aktualisiert:

DITTERSBRUNN

Ebensfelder Ferienangebot: zu Wellnessoase der Wildschweine

Ebensfelder Ferienangebot: zu Wellnessoase der Wildschweine
Gerade wurde eine Fuchsspur entdeckt. Anhand eines Büchleins erklärt Michael Hagel den Kindern den Unterschied zu Pfotenabdrücken anderer Waldbewohner. Foto: Mario Deller

Bewusst sich öffnen für die Natur, dazu lud im Rahmen des Ferienprogramms des Marktes Ebensfeld eine abwechslungsreiche Spurensuche bei Dittersbrunn ein, an der elf Kinder ihre helle Freude hatten. Mitglieder der Kreisgruppe Bad Staffelstein des Bayerischen Jagdverbandes vermittelten den Jungen und Mädchen allerhand Wissenswertes – und auch manches Tier sagte den jungen Naturentdeckern „Hallo“.

Specht, Eichhörnchen, Reh – als Vorsitzender Michael Hagel die Frage in den Raum warf, welchen Tieren die Kinder im Wald schon begegnet seien, waren diese nicht um Antworten verlegen. Und für den jungen Anton hatte der Tag diesbezüglich schon mit einem schönen Erlebnis begonnen: „Als wir heute hierher gefahren sind, ist ein Hase vorbeigeflitzt“, berichtete er aufgeregt.

Auch die unterschiedlichen Baumarten erklärt

Ebensfelder Ferienangebot: zu Wellnessoase der Wildschweine
Fauna und Flora bilden ein untrennbares Miteinander. Bei der abwechslungsreichen Exkursion zeigte Michael Hagel den Kindern auch die im Wald wachsenden unterschiedlichen Baumarten. Foto: Mario Deller

Gemeinsam mit Hagel, seinem Stellvertreter Dr. Christian Hahn, Roland Schneider und Jagdhund „Asko“ begab sich die Gruppe vom Startpunkt am Gasthaus „Zum Veitsberg“ Richtung Wald. Die Jäger verstanden es von Beginn an, die Kinder zu sensibilisieren für das Miteinander von Flora und Fauna. Und dazu gehört auch die Vielfalt an Bäumen im Wald. „Das hier ist eine Kiefer; ihr erkennt sie an den paarweise angeordneten langen Nadeln“, erklärt Hagel beispielsweise. Auch Lärche, Ahorn und Buche wurden gesichtet.

„Was sollten wir beachten, wenn wir im Wald unterwegs sind?“ Auf diese Frage Hagels gingen mehrere Finger nach oben. Dass Müll in der Natur nichts zu suchen hat, sondern man diesen natürlich wieder mit nach Hause zu nehmen hat, weiß jedes Kind, wie sich bei der Ferienaktion herausstellte. Kopfschütteln erntete deshalb eine gefundene Zigarettenschachtel – hier kommt schließlich die Brandgefahr noch hinzu.

„Wenn ihr die Augen offen haltet, könnt ihr im Wald ganz viel entdecken.“
Michael Hagel, Vorsitzender des Jagdverbands Bad Staffelstein

Vor allem aber begaben sich die Kinder auf Spurensuche. „Und da ist eines besonders wichtig: Wenn ihr die Augen offen haltet, könnt ihr im Wald ganz viel entdecken“, riet Hagel. Und in der Tat: Schon auf dem sandigen Wegstück am Waldrand wurden die Abdrücke von Reh und Fuchs unter die Lupe genommen. „Beim Dachs sind die Krallen ausgefahren, bei der Fuchsspur sieht man die Krallen nicht“, erklärte Hagel anhand eines Büchleins. Doch es gibt, wie Helen, Luka und all die anderen Jungen und Mädchen erfahren sollten, noch allerhand weitere „tierische“ Indizien. „Hier war auch ein Rehbock“, rief Hannes. „Das hast du dir gut gemerkt“, entgegnete Hagel, der den Kindern zuvor erklärt hatte, dass diese Tiere beim Nachwachsen ihres Kopfschmuckes die Basthaut von ihren Geweihen an den Bäumen abscheuern.

Wo sich die Wildschweine im Schlamm suhlen

Ebensfelder Ferienangebot: zu Wellnessoase der Wildschweine
Hier lässt es sich die Wildsau gut gehen: Ein Aha-Erlebnis bedeutete für die jungen Spurensucher das Besichtigen einer Suhle. Daran, ob das Wasser trüb oder klar ist, lässt sich erkennen, wie lange das Bad des Tieres zurückliegt. Foto: Mario Deller

„Da ist ein schwarzes Eichhörnchen vorbeigeflitzt“, meinte Lena aufgeregt. Die Jäger freuten sich sich über Interesse und Neugier der Kinder. Nahe eines Waldweges betrachteten sie eine große Schlammpfütze – oder, wie es in der Jägersprache heißt, eine Suhle: „Hier baden sich die Wildschweine, auch, um sich vor Ungeziefer zu reinigen“, ließ Hagel wissen. Und der Badetag des Borstentieres lag noch gar nicht so sehr lang zurück. „Das seht ihr daran, dass das Wasser noch ganz trüb ist.“ Die „dreckigen“ Bäume direkt im Umfeld dieser tierischen „Wellnessoase“ haben ebenfalls ihre Bewandtnis, erfuhren die jungen Spurensucher. „Hier rubbelte ein Wildschwein den Schlamm wieder ab“, erklärte Hagel.

Unterschiedliche Gebissarten von Tieren an Hölzern, aufgewühlte Laubhaufen, an denen Wildschweinen nach Essbarem gesucht haben oder ein abgetrampeltes Stück am Hang, wo ein Wildschwein unterwegs war – immer wieder faszinierten die Jäger die Kinder mit neuen Spuren.

Zwei Rehe, eine tote Blindschleiche und Vogelfedern

Ebensfelder Ferienangebot: zu Wellnessoase der Wildschweine
Lina freute sich über die Feder eines Eichelhähers als Erinnerung an diesen schönen Vormittag in der letzten Ferienwoche. Foto: Mario Deller

Luka hatte sich zu Beginn der spannenden Naturexkursion gewünscht, ein Wildschwein in natura zu sehen. Dieser Wunsch wurde den Teilnehmern nicht erfüllt. Doch ansonsten waren den Kindern so einige tierische Begegnungen vergönnt – darunter auch zwei in rund 20 Metern Entfernung durch den Wald rennende Rehe. „Die hab' ich extra für euch bestellt“, meinte Hagel lachend. Auf dem Rückweg nach Dittersbrunn entdecken die Kinder eine tote Blindschleiche. Und Lina und Lena freuten sich über gefundene Federn eines Eichelhähers und eines Mäusebussards. Wieder zurück in Dittersbrunn bekam zum Abschluss jedes Kind ein kleines Spurenleser-Büchlein geschenkt, das künftig noch rege Nutzung erfahren dürfte. Dieser Vormittag machte den Kindern Lust, mit den Eltern oder mit Oma und Opa einmal wieder einen Waldspaziergang zu unternehmen. Und dann wird es heißen: „Warte mal, ich muss erst die Spur hier identifizieren.“

Von Mario Deller

Weitere Artikel