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WIESEN / NEDENSDORF

Mahnandacht: Gottes Schöpfung im „Gottesgarten“ bewahren

Gottes Schöpfung im „Gottesgarten“ bewahren
Bild : Gemeinsam mit Pfarrerin Sabine Schmid-Hagen (6. von links) von der evangelischen Kirchengemeinde, Gemeindereferent Matthias Beck (7. von links) von der katholischen Pfarrei St. Kilian, BN-Kreisvorsitzendem Anton Reinhardt (8.von links), Klaus Stürmer von der Bürgerinitiative „Verantwortungsvolle Bürger im Banzgau“ (mit Gitarre) und dem Ebensfelder BN-Ortsvorsitzenden Ludwig Wendler (10. von links) beteten und sangen etliche Bürger am Franziskusmarterla für den Erhalt der Schöpfung. Foto: Anton Reinhardt

Am diesjährigen Franziskustag jährt sich die Mahnandacht am Marterla nahe dem Tunneleingang „Eierberge“ der ICE-Neubaustrecke zum fünfundzwanzigsten Mal.

Nach dem unter der musikalischen Begleitung von Klaus Stürmer von der Bürgerinitiative „Verantwortungsvolle Bürger des Banzgaues“ gesungenen „Laudato si“ zu Ehren des Heiligen Franziskus forderte Gemeindereferent Matthias Beck von der katholischen Pfarrei Sankt Kilian in Bad Staffelstein im „Seelsorgebereich Gottesgarten“ in seiner Ansprache zu mehr Besonnenheit auf: „Als Jorge Mario Bergoglio im Jahr 2013 zum Papst gewählt wurde, hatte er sich den Namen Franziskus ganz bewusst gegeben, um damit das Programm seines Pontifikats zu umschreiben und zum Ausdruck zu bringen, dass er sich in die Tradition des Heiligen Franziskus stellen und sich für den Erhalt der Schöpfung einsetzen möchte. Hier im schönen „Gottesgarten“ wollen wir uns an die Gabe der Schöpfung erinnern, die uns anvertraut ist und für deren Schutz wir als ,Ebenbilder Gottes? berufen sind.“

Schonender Umgang mit Ressourcen soll Richtschnur für Regierende sein

BN-Kreisvorsitzender Anton Reinhardt stellte in seinen Begrüßungsworten am Franziskus-Marterla den Schutz des Bodens in den Mittelpunkt: „Der Erhalt der Schöpfung und der schonende Umgang mit den Ressourcen unserer Mutter Erde sollte die Richtschnur für die Regierenden auf allen Ebenen sein; denn wenn wir weiter so mit der nicht vermehrbaren Ressource Boden umgehen, laufen wir Gefahr, im wahrsten Sinne des Wortes den Boden, die Lebensgrundlage für unsere Ernährung und das Trinkwasser, unter den Füßen zu verlieren.“

Reinhardt wies auf den Bürgerentscheid im Stadtgebiet hin und mahnte: „Die Umwandlung einer landwirtschaftlichen Fläche in der Größe von fünf Hektar – das entspricht etwa sieben Fußballfeldern – in ein Gewerbegebiet am Fuße des Vierzehnheiligener Berges mit riesigen Logistikhallen, Rangier- und Stellflächen für Laster muss gestoppt werden.“

Befürchtung, dass „Gottesgarten“ ein Stück ärmer wird

Wertvolle Flächen für die Futter- und Lebensmittelerzeugung gingen verloren, die anmutige Landschaft im „Gottesgarten“ würde wieder ein Stück ärmer. „Das muss nicht sein; denn wir haben bereits 63,5 Hektar ausgewiesene, freie Gewerbeflächen im Landkreis, zum Teil sogar mit leerstehenden Hallen zur Verfügung, die es vordringlich zu nutzen gilt.“

Ähnlich verhalte es sich mit leerstehenden Häusern, Scheunen und Baulücken in den Dörfern und Städtchen. Die Nutzung dieser Flächen habe ebenfalls Priorität, bevor neue Baugebiete im Außenbereich ausgewiesen werden.

Nach dem zur Thematik passenden Lied „Menschenkinder auf Gottes Erde, Menschenkinder in Gottes Welt sind zu ihrem Schutze bestellt“ beteten die Anwesenden im Wechsel mit den Geistlichen die Fürbitten, wie etwa „Heile unser Leben, damit wir Beschützer der Welt sind und nicht Räuber, damit wir Schönheit säen und nicht Verseuchung und Zerstörung!“

Im Hinblick auf die beiden letzten trockenen Sommer hob Pfarrerin Sabine Schmid-Hagen in ihrer Predigt hervor: „Wir feiern Erntedank – ein Fest, das bewusst macht, dass diese Welt und alles Wachsen und Werden der Feld- und Gartenfrüchte nicht selbstverständlich sind. Dieses Gottesgeschenk der Schöpfung gilt es zu würdigen, wert zu schätzen.“

Gleichnis Jesu vom Senfkorn

Anspielend auf das Gleichnis Jesu vom Senfkorn versuchte die evangelische Pfarrerin Mut zu machen: „Wir können in dieser Situation der Umkehr und Neubesinnung auf Gottes Schöpfung nicht alle Probleme auf einmal lösen. Aber jede Entscheidung, die ich treffe, jede Maßnahme, die ich ergreife, jedes Engagement, zu dem ich mich aufraffe, um Gottes Schöpfung zu schonen, zu bewahren, wert zu schätzen, trägt die Verheißung von etwas Großem in sich – gleichsam dem winzigen Senfkorn, aus dem ein großes Kraut wächst, blüht und gedeiht.“

Sabine Schmid-Hagen beschenkte daraufhin alle Anwesenden mit Samentütchen, gefüllt mit einer Blühmischung, deren Aufschrift man durchaus auch als einen Appell an jeden Einzelnen zum aktiven Schutz der Natur auffassen konnte: „Blühe dort, wo du gepflanzt bist!“

Mit dem gemeinsamen Lied „Gib uns Frieden jeden Tag“ und dem Segen der beiden Geistlichen klang die Mahnandacht harmonisch aus.

Von Anton Reinhardt

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