aktualisiert:

ALTENBANZ / BANZ

Christian Montag ist neuer Pfarrvikar für Banz und Altenbanz

Christian Montag ist neuer Pfarrvikar für Banz und Altenbanz
Aufbruchsstimmung: Der neuer PfarrvikarChristian Montag vor der Kirche in Altenbanz. Foto: Mario Deller

Eine Ära sind die 42 Jahre, in denen Hans-Werner Alt als Pfarrer von Altenbanz und Banz wirkte. Man kann getrost von großen Fußstapfen sprechen, in die sein Nachfolger tritt. Er war noch nicht einmal geboren war, als sein Vorgänger seine Tätigkeit als Seelsorger am Obermain antrat. Christian Montag ist der neue Pfarrvikar von Altenbanz und Banz. Der 36-Jährige strahlt Zuversicht und Elan aus, freut sich auf die Herausforderung.

Bis die restlichen Renovierungsarbeiten am Pfarrhaus in Altenbanz, dem künftigen Domizil Montags abgeschlossen sein werden, wohnt der Pfarrvikar übergangsweise in Bad Staffelstein. Aber „angekommen“ ist er jetzt schon, wie er betont: „Ich bin sehr gut aufgenommen worden.“

Vor der Lebensleistung seines Vorgängers Hans-Werner Alt zieht Montag den Hut: „Ich wünsche ihm für seinen Ruhestand alles Gute und, dass er ihn genießen kann“. Der vergangene Sonntag stellte quasi so etwas wie die Übergabe des Staffelstabs dar. Im Rahmen der 300-Jahr-Feier der Banzer Stiftskirche wurde Hans-Werner Alt verabschiedet, gleichzeitig war die feierliche Messe der erste Gottesdienst, bei dem der neue Pfarrvikar mitwirkte.

„Mein Bild von Kirche ist, dass wir ein Bau aus lebendigen Steinen sind.“
Christian Montag, Pfarrvikar

„Zusammen mit ihnen möchte ich mich auf diesen Weg machen, ein Seelsorger und Wegbegleiter für Sie sein“, heißt es in den Worten Montags an die Gläubigen im jüngsten Pfarrbrief. Er versteht sich als Teamplayer, unterstreicht den Wir-Gedanken bei Vorhaben, Prozessen, der Umsetzung neuer Ideen. „Mein Bild von Kirche ist, dass wir ein Bau aus lebendigen Steinen sind“, so Montag. Gott habe jedem Talente und Fähigkeiten mitgegeben.

Er lade die Gläubigen ein, sich in der Kirchengemeinde, jeder auf seine Art und Weise, einzubringen. Sein Verständnis von einer lebendigen Kirchengemeinde spiegele sich, so Montag im Gespräch, wider im bekannten afrikanischen Sprichwort: „Wenn viele Leute an vielen kleinen Orten viele kleine Schritte tun, werden sie das Gesicht der Welt verändern.“ Und so werden etwa bei der Umsetzung des neuen Projekts „Familiengottesdienst“ in Altenbanz möglichst viele ins Boot geholt. 18 Mitwirkende wurden schon gewonnen.

Neues Angebot des „Schnupperministrierens“

Alle Generationen von Jung bis alt sind Montag zufolge als Architekten der Kirchengemeinde gleich wichtig. Vor diesem Hintergrund werde nun auch ein „Schnupperministrieren“ angeboten, am 24. November ist dann eine Ministranteneinführung geplant.

Christian Montag wurde 1983 in Kirchaich geboren und wuchs mit zwei Brüdern auf einem Bauernhof auf. „Genau, das ist das Dorf, wo auch die Dorfrocker herkommen“, schmunzelt der Geistliche. Christian Montag wirkt authentisch, als Mensch wie du und ich, als er seinen bisherigen Lebensweg Revue passieren lässt.

Christian Montag ist neuer Pfarrvikar für Banz und Altenbanz
Ein bewegendes Erlebnis war der Abschiedsgottesdienst für Christian Montag in Kulmbach. Foto: Petra Sprinzl

Wenngleich er nach der Mittleren Reife zunächst den Beruf des Industriekaufmanns erlernte, reifte in ihm – schon damals engagiert als Ministrant – der Wunsch, einmal Priester zu werden. „Nur im Büro sitzen, das war einfach nichts für mich“, habe er schnell erkannt und so orientierte er sich nach seiner Zivildienstzeit in einem Pflegeheim beruflich um.

Montag erinnert sich voller Dankbarkeit an den früheren Pfarrer seiner unterfränkischen Heimat, Ewald Thoma: „Er war für mich ein wertvoller geistiger Begleiter, als meine Oma starb. Ohne ihn wäre ich heute nicht Priester“.

Bis es soweit war, dass Christian Montag das Wort Gottes verkünden durfte, lag aber ein „langer und manchmal auch steiniger Weg“ vor ihm. Nachdem er an der Berufsoberschule das Fachabitur nachgeholt hatte, legte er mit dem Studium der Religionspädagogik in Eichstätt die Basis, um Theologie zu studieren. Den Abschluss machte er in Würzburg in 2013. Anschließend wirkte Montag als Pastoralreferent und Diakon in Hallstadt. Die Diakonweihe folgte 2014, ein Jahr später die Priesterweihe in Bamberg – passenderweise am Gedenktag des Heiligen Vinzenz von Paul, der einmal einen Spruch getätigt haben soll, der auch sein Verständnis ausdrücke, so Montag: „Gott lieben heißt für die Mitmenschen schwitzen“.

„Heute bin ich dankbar, dass ich nicht aufgegeben habe auf dem Weg zur Priesterberuf, sondern immer mein Ziel verfolgt habe. Ohne meine Glauben hätte ich das nicht geschafft“, bilanziert er. Nach weiteren Stationen als Kaplan in Erlangen-Büchenbach sowie Kulmbach geht er nun voller Tatendrang seine neue Aufgabe an.

Auch wenn sich seine Tätigkeitsbezeichnung „Pfarrvikar“ nennt, sei er für die Menschen in Altenbanz und Banz jetzt der Pfarrer, meint er. Im Zuge der kirchlichen Neustrukturierung gibt es eben einen leitenden Pfarrer, in diesem Fall Pfarrer Georg Birkel. Doch Montag ist vor Ort der Seelsorger. Für Altenbanz und Banz obliegt Pfarrer Georg Birkel nur der Bereich Finanzen/Verwaltung.

Einführungsgottesdienst am Sonntag

Herzliche eingeladen sind alle Gläubigen zum Einführungsgottesdienst von Pfarrvikar Christian Montag am Sonntag, 20. Oktober, um 16 Uhr in der Kirche Sankt Laurentius in Altenbanz zusammen mit Pfarradministrator Georg Birkel. Nach dem Festgottesdienst folgt ein gemütliches Beisammensein mit Agape.

Kommunikation ist die Basis für ein gelingendes Miteinander. Und das hat sich Montag auf die Fahnen geschrieben. Nach jedem Gottesdienst können die Gläubigen gerne das Gespräch mit ihm suchen – ob ein lockerer Plausch oder wegen eines Anliegens. „Deshalb halte ich es immer so, dass ich dann vor die Kirche komme“. Und wenn es einmal mehr Zeit beansprucht oder nicht in der Öffentlichkeit besprochen werden soll, gibt es dafür das Pfarrbüro.

Kochen und Spaziergänge als Kraftquellen

Gebet und Gottesdienst stellen für ihn wichtige Kraftquellen dar, ergänzt Montag. Wie jeder Mensch braucht auch ein Geistlicher Ruhepole. „Ich koche gerne, und ich bin sehr gerne in der Natur unterwegs“.

Von Mario Deller

Weitere Artikel