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BAD STAFFELSTEIN / KIRCHSCHLETTEN

An Krebs erkrankte Frauen sammeln in Kirchschletten Kraft

An krebserkrankte Frauen sammeln in Kirchschletten Kraft
Ein freudiges und besinnliches Wochenende erlebten die Mitglieder derSelbsthilfegruppen für an Krebs erkrankte Frauen Bad Staffelstein undKulmbach in der Abtei Maria Frieden in Kirchschletten bei Zapfendorf. Mit imBild Äbtissin Mutter Mechthild Thürmer. Foto: Rainer Glissnik

Die freudvolle, gelöste Stimmung am Ende der drei gemeinsamen Tage der Selbsthilfegruppen für an Krebs erkrankte Frauen aus Bad Staffelstein und Kulmbach war greifbar. Alle Teilnehmerinnen gingen gestärkt und voller Begeisterung nach Hause in den Alltag zurück. Die Abtei Maria Frieden in Kirchschletten (Zapfendorf) bot ihnen einen faszinierenden, wohltuenden Rahmen.

„Egal ob die Leute katholisch, evangelisch, Muslime oder Ungetauft sind: Wir fragen nie“, betont Äbtissin Mutter Mechthild Thürmer von der Abtei Maria Frieden. „Jeder und jede ist herzlich willkommen, der etwas sucht. Sie können immer am Chorgebet teilnehmen, nur bei Übernachtungen ist eine Anmeldung notwendig. Jetzt am Wochenende war beispielsweise jedes Zimmer belegt.“ „Bei Benediktinern ist die Gastfreundschaft immer groß geschrieben“, erläutert die Äbtissin. Bei den Schwestern gibt es eine Regel: Gott im Gast finden, im Mitbruder und in der Mitschwester. Sie verwies auf den Heiligen Martin, der in der Nacht träumte, den Mantel den er geteilt hatte habe er Jesus gegeben.

Oder bei der Heiligen Elisabeth: Was du den kranken Gutes getan hast, das hast du für Jesus getan. „Wir arbeiten schon ganz lange mit der Kulmbacher Selbsthilfegruppe zusammen“, erklärte Elisabeth Espach von der Bad Staffelsteiner Selbsthilfegruppe „Balance“ für an Krebs erkrankte Frauen. Regelmäßig werden die jeweiligen Programme ausgetauscht und Referenten empfohlen. Die Frauen beider Gruppen freuen sich auf die gemeinsamen Veranstaltungen.

„Es ist ein lustiger Haufen und die Leute wollen einfach das Leben genießen.“
Elisabeth Espach, Selbsthilfegruppe „Balance“

„Es ist ein lustiger Haufen und die Leute wollen einfach das Leben genießen“, machte Elisabeth Espach deutlich. Freude haben, gemeinsam stark werden. „Oh, lass es uns gut gehen“, war das Motto des diesjährigen Wochenendes.

An krebserkrankte Frauen sammeln in Kirchschletten Kraft
Besucher sind den Benediktinerinnen bei ihren Gebetszeiten – wie hier beider Mittagshore – willkommen. Foto: Rainer Glissnik

In den Gruppen bei den monatlichen Treffen sind auch Frauen dabei, denen es während der Behandlung nicht gut geht. Diese kommen zu den Wochenenden nicht mit, einfach weil sie es körperlich nicht schaffen würden. Sie werden aber von der Gruppe bei den Treffen zu Hause unterstützt. Beim Wochenende waren Frauen dabei, welche die Therapie schon eine zeitlang hinter sich haben und versuchen, wieder auf die Beine zu kommen. Ihr Motto: „Das Leben wieder mit anderen Augen zu sehen.“

Die stellvertretende Vorsitzende der Staffelsteiner Angelika Brückner hatte im Seminarraum die Mitte mit einer herbstlichen Dekoration geschmückt. Es lagen verschiedene besinnliche Karten mit Sprüchen und Texten aus. Jede Teilnehmerin suchte eine aus und erläuterte, warum sie gerade von „ihrer“ Karte angesprochen wurde.

Stationen, die Impulse geben

Schnell waren alte Kontakte wieder lebendig und auch die „Neuen“ waren mitten in der Gruppe dabei. Gemeinsam wurden Lieder gesungen, welche die Gruppe in den folgenden Tagen begleiteten. An der Abtei Maria Frieden führt der fränkische Jakobsweg vorbei. Bei herrlichem Herbstwetter liefen die Frauen gemeinsam mit Ann-Kathrin Eisenbarth-Goletz diesen Weg ein Stück weit. Unterwegs gab es fünf Stationen, die Impulse gaben. In Oberlauterbach ging es in die Kirche. Die Mesnerin führte durch das Gotteshaus. Pastoralreferentin Ann-Kathrin Eisenbarth-Goletz gestaltete dort auch eine Andacht mit Segnung.

Gemeinsam ein Natur-Deo erstellt

Nachmittags gab es Kneippsche Anwendungen. Ann-Kathrin Eisenbarth-Goletz brachte Eimer und Bottiche mit und erzählte viel über Pfarrer Kneipp und seine Anwendungen.

Margit Schreppel ging auf Märchen ein, und das deren Inhalte oft tiefe Bedeutung besitzen. Mit dem Märchen vom König und dem Flickschuster erzeugte sie eine ganz eigene Stimmung. Der Sonntag begann mit einem Feldenkrais mit Marguet Voigt. Hier ging es um kleine, sanfte Bewegungen, um in sich hineinzuspüren.

Nadine Bayer zeigte der Gruppe wie man ein Naturdeo herstellt. Die Wirkung ist gut und es kostet nur ein paar Cent. Vor allem hat es kein Aluminium. Der Geruch kann je nach Menge und Art des verwendeten ätherischen Öls am persönlichen Geschmack ausgerichtet werden. Zum Schluss hatten die Teilnehmerinnen auf dem Rücken ein leeres Plakat kleben, auf das jede der anderen Teilnehmerinnen ihr etwas Schönes schrieb. „Wir hatten die ganze Zeit eine eindrucksvolle Stimmung“, freute sich die Leiterin der Kulmbacher Selbsthilfegruppe Liane Wack. „Wir Kulmbacher und die Staffelsteiner kommen sehr gerne in die Abtei Maria Frieden und untereinander treffen wir uns auch ganz gern.“ Hier im Kloster schätzt sie die besondere Atmosphäre, das Wegsein vom Alltag, auch das gute Essen und die schönen Räume. „Und Mutter Mechthild ist einfach super.“

Infos über das Kloster und Aufenthalte dort: www.abtei-maria-frieden.de

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