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BAD STAFFELSTEIN

Al-Khatib ist von Warmherzigkeit am BKO sehr angetan

Von der Warmherzigkeit am Bezirksklinikum sehr angetan
Seit genau einem Jahr ist Dr. Nedal Al-Khatib Chefarzt der Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik in Kutzenberg. Foto: Hagen Lehmann Cobug

Kutzenberg Anfang August vergangenen Jahres hat Dr. Nedal Al-Khatib seinen Posten als Chefarzt in der Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik am Bezirksklinikum Obermain angetreten.

Zuvor war er zehn Jahre lang Oberarzt in der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Marien Hospitals in Dortmund-Hombruch. Doch wie waren für ihn die ersten zwölf Monate im „Gottesgarten“?

Obermain-Tagblatt: Welches ist Ihr prägendster Eindruck des ersten Jahres in Kutzenberg?

Nedal Al-Khatib: Von Anfang an sind mir die Warmherzigkeit und familiäre Atmosphäre, die an meiner Klinik herrscht, sehr positiv aufgefallen. Das gilt sowohl zwischen Mitarbeitern und Patienten, aber auch unter den Kollegen. Das ist in Zeiten von Personalnot und Arbeitsüberlastung keine Selbstverständlichkeit. Meiner Meinung nach hat sich das über die Jahre, in denen mein leitender Oberarzt Dr. Khalife die Klinik mit Achtsamkeit und Behutsamkeit führte, herauskristallisiert. Er begegnet seinen Mitarbeitern auf Augenhöhe und generiert damit eine positive Verbundenheit.

Welche Änderungen hat es bis jetzt unter Ihrer Leitung gegeben?

Al-Khatib: Ich versuche, unsere Arbeit und Aufgaben für alle Beteiligten möglichst transparent zu gestalten. Dazu gehört eine monatliche Klinikkonferenz, an der Oberärzte, die Stationsleitungen, die Physiotherapeuten, das Medizincontrolling und weitere betroffene Abteilungen teilnehmen. Dort werden alle Dinge besprochen, die die Klinik inhaltlich und organisatorisch betreffen, wie zum Beispiel Fragen des Qualitätsmanagements. Auch das schafft Transparenz und eine gegenseitige Wertschätzung der Arbeit. Aus dieser Runde kommt inzwischen ein Input mit guten Vorschlägen, von dem ich das eine oder andere mitnehme. Damit nichts verloren geht, wird die Konferenz auch protokolliert.

Wo sehen Sie das größte Problem für die Zukunft?

Al-Khatib: Das ist ganz sicher der Fachkräftemangel im ärztlichen und pflegerischen Bereich. Allen Voraussagen nach wird qualifiziertes Personal zukünftig noch schwerer zu bekommen sein. Das wird unsere größte Herausforderung sein, zumal es auch jetzt schon durch Urlaub oder Krankheit von Kollegen zeitweise zu großen Engpässen kommt. Das erfordert ein hohes Maß an Organisation und Flexibilität. Trotzdem kann ich versichern, dass an unserem Standort eine gute Medizin gemacht wird.

Was sind Ihre nächsten Projekte?

Al-Khatib: Neben der Adoleszenten-Station werden wir ein weiteres Alleinstellungsmerkmal unserer Klinik mit einer DBT-Einheit ausbauen. Dabei handelt es sich um ein multimodulares Behandlungsangebot für Borderline-Patienten, die sich durch Impulsivität, instabile zwischenmenschliche Beziehungen, rasche Stimmungswechsel und ein schwankendes Selbstbild wegen gestörter Selbstwahrnehmung charakterisieren, nach den Richtlinien des Dachverbandes DBT (Dialektisch Behaviorale Therapie e.V.).

Außerdem freuen wir uns natürlich sehr über die Entscheidung, dass der Neubau unserer Klinik endlich offiziell in das kommende Krankenhausbauprogramm aufgenommen wurde. Das ist ein nicht zu unterschätzendes, überregionales Signal zur Zukunftssicherung unseres Standortes und nicht minder ein wichtiges Zeichen für die Wertschätzung unserer Aufgaben in der Psychiatrie

Sie haben vor einem Jahr gesagt, dass Sie hier schnell heimisch werden wollen. Ist Ihnen das gelungen?

Al-Khatib: Ja, ich fühle mich hier sehr wohl. Die schöne Natur wirkt nach einem anstrengenden Arbeitstag sehr beruhigend. Damit ich möglichst viel davon sehe, habe ich wieder mit dem Laufen angefangen. Dazu treffe ich mich nach Feierabend mit einem Kollegen. Auch meine Frau hat sich gut eingelebt und wann immer es unsere Zeit zulässt, erkunden wir die Umgebung. Sehr wohl fühlen wir uns in Bamberg mit den vielen kulturellen Veranstaltungen und guten Einkaufsmöglichkeiten.

RED

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