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BAD STAFFELSTEIN

Kahlschlag auf dem Bad Staffelsteiner Friedhof

Kahlschlag: Zwischen den Grabsteinen ragen die Stümpfe der abgesägten Hecken heraus. Foto: Michael Weiß

Der Lärm von Kettensägen und lautes Krachen splitternden Holzes schreckte in dieser Woche die Anwohner der Viktor-von-Scheffel-Straße in Bad Staffelstein auf. Einige Anwohner gingen den Geräuschen nach und stellten empört fest, dass auf dem Friedhof Bäume gefällt und Hecken gerodet wurden. Bis zur Wurzel wurden das Grün gekappt.

„Was soll das? Jeder redet von Umweltschutz und Klimawandel“, wunderte sich der Anwohner Michael Weiß. Ein bekannter Klimaforscher habe in einer Studie herausgefunden, dass 14 000 neue Bäume gepflanzt werden müssten, um den Verlust von sieben alten Bäumen auszugleichen, berichtet er.

Aber der Protest der Anwohner sei zu spät gekommen, da die Arbeiten bereits weit fortgeschritten waren. Großflächig wurden Bäume und Hecken entfernt. „Übrig bleibt nur eine Wüste, hässliche Schneisen und Wurzeln“, kritisiert Weiß. Die Wurzeln könne man nicht emfernen, da dabei die Grabsteine in Mitleidenschaft gezogen würden.

Betroffen sei auch der Lebensraum von Vögel und Insekten, die reichlich Schutz in den Hecken gefunden hatten. „Auch wir Menschen, ganz besonders unsere ältere Generation, erfreute sich an den Bäumen im Sommer, denn sie luden zum Verweilen auf einer Bank ein“, berichtet Weiß.

Auf Nachfrage nach den Gründen der Abholzung habe ihm die Friedhofsverwaltung mitgeteilt, dass sich einige Grabbesitzer beschwert hätten, dass herabfallendes Laub und Schmutz der Bäume und Hecken ihre Gräber verunreinigt hätten, so Weiß. Daher habe die Friedhofsverwaltung handeln müssen.

Wo vorher eine grüne Hecke die Gräberreihen unterteilte, gähnt jetzt eine Lücke. Foto: Michael Weiß
 

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