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Abba-Musical: Riesenparty mit 650 Besuchern auf Seebühne

Abba-Musical: Riesenparty mit 650 Besuchern auf Seebühne
"Agnetha" bei einer Ballade - eine der vielen Melodien für die Ewigkeit, die das Abba-Projekt in petto hatte. Foto: Markus Häggberg

Ob Musical wirklich die treffende Gattungsbezeichnung für das Geschehen auf der Seebühne des Kurparks war? Sei's drum, das Abba-Musical machte am Montagabend Spaß und den meisten sogar Freude. Über zwei Stunden währte ein Sommer-Open-Air-Ereignis, das rund 650 Besucher anzog und nicht selten tanzen ließ.

Abba-Musical: Riesenparty mit 650 Besuchern auf Seebühne
Der 79-jährige Studiomusiker Janne Kling (li.) gab in einem kleinen Interview Auskunft zu seiner Zeit und Arbeit mit Abba. Und zu dem, was es mit der von ihm in einem Welthit gespielten Flöte auf sich hatte. Foto: Markus Häggberg

A Tribute to Abba, so lautete der Name der Show, die laut Veranstalter die „original Show“ zu Abba ist. Kein schlechter Name, wenn man bedenkt, dass bei diesem Tribut auch der 79-jährige Janne Kling anwesend war, jener sympathische angegraute Endsiebziger, der mit Flöte und Saxophon dabei war, wenn die originalen Abba (Benny Andersson, Björn Ulvaeus, Anni-Frid Lyngstadt und Agnetha Fältskog) in den 1970-ern und 1980-ern im Studio standen.

Auftakt mit einem Lied, das eher an Mike Oldfield erinnert

Abba-Musical: Riesenparty mit 650 Besuchern auf Seebühne
Ganz im Abba-Stil: das insgesamt neunköpfige Ensemble. Foto: Markus Häggberg

Schon der Beginn der Show gelang passend mit einer Nummer, die Musikfans vielleicht sogar eher durch Mike Oldfield kennen: Arrival (Ankunft). Doch die Nummer stammte aus der Feder von Andersson und sorgte für Einstimmung auf das, was durch Markus Gorstein (Piano), Evelin Lorenz (Frida), Sebastian Gurgel (Gitarre) und Mia Löfgren (Agnetha) auf das Publikum wartete.

Und das bestand in der Fülle von weltberühmten Abba-Melodien zwischen Waterloo und Mamma Mia, zwischen Chiquitita und Honey Honey. Mehr als zwei Stunden sollte der Melodienreichtum währen, der von einer insgesamt siebenköpfigen Band nebst zweier zusätzlichen Tänzerinnen so präsentiert wurde, dass er nicht nur nah am Abba-Stil war, sondern dazu noch informativ.

„Wir werden heute eine Riesenparty mit Ihnen feiern“, sicherte Markus Gorstein zu. Den Mann hatte beruflich immer mit Showgrößen zu tun, beispielsweise mit dem Sänger der Puhdys.

Abba-Musical: Riesenparty mit 650 Besuchern auf Seebühne
Wehende Mähnen und stampfende Beats: "Frida" und "Benny" lassen es krachen. Foto: Markus Häggberg

Aber auch die Agnetha gebende Schwedin Mia Löfgren könnte dem ein oder anderen Besucher schon woanders aufgefallen sein: bei der schwedischen Popband Rednex. Als sie in den unvermeidlichen Abba-Plateausohlenschuhen den Welthit „The Winner takes it all“ sang, tat sie es mit starker Stimme, mit Ausdruck und einem dezenten Timbre.

Infos über den Hintergrund des Songs

Besucher erhoben sich von ihren Plätzen, tanzten und nahmen sich in den Arm. Aber vorher erfuhren die 650 vom tieferen Hintergrund des Songs. Geschrieben von Benny Andersson, beschreibt er die damalige kritische Beziehung zu seiner Frau Agnetha. „Intensiver kann man Musik nicht betreiben“, so Gorstein zu dieser in Text und Noten gesetzten Reflexion.

Und Janne Kling? Auch er wurde zwischendurch von Gorstein zu den echten Abba befragt. Wohl jeder im Publikum hatte noch seinen Flöteneinsatz bei Fernando im Ohr, den dieser einst im Tonstudio einspielte. „Acht Stunden hat die Aufnahme gedauert“, so der bald 80-jährige Schwede.

Flöte zu Fernando zum Musizieren eigentlich wenig geeignet

Er erzählte auch davon, dass die Flöte eigentlich eine Hirtenflöte sei, weniger zum Musizieren geeignet. Ein einstiger Billigkauf und am Tag der Aufnahme auch nicht ganz intakt. Mittels einer klebenden Visitenkarte sei aus ihr ein funktionierendes Provisorium gemacht worden. Dann zeigte er die Flöte und spielte sie zu den entsprechenden Hits.

Begleittänzerinnen mischen sich unters Publikum

Abba-Musical: Riesenparty mit 650 Besuchern auf Seebühne
Kein seltenes Bild an diesem Abend: tanzende Paare. Foto: Markus Häggberg

Immer wieder gingen die Begleittänzerinnen durchs Publikum, einmal tat dies auch Evelin Gremmel. Und einmal ging auch ein wohl vorzugsweise männliches Raunen durchs Publikum. Dann, als Gorstein im Hinblick auf ihre perfekte Figur bemerkte, dass die Frida-gebende Gremmel schon Mutter drei Kinder ist.

Immer wieder kam es zu stimmungsvollen Zwischenhochs, beispielsweise durch Songs wie Super Trouper oder Dancing Queen, begleitet auch von einer kleinen Laser-Show. Nach über zwei Stunden endete ein absolut gelungener Abend. Man ging heim, gut gelaunt, sommerlich beschwingt sogar.

 

Von Markus Häggberg

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