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Zauberhaft besinnlich: Adventskonzert in Vierzehnheiligen

Zauberhaft besinnlich: Adventskonzert in Vierzehnheiligen
Ein stimmungsvolles Konzert gab der Gesangverein Roth am vierten Advent in der Wallfahrtsbasilika Vierzehnheiligen. Foto: Gerd Klemenz

Zugunsten des erweiterten Geläuts der Wallfahrtsbasilika fand am vierten Advent in Vierzehnheiligen ein Konzert statt. „Dass kurz vor Weihnachten noch so viele Leute zu diesem Konzert in die Basilika kommen, finde ich schön. Es zeigt, dass es noch etwas anderes gibt, als bis zuletzt an Weihnachten herumzuhetzen. Ich wünsche, dass die Musik unsere Herzen anrührt und uns auf Weihnachten vorbereitet“, so Pater Heribert in der Begrüßung.

Es folgte eine besinnliche Stunde als Einstimmung auf das Weihnachtsfest, wie man sie nicht oft erlebt. Schon die Atmosphäre brachte die etwa 300 Besucher in eine schöne Adventsstimmung. Der Gesangverein Roth unter der Leitung von Brigitte Wolf verzauberte mit Adventsliedern sowie besinnlichen Texten, vorgetragen von Doris Pöhner und Martina Musmann-Jäger, die von einem Weihnachtsfest ohne Stress träumen ließen.

Die Sehnsucht nach einem Brechen der Dunkelheit

Mit den dargebotenen Liedern trafen die 21 Sängerinnen und Sänger voll ins Schwarze. Zu Beginn wurde der Wunsch nach einer besseren Welt mit „Ein Licht für den Frieden“ vertieft. Einen erwärmenden Text bot der Chorsatz „Menschen tragen Licht ins Dunkel“ von Lorenz Maierhofer. In dem von ruhigen Tönen getragenen Lied wurde mit einem Crescendo, das sich zu einem fulminanten Klang ausweitete, die Sehnsucht nach einem Brechen der Dunkelheit vermittelt.

Nach „Weihnachten in den Bergen“ folgte „Das schönste Geschenk“ von Manfred Bühler. „Es kommt ein Schiff geladen“ ein adventlicher Choral, der zu den ältesten deutschsprachigen geistlichen Gesängen gehört, setzte das Programm fort. „Die stillste Zeit“ besang der Rother Chor im Anschluss. Getragen von schön tönenden Bassstimmen, wurde das Lied in schöne Melodienbögen eingebettet. Etwas weihnachtlicher ging es bei „Ihr Hirten erwacht“ zu, bei dem der Chor sein schönes Klangvolumen zur Geltung brachte.

„Herbergssuche“ beschreibt fehlendes Mitleid mit Fremden

Schon bei diesem Mittelteil des Konzertes wurde dem Musikliebhaber klar, dass der Chor schlichte und teils einfache Tongebungen wunderbar umzusetzen versteht. Hier hatte die Chorleiterin hervorragende Arbeit mit den Sängern geleistet.

Zauberhaft besinnlich: Adventskonzert in Vierzehnheiligen
Ein Krippenspiel am Gnadenort: Brigitte Wolf (als Maria) und Ernst Mahr (als Josef) machten sich gesanglich auf Herbergssuche. Foto: Gerd Klemenz

Brigitte Wolf, Ernst Mahr, Georg Helm, Georg Beuschel und Stefan Mahr trugen die „Herbergssuche“ von August Hartmann (1846-1917) und der Melodie nach H. Abele vor. Hierbei machten sich Brigitte Wolf (als Maria) und Ernst Mahr (als Josef) musikalisch auf Herbergssuche. Das Lied beschrieb das fehlende Mitgefühl mit Fremden.

Eines der auch international populärsten Weihnachtslieder

Eines der bekanntesten Adventslieder ist sicherlich „Maria durch ein Dornwald ging“, das nun folgte. In den Jahren der NS-Herrschaft trat die Rezeption merklich zurück, umso mehr setzte sich das Lied dann nach 1945 allgemein durch und wurde eines der populärsten Weihnachtslieder. Als solches wird es inzwischen auch international rezipiert.

Das neue „hitverdächtige“ Chorlied zum Advent, „Im Dunkel naht die Weihnacht“ von Lorenz Maierhofer, ist berührend, volksliedhaft und modern zugleich. Es führte Singende und Zuhörer mit Nachdenklichkeit und doch hoffnungsfroh berührend auf stille Pfade der Zuversicht. Mit dem Chorsatz „Licht in der Nacht“ unterstrichen die Aktiven ihr Können.

Fränkische Mundart mit „Etz is nimma weit“

„Der kleine Trommeljunge“ von Manfred Bühler und Ingeborg Bürklen durften natürlich auch nicht fehlen. Nach „Auf, auf, ihr lieben Schäfer“ ging es mit dem chilenischen Lied „Senora Dona Maria“ weiter. Ein Klangerlebnis waren hierbei die solistische Einleitung der Chorleiterin Brigitte Wolf sowie der ganze Chorsatz. Einen echten Bezug zur Christrose hatte die Vertonung des Weihnachtslieds „Es blüht eine Rose zur Weihnachtszeit“ von Robert Stolz (1880-1975). Eine gewisse Lockerheit bot zum Schluss das in fränkischer Mundart dargebrachte vorweihnachtliche Lied „Etz is nimma weit“, von Manfred Meier aus Erlangen.

Pater Heribert sprach dem Gesangverein Roth ein dickes Komplement für das ergreifende Konzert mit dem mutigen Krippenspiel aus. Mit jeder Menge Applaus dankten die Zuhörer den Sängern für dieses besondere Konzerterlebnis, und nach dem gemeinsamen Lied „Macht hoch die Tür“ verließen alle die Basilika. Am Ende überreichte der Gesangverein 338,83 Euro zugunsten der neuen Glocken.

Von Gerd Klemenz

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