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DITTERSBRUNN

Indischer Erzbischof Menamparampil predigt auf dem Ansberg

Indischer Erzbischof Menamparampil predigt auf dem Ansberg
Hoher Besuch auf dem Hoher Besuch auf dem Ansberg: Erzbischof Thomas Menamparampil SDB aus Indien kommt zu einem Gottesdienst. Foto: Friedrich Stark

Dieser 23. Oktober wird ein Tag für die Geschichtsbücher der pittoresken Sankt-Vitus-Kapelle auf dem Ansberg, da ist sich Mesner Stefan Batz sicher. „Es wird wohl das erste und das letzte Mal sein, dass wir so hohen und besonderen Besuch in unserem kleinen Gotteshaus begrüßen können“, freut er sich. Auf Einladung des Kleukheimer Pfarrers Udo Zettelmaier hält der indische Erzbischof em. Thomas Menamparampil SDB aus der Erzdiözese Guwahati an besagtem Mittwoch ab 19 Uhr eine Messe auf dem Berg, der schon Victor von Scheffel ins Schwärmen brachte. Und der hohe Gast hat eine Mission: Er will Verständnis wecken.

Bei schönem Wetter wird im Außenbereich bestuhlt

130 Plätze zählt „Sankt Vitus“. Das dürfte eng werden bei diesem besonderen Geistlichen, der sogar schon für den Friedensnobelpreis vorgeschlagen wurde. „Wir hoffen auf schönes Wetter“, nimmt es Batz gelassen. „Dann stellen wir inmitten des größten geschlossenen Lindenkranzes Europas Garnituren auf und übertragen den Gottesdienst nach draußen, so wie wir es jedes Jahr beim Veitsbergfest machen.“

Doch wie kommt ein kleines Dorf wie Dittersbrunn zu so hohen Ehren? „Unser beliebter Pfarrer Zettelmaier sich seit vielen Jahren für das katholische Hilfswerk Missio. So kam der Kontakt zum indischen Salesianer-Bischof zustande“, erklärt Batz. Da Thomas Menamparampil kein deutsch spricht und wohl nur die wenigsten Gottesdienstbesucher hindi, bengali oder urdu beherrschen dürften, ist ein Dolmetscher vor Ort, der die Botschaften des indischen Geistlichen übersetzt. Eine von Menamparampils Aussagen: „Auch die Krieger wollen Frieden. Unser Beitrag ist es, ein Klima des Dialogs zu schaffen.“

Informationen über das Leben und Arbeiten in Nordost-Indien

Der Gottesdienst auf dem Ansberg ist quasi die Eröffnung des Weltmissions-Sonntags, und Nordost-Indien, wo auch Guwahati liegt, das Beispiel-Land der diesjährigen Missio-Kampagne. Der Landesteil ist nur durch einen schmalen Korridor mit dem mehrheitlich hinduistischen Indien verbunden. Im Norden grenzt es an das atheistisch orientierte China, im Osten an das buddhistische Burma, im Süden an das muslimische Bangadesh. Besonders unter den Eingeborenen-Stämmen Nordost-Indiens gibt es viele Christen, die laut Menamparampil zum Teil unter der Benachteiligung durch die hinduistische „Quasi-Staats-Religion”, aber auch unter internen Auseinandersetzungen leiden.

Der Erzbischof hat sich schon häufig als Friedensstifter und Kulturbringer ausgezeichnet. „Wir freuen uns sehr, dass er sich nach dem Gottesdienst auf dem Ansberg Zeit für Gespräche nehmen wird, bei denen die Interessenten viele Informationen bekommen“, sagt Stefan Batz. Dafür geht es dann in den Gasthof „Veitsberg“ der Familie Hagel nach Dittersbrunn. Selbstverständlich ist dann der Dolmetscher weiterhin vor Ort.

Die Zufahrt zur Veitskapelle ist an diesem Tag frei

Normalerweise ist eine Zufahrt zur Sankt-Veits-Kapelle auf dem Ansberg mit dem Auto streng untersagt. Für den Mittwoch, 23. Oktober, gilt eine Ausnahmegenehmigung.

Von Martina Drossel

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