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BAD STAFFELSTEIN

Shooting: Bart-Europameister als Model beim „Ste-Walk“

Aus nahe liegenden Gründen zog der Glashüttener Gerd Bauer mit gerade magnetischer Wirkung die Hobbyfotografen an Foto: Mario Deller

Das Modelbusiness ist unbarmherzig. Nur mit harten Ellenbogen und guten Nerven kommt man zu etwas. Der „Ste-Walk“ in den Straßen der Kurstadt, den die Fotogruppe der Kultur- und Freizeitfreunde erstmals veranstaltete, bot hingegen das komplett entspannte Kontrastprogramm. Unverkrampft und bei fast strahlend blauem Himmel bildeten Rathaus, Lauterufer und Kurpark die Kulisse für zahlreiche Fotoshootings.

Die beste Position ist nicht immer leicht zu erreichen. Foto: Mario Deller

Dass die Adam-Riese-Stadt allerhand schöne optische Facetten zu bieten hat, vom Adam-Riese-Denkmal bis zur urigen Holztoreinfahrt, ist kein Geheimnis. Und so reifte bei der Fotogruppe um deren Leiter Mario Kern die Idee eines „Ste-Walks“. Eine Reihe von weiblichen und auch männlichen Models wirkten mit, die im Gegenzug dafür in den Genuss so mancher gelungener Aufnahme kamen. „Auch für diejenigen, die noch nie vor der Kamera gestanden haben, war diese eine tolle Gelegenheit, dies einmal auszuprobieren“, meinte Kern.

„Auch für diejenigen, die noch nie vor der Kamera gestanden haben, war diese eine tolle Gelegenheit, dies einmal auszuprobieren.“
Mario Kern, Leiter der Fotogruppe

Auf der anderen Seite bot der „Ste-Walk“ Anfängern, die noch nicht so viel Erfahrung im Umgang mit der Kamera haben genauso wie schon erfahreneren Hobbyfotografen, die Möglichkeit, ihre Fähigkeiten auszutesten und sich hier und auch vielleicht noch einen guten Tipp zu holen. Eine „Win-Win-Situation“.

Unter der Leitung von Stefan Hemmerlein

Uriges Ambiente bietet sich immer an: Holzscheunen bildete einen passenden Hintergrund für die Shootings. Foto: Mario Deller

Mehr als zwei Dutzend Hobbyfotografen hatten sich nebst den Hobbymodels am Rathaus eingefunden. Stefan Hemmerlein leitete den „Ste-Walk“. „Dass bei der Premiere so viele kommen, freut einen natürlich“, sagte Kern – und strahlte.

Das Adam-Riese-Denkmal am Rathaus, das an diesem Nachmittag geradezu malerische Ambiente am Lauterufer oder der Kurpark – an passenden Hintergrundmotiven für die Fotosessions mangelt es in Bad Staffelstein nicht. Aber die Hobbyfotografen bewiesen auch einen Blick für reizvolle Perspektiven am Rande. Mal ein Mäuerchen, mal eine Bank und mal ein verwittertes Holztor.

„Kaala Knuffl“ als besonderes Fotomotiv

Ein Model posiert für die Fotografen. Foto: Mario Deller

Im wirklichen Leben sind sie Verkäuferin oder Steuerfachangestellte, stehen also mitten im Leben. Wahrscheinlich wollen sie mit Ikonen wie Claudia Schiffer und Heidi Klum auch gar nicht tauschen. Doch jenseits des erwähnten Wettbewerbsdrucks in der Modelwelt bereitete es den Hobbymodels wie beispielsweise Jasmin Weinrich sichtlich Freude, sich beim „Ste-Walk“ in Szene zu setzen. Betont farbenfroh mit buntem Kostüm und roter Nase gab sich Birgit Sauerschell alias „Kaala Knuffl“. Wer beim „Ste-Walk“ mit ihr ins Gespräch kam, merkte aber schnell, dass sie die traurigen und bedrückenden Schattenseiten des Lebens nicht ausblendet – ganz im Gegenteil: Nach dem Motto „Humor ist die beste Medizin“ spendet die in Lichtenfels wohnhafte Diplompsychologin beispielsweise als „Klinik-Clown“ kranken Kindern Trost.

Teamwork war für gelungene Aufnahmen unumgänglich: Hier setzt sich Jasmin Weinrich in Pose. Weil sie sonst automatisch die Augen zukneifen würde, schirmt jemand hilfsbereit die entgegenstrahlende Sonne ab. Foto: Mario Deller

„Ist ja beeindruckend“, staunte ein Passant, der gerade aus der Eisdiele kam, angesichts des imposanten Gesichtsschmucks von Gerd Bauer. Sein prächtiger Schnauzer, der weit über die Ohren hinausreicht und ihn einst sogar zum Titel des Bart-Europameisters verhalf, tanzt bei jedem Wort, wenn der Glashüttener mit Bürgern über die aufwändige Pflege plaudert. „Zwei Stunden kann es schon einmal dauern am Morgen“, so Bauer, der mit Megaschnauzbart, Lederhose und Gamsbarthut genauso wie die weiblichen Models von den Hobbyfotografen oft vor die Linse gebeten wurde.

Ein „Fotowalker“ kam aus der Frankenmetropole

Bei der Suche nach einem schönem Ambiente für Aufnahmen durfte diese kleine Brücke an der Lauter nicht fehlen. Foto: Mario Deller

Mit Kamera und guter Laune im Gepäck kam Christoph sogar aus Nürnberg angereist, nachdem er über Bekannte via Facebook von der Aktion in Bad Staffelstein erfahren hatte. „Ich nehme gerne an solchen Fotowalks an verschiedenen Orten teil. Man lernt Gleichgesinnte kennen, kann sich austauschen – und davon abgesehen ist Bad Staffelstein auch wirklich eine schöne Stadt“, sagte er. Die Worte des Mittelfrankens lassen erkennen, dass er, wie auch die übrigen Teilnehmer aus nah und fern, vom „Ste-Walk“ viel mitnehmen wird: Erinnerungen im Herzen, aber natürlich vor allem zahlreiche schöne Aufnahmen.

 

mde

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