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KLOSTER BANZ

So kam die Sandsack-Challenge des THW Bad Staffelstein an

Sandsack-Challenge des THW Bad Staffelstein lief sehr gut
Mia Peich (10) hatte zwar Spaß, aber auch alle Hände voll zu tun. Foto: Markus Häggberg

Das Argument des kleinen Niklas ist unschlagbar. Vor die Wahl gestellt, ob er lieber zur Feuerwehr oder zum THW (Technisches Hilfswerk) gehen würde, gibt der siebenjährige Bad Rodacher an: „THW finde ich ein bisschen besser, weil die helfen sogar bei Erdbeben.“ Doch die Begegnung mit dem Siebenjährigen, der eigentlich auf dem Weg zum Klettergarten war, zeigt am Samstag noch etwas: Der auch über das Radio beworbenen „Sandsack-Challenge“ statten häufig Auswärtige einen Besuch ab.

Sandsack-Challenge des THW Bad Staffelstein lief sehr gut
Das flatterhafte Maskottchen dürfte der jüngsten Besucherin Rätsel aufgegeben haben. Foto: Markus Häggberg

Eigentlich hätte sie gar nicht hier sein sollen. Nicht, wenn es nach dem Willen des THW-Ortsverbands gegangen wäre. Dann wäre alles auf einem Parkplatz am Schwimmbad aufgebaut worden. Die Stadt Bad Staffelstein habe aber für die Ausrichtung der bayernweit stattfindenden Sandsack-Challenge auf die Tauglichkeit der Klosterwiese hingewiesen, und die scheint sich zwischen 10 und 16 Uhr zu bestätigen. Nicht selten kommt es vor, dass Menschen, die auf dem Weg zum Klettergarten sind, bei dem überdimensionierten THW-Playmobilmännchen nach rechts abbiegen, dorthin, wo eine Abteilung des Ortsverbands mit Gerät und Geschicklichkeitsparcours wartet.

Überrascht von der sehr guten Resonanz

„Ich bin überrascht, dass es so gut ankommt“, bekennt Daniel Schell, THW-Zugführer. Er zählt auf, was alles vor Ort ist: „20 THW-ler, darunter sechs Jugendliche, ein Lkw Ladebordwand von der Fachgruppe Elektroversorgung, ein Lkw Gerätekraftwagen von der ersten Bergungsgruppe, ein Mannschaftstransportwagen.“

Spätestens jetzt wird klar, was für einen Wert das Ehrenamt darstellt. Denn was kosteten 20 Mann plus Gerät an einem Tag, wenn sie nicht ehrenamtlich vor Ort wären? Die Männer und Frauen hier zeigen in ihrer Freizeit, für welche Aufgaben und zu welchem Nutzen das THW eingesetzt wird. Gerade in Zeiten wie diesen, in denen auf Straßen bei Einsätzen häufig keine Rettungsgassen mehr gebildet oder Rettungs- und Bergungskräfte sogar angepflaumt und behindert werden. Um Mitgliederwerbung, so erklärt Schell, gehe es weniger, eher eben um Sensibilisierung in einer Zeit, „in der die Bereitschaft, ein Ehrenamt zu übernehmen, zurückgeht“. Doch was ist die Sandsack-Challenge überhaupt?

Sand in Säcke schütten und Säcke fachgerecht aufschlichten

„Ich hab's auf Radio Eins gehört“, sagt ein Bad Staffelsteiner. Er ist Familienvater und hat seine achtjährige Tochter dabei. Und die, weil sie schon von der Feuerwehr angetan ist, findet das eine gute Idee. Zusammen schüttet das Gespann Sand in Säcke, schätzt dabei das Gewicht ab, schlichtet auch Säcke um und fachgerecht auf, so dass im Falle eines Hochwassers ein Damm entstünde. Währenddessen wird die Zeit gestoppt. Insgesamt sind an sechs Stationen Aufgaben zu bewältigen.

Diese Aktion findet an diesem Samstag nicht nur auf der Klosterwiese statt, sondern bayernweit in jedem THW-Ortsverband. Wer sein 14. Lebensjahr vollendet hat und eine „natürliche“ Person ist, wie es juristisch heißt, kann einen Bewertungsbogen ausfüllen, sich der Challenge stellen und den Bogen dann in der Sammelstelle Mannschaftstransportwagen abgeben. Hauptgewinn ist ein Apple IPad im Wert von 770 Euro sein, der zweite Platz ein Gutschein für die Therme in Erding, auch dieser mit einem Wert im dreistelligen Bereich.

„Es ging darum, das THW in den Fokus zu rücken und zu zeigen, dass es uns gibt.“
Christian Schwarz von der THW-Regionalstelle
Sandsack-Challenge des THW Bad Staffelstein lief sehr gut
Die THW-Jugend beim Ausruhen. Foto: Markus Häggberg

Bei Nachfrage im Mannschaftstransportwagen um 15.39 Uhr sind schon 40 Bewertungsbogen eingesammelt und liegen als Stapel auf einem Tisch. „Deutlich mehr, als ich erwartet hätte“, bilanziert Christian Schwarz, der mit seinem auffällig anders erscheinenden THW-Hut so ein bisschen wie ein Wildhüter Australiens aussieht und hauptamtlich in der Regionalstelle tätig ist. „Wir haben uns mal wieder gut präsentiert“, fügt er noch an. Auch, wenn es wie ein Kindernachmittag aussah, war das so nicht gedacht. „Es ging darum, das THW in den Fokus zu rücken und zu zeigen, dass es uns gibt.“

Von Markus Häggberg

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