ist es keine Selbstverständlichkeit, die Wähler hatten doch insgesamt drei Kandidaten zur Auswahl.“
Bernhard Storath, alter und neuer Bürgermeister

Kurz nach 19 Uhr machte er sich dann auf den Weg ins Rathaus. „Wo wir feiern werden? Wir wissen es noch nicht. Die offizielle Feier wurde aufgrund des Coronavirus abgesagt. Aber gefeiert wird sicher noch etwas.“

Dass er vor sechs Jahren 80,2 Prozent für sich verbuchte und diesmal „nur“ 67,8 Prozent, sieht er gelassen: „Es war ja ein Kandidat mehr. Und je länger man an der Spitze ist, desto schwieriger wird es, die Wähler für sich zu begeistern.“ Storath verspricht: „Ich will versuchen, nach wie vor der Alte zu bleiben. Und das schon morgen, spätestens aber übermorgen.“ Heißt wohl zwischen den Zeilen: Je nachdem, wie ausgelassen die Feier sein würde.

Christian Böhmer (FW): Nicht zu sehr enttäuscht

Christian Böhmer (FW) bei der Stimmabgabe. Foto: Mario Deller

„Es könnte natürlich immer etwas mehr sein, doch liegt das in dem Ergebnis, mit dem Bereich, den ich erwartet hatte. Dementsprechend bin ich nicht zu sehr enttäuscht“, sagt Christian Böhmer, der Kandidat der Freien Wähler, im Gespräch mit dieser Redaktion. Er hatte, aufgrund Corona „mit sehr wenigen anderen“, im Rathaus Ebensfeld das Ergebnis live mitverfolgt. „Ich hätte mir dennoch gewünscht, ein deutlicheres Zeichen setzen zu können. Doch kann man sich immer viel wünschen, die Entscheidung trifft letztlich der Wähler.“ Gefeiert werde trotzdem, ließ Böhmer durchblicken. Seine Hoffnung: Als Gemeinderat für ein wenig Wechsel in Ebensfeld zu sorgen.

Tobias Engel (SPD): Hätte mir ein bisschen mehr erhofft

Tobias Engel (SPD) bei der Stimmabgabe. Foto: Mario Deller

„Ich hatte mir ein kleines bisschen mehr erhofft, auch wenn es schwer ist, gegen einen amtierenden Bürgermeister zu bestehen“, sagt Tobias Engel, der Kandidat der Sozialdemokraten, den diese Redaktion mit sieben Stunden Zeitverschiebung in Malaysia im lange gebuchten Urlaub erreicht. Vom Ergebnis erfuhr er über das Obermain-Tagblatt. „Nun hoffe ich, dass ich in den Gemeinderat komme. Dieses Mandat würde ich gerne annehmen.“ Engel ist Listenführer der SPD. Ob er noch einmal als Bürgermeisterbewerber antreten wird? „Eine solche Entscheidung muss natürlich immer zum Leben passen, aber die Chance, dass ich in sechs Jahren noch einmal antrete, ist nicht gerade klein.“ Am Rande sagt er, dass der Coronavirus dafür sorgt, dass sein Urlaub jäh enden wird: „Wir werden nach Hause geschickt.“

Von Markus Drossel

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