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BAD STAFFELSTEIN

„Thermentod“: Helmut Vorndran liest in der Obermain Therme

„Thermentod“: Helmut Vorndran liest in der Obermain Therme
Sieht aus wie Zement: Landrat Christian Meißner (li.) und Kreisbrandrat Timm Vogler rühren frisches Fango an, von dem jeder Besucher am Ende der Lesung eine Probe erhielt. Foto: Gerda Völk

Eigentlich sollte nach der dritten Folge der „Thermentod“-Reihe Schluss sein. Aber dann ließ sich der fränkische Krimi-Autor Helmut Vorndran doch noch überreden, einen vierten Teil zu schreiben. „Auf fast jeder zweiten Lesung bin ich angesprochen worden, warum der vergriffene erste Band nicht mehr zu haben ist“, konkretisiert der Autor. Vor diesem Hintergrund ist gemeinsam mit der Obermain Therme die Idee entstanden, noch einen vierten Band zu schreiben und diesen gemeinsam mit den vorangegangenen Krimis in einen Sammelband zusammenzufassen.

Nach dem Krimi „Horoskop“, „Der Fall Buddha“, „Just Married“ ist also jetzt mit „Diamantwasser“ die vierte Folge erschienen. Auch für diesen Band gilt die Vorgabe, das kein Blut fließt, keine Polizei erscheint und keine Leiche öffentlich zu sehen ist. Die Idee zur Krimiserie geht übrigens auf Marketingleiterin Diana Geißendörfer zurück.

Großer Andrang: Einlass-Stopp schon um 18 Uhr

Die Vorstellung des Sammelbandes wird am Freitag mit einer großen Krimi-Nacht, umfangreichem Rahmenprogramm und verschiedenen Event-Aufgüssen gefeiert. Der Ansturm ist dermaßen groß, dass gegen 18 Uhr mangels offener Schließfächer sogar ein Einlass-Stopp verfügt werden muss.

„Welche Therme hat schon einen vierbändigen Krimi?“, fragt Landrat Christian Meißner. Auf die Frage, was denn die Highlights des vierten Bands sind, erklärt Meißner: „Am meisten Spaß hat mir die Degradierung des Thermenchefs Hans-Josef Schnitt, verwitweter Zickwitz, gemacht.“ Weil man aber ein kommunales Unternehmen ist, hat man Schnitt eine andere Position zugewiesen, erfährt der Leser im Grußwort des Landrats auf einer der letzten Seiten.

„Am meisten Spaß hat mir die Degradierung des Thermenchefs Hans-Josef Schnitt, verwitweter Zickwitz, gemacht.“
Christian Meißner, Landrat

„Ich darf jetzt als Vorturner die Aqua-Diamant-Gymnastik leiten“, erklärt der reale Werkleiter der Therme, Hans-Josef Stich, etwas zerknirscht. Stich, der bald sein 15-jähriges „Betriebsjubiläum“ feiern kann, freut sich auch darüber, dass seine Figur die gesamte Mordreihe überleben darf. Der fränkische Autor Vorndran gibt zu bedenken, dass es viele Charaktere im „Thermentod“ gibt, die das Schicksal weitaus schwerer getroffen hat. Neben Stich kommen auch weitere „reale“ Mitarbeiter in den Handlungen der Krimis vor. Das ist durchaus gewollt. „Unsere Besucher bekommen damit mit, dass es auch ein Leben hinter den Kulissen der Therme gibt“, erklärt Meißner.

Im Laufe des Abends liest Helmut Vondran in der „Sauna der Stille“ zweimal aus seinem Sammelband „Thermentod“ vor. „Dabei bin ich gar kein Saunagänger“, gesteht Vorndran. Obwohl er ausgesprochen gerne die Obermain Therme besucht. „Da habe ich die besten Ideen“, sagt er.

Das Konzept ist nicht auf Spannung aufgebaut

„Thermentod“: Helmut Vorndran liest in der Obermain Therme
Krimiautor Helmut Vorndran las in der „Sauna der Stille“ aus seinem neuen Sammelband der Reihe „Thermentod“ vor. Foto: Gerda Völk

Wer die Krimis aus Helmut Vorndrans Feder kennt, weiß, dass sie nicht nach dem üblichen Muster gestrickt sind. Das Konzept ist nicht auf Spannung aufgebaut. Es gibt keinen Ermittler und letztlich auch keine (sichtbare) Leiche und kein großes Polizeiaufgebot. Allein der Autor weiß, wo die vom jeweiligen Mörder beseitigten Leichen liegen, und am Ende natürlich auch die Leser des Krimis.

Der vierte Teil „Diamantwasser“ der Thermentod-Reihe entwickelt sich auf rund 80 Seiten, am Ende gibt es noch eine Leiche, die natürlich unauffällig im Getriebe des Thermenbetriebs verschwindet. So wie alle vorangegangenen auch. Mehr sei auch diesmal nicht verraten. Nur so viel, dass zum ersten Mal auch ein Hund eine Rolle spielt.

Während Helmut Vondran höchst schweißtreibend einige Kapitel aus „Diamantwasser“ vorliest, machen sich vor dem Saunagebäude drei in weiße Bademäntel gekleidete Männer ans Werk. Mit einer Art überdimensioniertem Rührwerk rühren sie eigens für die Kriminacht eine Fangopackung an, die jeder Besucher beim Verlassen der Sauna erhält. Ein echtes Naturprodukt, wie versichert wird.

Erhältlich ist der Sammelband zur „Thermentod“-Reihe im Buchhandel und der Obermain Therme sowie in deren Online-Shop. Weitere Infos: Obermain Therme Bad Staffelstein, Tel. (09573) 9619-0, E-Mail: service@obermaintherme.de und auf der Homepage.

Von Gerda Völk

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