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BAD STAFFELSTEIN

Leckeres aus der Region beim Staffelsteiner Streuobstmarkt

"Tomaten-Fraa" Helga Dressel hatte auch etwas Hochprozentigesdabei: scharfer Apfel. Foto: Monika Schütz

Äpfeln, Birnen, Nüsse, Kartoffeln, Kürbisse, Honig, Obstbrände, Fruchtaufstriche und Säfte: Ein Fest für alle Sinne war der Streuobstmarkt am Sonntag in Bad Staffelstein. Geboten wurde allerdings noch einiges mehr. Im Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) hatten einige Hauswirtschafterinnen „schon mal was vorbereitet“. An drei Stationen innerhalb des Gebäudes in der Lichtenfelser Straße konnten die Besucher viel entdecken.

All das frisstund säuft eine Stallkuh am Tag, demonstriert Carolin Kohles, Hauswirtschafterin des Amts für Landwirtschaft. Foto: Monika Schütz

Rund um die Milch war die erste Ausstellung betitelt. Erstaunlich, was eine Stall-Kuh täglich frisst und säuft um durchschnittlich 25 Liter Milch zu produzieren. Es sind nicht weniger als 80 Liter Wasser, dargestellt mit Wasserkästen, dazu mehr als 60 Kilo Silage und Heu, erklärte Carolin Kohles. Sie war mit im Team „Backen in der Lehr-Küche“. Pfannkuchenbacken lautete die Aktion am Marktsonntag. Dazu gehören auch Eier und Mehl, Station Nummer zwei und drei der Ausstellung.

Bei Äpfeln ist dierichtige Lagerung das A und O, erklärt Frank Schelhorn (3. v. li.) bei der Obstausstellung im Amt für Landwirtschaft. Foto: Monika Schütz

Eier von verschiedenem Geflügel waren im Obergeschoss ausgestellt, dazu viele Informationen über Verwendung, Inhalts- und Nährstoffe und was auf einer Eierschachtel alles beschrieben sein muss. Bei der Station „Mehl“ konnte man sich anhand einer kleinen Flockenpresse selbst davon überzeugen, wie aus einem Getreidekorn das Mehl wird. Zuvor jedoch galt es, die ausgelegten Getreidekörner zu bestimmen: was ist gleich nochmal Emmer, Dinkel, Roggen, Hafer und Co.? Christine Reiniger vom Landwirtschaftsamt gab gerne fachkundig Auskunft.

„Von Juli bis Juli frische, eigene Äpfel – die richtige Lagerung machts möglich.“
Frank Schelhorn, Pomologe

Ein Anziehungspunkt für viele Besucher war die Apfelausstellung mit der Möglichkeit zur Bestimmung von Frank Schelhorn. Der Pomologe war kurzfristig für den erkrankten Ewald Truckenbrodt eingesprungen und hatte Früchte von 40 eigenen Apfelsorten mitgebracht. Doch nicht nur die wollten sich die Besucher ansehen. Höchst interessiert zeigten sie sich für die fachgerechte Lagerung des Obstes, auf was man beim Pflanzen von jungen Bäumchen achten muss und wie man korrekt einen Erziehungsschnitt an den Bäunen macht. Dazu lagen auch die verschiedensten Broschüren aus, die gerne mitgenommen wurden.

Das alles muss auf einer Milch-Packung stehen, erfuhren die Besucher im Amt für Landwirtschaft. Foto: Monika Schütz

Interessant: noch vor gut 50 Jahren (Stichjahr 1965) gab es 20 Millionen Streuobstbäume. Aktuell liegt die Zahl bei nur noch knapp sechs Millionen Bäumen. Das ist schade, denn mit der richtigen Auswahl an Sorten und der richtigen Lagerung hat man das ganze Jahr über sein Obst. „Von Juli bis Juli frische, eigene Äpfel“, erklärte Frank Schelhorn. Beginnend mit den Kornäpfeln, die zur Zeit der Kornernten reif sind, bis hin zu den Lageräpfeln, die erst im Spätwinter oder Frühjahr süß und saftig schmecken. Richtige Lagerung heißt: bei 70 bis 80 Prozent Luftfeuchtigkeit, dunkel und bei einer Temperatur von cira fünf bis 10 Grad Celsius.

Reges Treiben herrschte währenddessen in der Bärengasse. Auch wenn es in diesem Jahr vier Aussteller weniger waren, war doch die Auswahl an Produkten sehr vielfältig. Immer Kundschaft war am Stand der „Tomaten-Fraa“. Kein Wunder, die Grundfelder Direktvermarkterin hatte wieder Allerlei aus Tomaten dabei: dazu präsentierte sie ihren scharfen Apfel, den „Scharpfel“, einen Apfelweinbrand mit Chili. Begehrt waren auch die „Fränkischen Oliven“, die natürlich keine sind, sondern nur im Volksmund so heißen. Tomaten-Fraa Helga Dressel lacht und lässt gerne verkosten: es dreht sich um köstlich eingelegte Salz-Schlehen.

Wie der blaue Gin plötzlich lila wird

Aus Blau Lila: Der Gin von Holger Scholz ändert die Farbe, wenn manTonic zugibt. Foto: Monika Schütz

Eine große Auswahl an Aronia-Erzeugnissen hatte der Neuseses Holger Schulz dabei. Seine 15 Sträucher, allesamt rund 2.50 Meter hoch, lieferten den Grundstoff für Tee, Saft, Schnaps und Likör. Er schmunzelt, als er seine neueste Kreation vorstellt: sein Blue-Gin (Eigenproduktion) ändert die ursprünglich blaue Farbe, wenn man Tonic dazu gibt: aus dem blau wird lila. Für viele seiner Spirituosen hat der Direktvermarkter aus dem Coburger Land Silber- und Goldmedaillen bekommen – das gefiel der Kundschaft. Holger Schulz aus Neuses an den Eichen wird auch am Weihnachtsmarkt in Banz in der Kutschenhalle vertreten sein.

 

Von Monika Schütz

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