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KLOSTER BANZ

Mit dem Fernrohrauf Wildkatzenpirsch im Banzer Wald

Mit dem Fernrohrauf Wildkatzenpirsch im Banzer Wald
Der Wildkatzenlehrpfad bietetn acht Stationen, an denen man die Tiere und ihr Verhalten besser kennenlernen kann. Foto: Theresa Schiffl

Sie sind sehr scheu und wer sie tatsächlich zu Gesicht bekommt, kann sich glücklich schätzen: Wildkatzen. Und seit 2013 gibt es den Beweis, dass sie wieder im Banzer Wald heimisch sind. „Sie sind mittlerweile streng geschützt“, erklärt der Kreisvorsitzende des Bundes Naturschutz (BN), Anton Reinhardt, auf dem Weg zum Wildkatzenlehrpfad. Dass gleich mehrere Tiere in den Waldgebieten um das Kloster Banz gesichtet wurden, sei sehr erfreulich. „Das zeigt, dass unsere Region für sie ein guter Lebensraum ist.“

Mit dem Fernrohrauf Wildkatzenpirsch im Banzer Wald
Erwischt: 2016 machte eine Wildkamera von diesen zwei Wildkatzen ein Bild. Foto: Michael Bäumler/Sebastian Huth

Die Idee für den kleinen Rundgang entstand, als 2013 nachgewiesen wurde, dass die Jäger auf leisen Pfoten hier zu Hause sind. Der Bund Naturschutz sowie die Verwaltung des Herzoglich Bayerischen Forstgutes Banz beschlossen daraufhin, gemeinsam einen Lehrpfad zu konzipieren. Dieser Rundweg wurde innerhalb von zwei Jahren in enger Zusammenarbeit mit dem Forstamt geplant und konzipiert.

„Der Lehrweg ist für Familien geeignet und mit dem Kinderwagen gut befahrbar.“
Anton Reinhardt, BN-Kreisvorsitzender

Bei den verschiedenen Stationen auf dem 1,5 Kilometer langen Rundweg lernt man die Eigenschaften, das Verhalten und Leben der Tiere besser kennen. Und man kann sich Eindrücke verschaffen, wie eine Wildkatze hört oder warum sie 3,60 Meter weit springen kann. An einer Station können die Besucher die im Wald versteckten Nachbildungen der Wildkatzen aus Metall mit einem Fernglas suchen. „Der Lehrweg ist für Familien geeignet und mit dem Kinderwagen gut befahrbar“, sagt Reinhardt.

Das Raubtier galt in der Mitte des 20. Jahrhunderts in Bayern aufgrund der Jagd als ausgestorben. „In den 1980-ern hat der Bund Naturschutz in einem großen Projekt die Tiere wieder angesiedelt und ausgewildert. 2009 wurden 600 Tiere in die Freiheit entlassen“, erzählt Diplom-Biologin Sabine Jantschke.

Mit dem Fernrohrauf Wildkatzenpirsch im Banzer Wald
Bei der dritten Station sucht man Tiere aus Metall mit einem Fernglas: Die Katzen können sehr gut klettern. Foto: Theresa Schiffl

Groß angelegte Spurensuchen nach den Tieren gab es zum Beispiel 2013 und 2014 mit Baldrian-Lockstöcken: Weil die Katzen Baldrian lieben, reiben sie sich an den Stöcken, die mit dem Duftstoff eingesprüht sind. Und sie hinterlassen dabei Haare, die es ermöglichen, festzustellen, ob es sich wirklich um eine Wildkatze oder um einen normalen Stubentiger handelt. Bei diesen Untersuchungen zeigte sich, dass die Samtpfoten wieder überall verbreitet sind und aus dem Spessart zuwandern.

Wildkatzen sind größer als Hauskatzen, ihr Schwanz ist buschiger

Der Unterschied zwischen der Wild- und der Hauskatze, die eng miteinander verwandt sind, zeigt sich besonders im Aussehen: Die Streifen im Pelz der Wildkatze sind verwaschener, ihr Schwanz ist buschiger und die Statur, gerade im Kopfbereich, ist kräftiger als bei der normalen Hauskatze. Die Tiere werden 70 bis 90 Zentimeter groß und können sechs bis zehn Jahre alt werden. Ihr größter Feind ist der Straßenverkehr.

Mit dem Lehrpfad im Banzer Wald, so Anton Reinhardt, soll versucht werden, die Menschen wieder dafür zu sensibilisieren, wie wichtig es ist, die Natur zu erhalten und zu schützen.

Von Theresa Schiffl

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