aktualisiert:

BAD STAFFELSTEIN

Consortium Musicum zum Jahresabschluss in der Killianskirche

Consortium Musicum zum Jahresabschluss in der Killianskirche
Unter Mitwirkung des renommierten Soloposaunisten Nick Caris (re.) erlebte das Publikum ein tolles musikalisches Finale. Foto: Mario Deller

Mit einem buntem Repertoire wusste das „Consortium Musicum“ unter der Leitung von Harry Ries beim Jahresabschlusskonzert der Stadtpfarrkirche Sankt Kilian zu überzeugen. Die gängigen Weihnachtsklassiker, die im Dezember allerorten zu hören waren, haben freilich ihre Berechtigung. „Wir wollen Ihnen heute aber ganz explizit auch außergewöhnliche und selten gespielte Werke zum Vortrag bringen“, betonte Harry Ries einleitend und freute sich, dass zahlreiche Besucher der Einladung zum Konzert gefolgt waren.

Der 72-jährige, geboren im niederländischen Kerkrade, hat die Region am Obermain längst zur zweiten Heimat auserkoren, und bringt dies in Form leidenschaftlichen musikalischen Engagements immer wieder am Obermain zum Ausdruck. Als Soloposaunist beim Symphonieorchester des WDR oder als Dozent für Kammermusik in Maastricht und Aachen hatte er sich einen Namen gemacht.

Von Passion und Faszination

Consortium Musicum zum Jahresabschluss in der Killianskirche
Erfüllten die Stadtpfarrkirche mit frohem Posaunenklang: Harry Ries, Luc Scholtes, Dion Kowalski und Dominique Steins (v. li.). Foto: Mario Deller
Soweit das fachliche Renommee des gebürtigen Niederländers, der den musikalischen Abend mit liebenswertem holländischem Akzent launig moderierte. Was ihn aber vor allem auszeichnet ist die Tatsache, dass – wie auch in der Kilianskirche zu erleben war – seine musikalische Begeisterung in all den Jahrzehnten nicht um einen Deut nachgelassen hat. „Musiker zu sein, das ist eine Berufung, die man nicht beschreiben kann“, lächelte Ries, sprach in diesem Zusammenhang von „Passion“ und „Faszination“. Und das gleiche gilt sicherlich für die drei Posaunisten Dion Kowalski, Luc Scholtes und Dominique Steins, die zusammen mit Ries im Quartett die Stadtpfarrkirche mit wunderschönen Klängen erfüllten.

Kein Unbekannter ist auch der Kerkrader Organist Tjeu Zeijen, der ebenso am Jahresabschlusskonzert mitwirkte. Orgel und Posaune sind zwar eine nicht allzu häufig anzutreffende Kombination, doch die Veranstaltung bot den eindrucksvollen Beweis, dass beide Instrumente sich sehr gut ergänzen.

Ein Requiem zum Auftakt

Consortium Musicum zum Jahresabschluss in der Killianskirche
Auch zwei junge Nachwuchsmusikerinnen brachten sich ein, darunter Brecht Scheuven an der Querflöte. Foto: Mario Deller
Den Auftakt bildeten ein Stück des belgischen Komponisten Flor Peeters sowie ein „Requiem für einen verstorbenen Soldaten“. Weiterhin zu Gehör gebracht wurden das „Bataglia“ des norddeutschen Komponisten Heinrich Issac, ein beschwingtes Saldarella eines unbekannten spanischen Komponisten. Angesprochene Kombination von Orgel und Posaune komponierte bereits der Venezianer Giovanni Gabrieli im 16. Jahrhundert. Bei der dem Publikum präsentierten frühbarocken Canzone (Festmusik) aus der Feder Gabrielis bildete die Orgel die vier Ober-, das Posaunenquartett die vier Unterstimmen.

Eine besondere Überraschung zum Abschluss

Als besondere Überraschung beschritt schließend als gelungenes Finale des Konzertabends Nick Caris, der am berühmtem Marine-Blasorchester in Rotterdam spielt, die Bühne und sorgte für Gänsehautgefühl. Anschließend verabschiedeten alle fünf Posaunisten als Krönung gemeinsam musikalisch die Zuhörer. Das Publikum genoss diesen besonderen Abend im Zeichen edler Klänge.

Neben Posaunenspielern und Organist darf auch der Nachwuchs nicht vergessen werden, der sich beim Jahresabschlusskonzert ebenso einbrachte: Die beiden Mädchen Baukje an der Violine und Brecht an der Querflöte spielten einige weihnachtliche Weisen wie „Ihr Kinderlein kommet“. Auch ihnen galt der abschließende Applaus des Publikums. Pfarrer Georg Birkel sprach am Ende einen Segen aus.

Von Mario Deller

Weitere Artikel