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BAD STAFFELSTEIN

Grundsatzdiskussion um das Ablösen von Parkplätzen in Bad Staffelstein

Auf dem Grundstück Goethestraße 6a wird gebaut, da hierfür auch ein gültiger Bauantrag vorliegt. Nun aber werden mehr Parkplätze benötigt, als ursprünglich geplant. Foto: Markus Drossel

Dass innerörtliche Nachverdichtung grundsätzlich wünschenswert ist, darüber herrscht Einigkeit im Stadtrat, quer durch alle Fraktionen. Darum hatte der Bauausschuss dem Investor STE Immobilien Projekt GmbH aus Bamberg auch genehmigt, in zweiter Reihe in der Goethestraße 6a ein Mehrfamilienwohnhaus zu errichten. Nun aber wird es eine Wohnung mehr als ursprünglich angedacht. Allein, für die vorgeschriebenen Stellflächen ist kein Platz.

Die Baustelle, von der Goethestraße aus gesehen. Foto: Markus Drossel

Ursprünglich war eine Penthousewohnung geplant. Die Tektur zum Bauantrag, mit der sich die Räte zu beschäftigen hatten, sah nun eine Teilung dieser vor, und damit fünf statt sechs Wohneinheiten. An der äußeren Hülle des Objekts ändert sich nichts. Aber: Die Bauordnung schreibt ab einer Wohnungsgröße von 50 m2 zwei Parkplätze vor. Damit wären zwölf nötig. Dafür jedoch sieht der Investor keinen Platz. Gerne würde er die beiden fehlenden Parkplätze ablösen. Will meinen: Er würde 8000 Euro an die Stadt zahlen und seine Mieter würden dann auf öffentlichem Grund parken. Gerade in Goethestraße und Innenstadtbereich aber sind Stellplätze eher rar. Zweiter Bürgermeister Hans-Josef Stich (CSU) wehrte sich entschieden dagegen: „Und wenn demnächst einer kommt und ihm fehlen sechs Stellplätze?“, fragte er in die Runde. Auch Georg Müller und Winfried Ernst äußerten sich ablehnend. „Wir sollten übrigens solche Gelder aus Ablösungen dann mal sammeln, um ein Parkhaus oder ähnliches zu bauen“, regte Ernst an. Und Ottmar Kerner (CSU) stellte die Höhe der Ablösezahlungen generell in Frage: Diese seien „für jeden Investor ein Klacks“, also viel zu niedrig.

Die Abstimmung, ob der Investor Parkplätze ablösen darf, war denkbar knapp: neun Räte, quer durch die Fraktionen, stimmten dafür, elf allerdings dagegen. (mdr)

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