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Der Nutzen von Hecken ist unschlagbar

Der Nutzen von Hecken ist unschlagbar
Wolfgang Schubert-Raab (re.) berichtete, warum er sich entlang der Grundstücksgrenze als Ersatz für Nadelgehölze für eine vielfältige Mischpflanzung einer Hecke entschied.

Mit einer zweiten Exkursion in diesem Jahr hat sich der Bund Naturschutz Ebensfeld dem Thema „Hecken“ gewidmet. Mit dem Fahrrad und unter fachkundiger Führung von Heinrich Maisel vom Landschaftspflegeverband konnten die Teilnehmer nicht nur Wissenswertes über verschiedene Heckentypen und deren Bedeutung, sondern auch über deren Pflege und die angebotenen staatlichen Förderungen erfahren. Bei einer anschließenden Einkehr konnten die Themen mit dem Fachmann vor Ort auch noch vertieft werden.

Nach dem erfolgreichen Volksbegehren zum Thema Artenschutz haben sich die Ebensfelder Naturschützer Gedanken gemacht, wie das Thema nun in der Praxis fortgeführt und auch praxisnah den Bürgern übermittelt werden kann. Nach einer ersten Grundstücksbegehung zwischen Kleukheim und Peusenhof konnte diesmal Vorsitzender Ludwig Wendler mit Heinrich Maisel einen Fachmann für das Thema gewinnen. Heinrich Maisel betreut beim Landschaftspflegeverband neben weiteren Aufgabenfeldern auch die Heckenpflegeprogramme im Landkreis. Der Landschaftspflegeverband ist übrigens mittlerweile im Ebensfelder Rathaus angesiedelt und an seiner Spitze steht der Ebensfelder Bürgermeister Bernhard Storath.

Eine Hecke mit vielen unterschiedlichen Blühzeiten

Mit dem Fahrrad ging es dann bei bestem Wetter von Hecke zu Hecke. Ein Musterbeispiel wie auch Privatpersonen beziwehungsweise Firmen etwas für den Artenschutz tun können, konnten die Teilnehmer auf einem Lagergelände der Baufirma Raab besichtigen. Wolfgang Schubert-Raab berichtete, warum er sich entlang der Grundstücksgrenze als Ersatz für Nadelgehölze für eine vielfältige Mischpflanzung einer Hecke entschied. Ziel war mit 15 verschiedenen Pflanzen, die noch dazu alle aus der Region stammen, für unterschiedliche Blühzeiten zu sorgen und damit nicht nur optisch sondern insbesondere für Insekten und Vögel über Monate einen Lebens- und Nahrungsraum zu schaffen. Die Pflanzliste ist sowohl beim Firmenchef als auch bei der BN-Ortsgruppe erhältlich.

Wenig Aufwand, großer Nutzen

Die zweite Station der Rundtour führte zu einer typischen Benjeshecke im Ebensfelder Gewerbegebiet. Die in den 1980er Jahren von Hermann Benjes entwickelte Methode baut darauf, dass in abgelagerten Gehölzschnitt sich durch Samenanflug aber auch durch einzelne Einpflanzungen nach und nach eine komplette Hecke entwickelt, die wiederum Vögeln und anderen Tieren Schutz und Nahrung bietet.

Die Vorteile sind vielfältig

Der Nutzen von Hecken ist unschlagbar
Mit der zweiten angebotenen Exkursion in diesem Jahr hat sich der Bund Naturschutz Ebensfeld dem umfangreichen Thema Hecken gewidmet. Foto: red

Die 20 bis 25 Jahre alte Hecke zeigte eindrucksvoll, wie sich fast von selbst ein dichter und abwechslungsreicher Bewuchs einstellt, der neben dem ökologischen Nutzen auch landschaftsprägend wirkt und sogar für den Menschen Früchte bereitstellt. Eines der landschaftsprägendsten Elemente im Maintal zwischen Ebensfeld und Bad Staffelstein sind zweifellos die bereits in den 1960er Jahren angelegten Windschutzhecken, die als Querriegel zur Hauptwindrichtung in der Talebene angelegt wurden. Neben der Hauptfunktion des Windschutzes erläuterte Heinrich Maisel aber auch noch eine Vielzahl weiterer Vorteile, die die Hecken für die Ökologie aber auch für die Landwirtschaft bringen. Ob zur Feuchteregulierung des Bodens, der kleinklimatischen Verhältnisse, der Schädlingsregulierung durch Lebensraum für Vögel und Insekten, einer Schadstoffsperrfunktion bis hin zur Ernte von Früchten und letztlich Brennholz haben die Windschutzhecken mannigfaltige positive Auswirkungen. Der dramatische Verlust von Boden durch Erosion, wie bei den vergangenen Sandstürmen in Mecklenburg-Vorpommern, wird durch Hecken zumindest eingedämmt.

Auch wirtschaftlich für die Landwirtschaft interessant

Neben den wirtschaftlichen sind jedoch auch die ökologischen Vorteile kaum zu beziffern. Zur naturschonenden Pflege solcher großen Heckenreihen hat sich mittlerweile ein abschnittsweises auf Stock setzen etabliert, das sich über drei Jahre hinzieht. Natürlich brauchen derartige Hecken auch Platz zum Wachsen, der für Feldflächen nicht zur Verfügung steht. Rentabel wird spätestens seit der Änderung der Förderrichtlinien die Anlage und Pflege einer derartigen Hecke nicht nur durch einen höheren Ertrag auf den angrenzenden Feldern sondern auch ganz konkret durch Fördergelder. Mit einer doppelt so hohen Anrechnung auf Stilllegungsflächen sind Hecken mittlerweile auch wirtschaftlich für die Landwirtschaft interessant.

Heinrich Maisel verwies abschließend noch auf seine Erreichbarkeit im Ebensfelder Rathaus unter der Tel. (09573) 960823 oder heinrich.maisel@pvobermain.de.

Von Otto Weidner

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