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EBENSFELD

Alte Herren, viel Musik und Politik bei der Grieser Kerwa

Alte Herren, viel Musik und Politik bei der Grieser Kerwa
Hervorragend war der Rockabend mit "Late Night" besucht. Foto: Otto Weidner

Bei der 22. Grieser Kerwa bot die Ebensfelder Musikvereinigung neben Altbewährten auch ein ganz neues Format für den schon traditionellen politischen Frühschoppen an. Aber auch Petrus wollte offensichtlich die drei Kerwatage mitfeiern und öffnete die Regenschleusen erst nach dem nachmittäglichen Konzert der Erwachsenenbläserklasse und dem Festschluss am Sonntagabend. Schlusspunkt der Zeltkerwa ist jedoch das Fällen des Kirchweihbaums am Montagabend durch die „Grieser Baamschubser“. Die Grieser Kerwa hat sich nach 22 Jahren vollends als das größte jährliche Fest im Ebensfelder Gemeindebereich etabliert. Und so lässt es sich auch Bürgermeister Bernhard Storath nicht nehmen, den offiziellen Bieranstich am Freitagabend zu zelebrieren. Aber vorher muss erst die Ebensfelder Altliga per Hand den Kerwasbaam am Festplatz in der Nähe der Mainbrücke aufrichten.

Hervorragende Musik und gut gefülltes Festzelt

Die Bilanz des Rockabends mit der Gruppe „Late Night“ fiel durchweg positiv aus: hervorragende Musik, guter Besuch, keine medizinischen Notfälle und keine Zwischenfälle. Aber auch die Gruppe „Wart a-moll“ sorgte am Samstagabend mit vielen Klassikern für Stimmung, Tanz und ein gefülltes Festzelt.

Für den Sonntag hatten sich die Verantwortlichen um Vorsitzenden Rudolf Dierauf auf ein Experiment geeinigt. Statt eines klassischen politischen Frühschoppens einer einzigen Partei wollten die Veranstalter zum Auftakt des Kommunalwahlkampfes bewusst politische Vielfalt demonstrieren. Alle vier im Marktgemeinderat vertretenen Gruppierungen sollten sich im Festzelt präsentieren können. Dafür wurde jeweils der Kreisvorsitzende auf die Bühne entsandt.

Die im Gemeinderat vertretenen Gruppierungen stellen sich vor

Innerhalb einer Viertelstunde konnten sich nach dem Blasmusikfrühschoppen der Döringstadter Musikanten die Zuhörer ein Bild machen von Klaus Kasper und den Freien Wählern, von Sebastian Müller und der SPD, von Bernhard Storath in Vertretung von Landrat Christian Meißner und der CSU sowie von Valentin Motschmann und Bündnis90/Die Grünen.

Alte Herren, viel Musik und Politik bei der Grieser Kerwa
Zum politischen Frühschoppen trafen sich Klaus Kasper, Sebastian Müller, Bernhard Storath und Valentin Motschmann (2. bis 5. v. li.) im Festzelt. Die Vorsitzenden der Musikvereinigung, Rudolf Dierauf (li.) und Benedikt Krüger (re.) freuten sich über eine faire Diskussion. Foto: Otto Weidner

Hilfreich im Vergleich war der rote Faden um drei Themenschwerpunkte, nämlich eine Vision für Ebensfeld, die Gesundheitspolitik im Landkreis und die Kulturförderung. Dass dabei natürlich Regiomed, Kutzenberg, Verkehrsproblematiken und die Unterstützung der Vereine nicht unerwähnt blieben, war zu erwarten und auch gewollt. Und dass alle Vier, wie Landrat Meißner in seinem anschließenden Grußwort lobend hervorhob, in demokratischer Art und Weise fair miteinander umgingen, zählt heutzutage auch nicht mehr unbedingt zur Selbstverständlichkeit.

Ob Bürgermeister Storath trotz der erst um die Mittagszeit angesetzten Veranstaltung noch zu seinem Mittagsschlaf aufs Kanapee kam, wird er vielleicht bei der 23. Grieser Kerwa im nächsten Jahr verraten.

Von Otto Weidner

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