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BAD STAFFELSTEIN

Flexibel und sicher Gäste gewinnen für Bad Staffelstein

Flexibel und sicher Gäste gewinnen für Bad Staffelstein
Hat das papierene Gastgeberverzeichnis ausgedient? Angelika Hümmer vom Kur und Tourismus Service der Stadt Bad Staffelstein sortiert es ein. Foto: Corinna Tübel

Reiseziel buchen per Mausklick? Die Gästezahlen im Raum Bad Staffelstein sind in den vergangenen Jahren leicht gestiegen, doch die Reisedauer nimmt ab, so der Trend. „Die Leute gehen lieber öfter in den Urlaub und buchen ihre Unterkünfte meist online“, erklärt Anne Marie Schneider, Leiterin des Kur und Tourismus Service Bad Staffelstein.

Eine Reiseanalyse aus dem vergangenen Jahr hatte ergeben, dass zum ersten Mal mehr Menschen ihren Urlaub online buchten als auf dem persönlichen Weg – die großen Urlaubsportale wie etwa booking.com vereinen 90 bis 95 Prozent der Buchungen für sich. Die Stadt Bad Staffelstein möchte mit der Zeit gehen und versuchen, alle Kanäle des Tourismus zu bespielen: Das bisherige direkte Marketing mit PR-Kooperationen oder Presseagenturen für entsprechende Berichte bleibe weiterhin bestehen.

Auch das erfolgreiche „Gäste werben Gäste“ und der Ansatz bei den Unternehmen vor Ort und den touristischen Dienstleistern verdiene weiterhin Beachtung. Heute stellt sich aber die Frage – gerade für die Buchung von Ferienwohnungen, die in der Region sehr gefragt sind: „Wie können wir den Hebel bei den Gastgebern direkt ansetzen?“

Buchungssystem kann auf eigener Homepage eingebunden werden

Dafür hat der Gebietsausschuss Obermain Jura im Winter 2017/18 die Möglichkeit der direkten Online-Buchung gestartet: Über den Onlinebuchungsservice obs können die Betreiber von Hotels, Pensionen, Ferienwohnungen oder Ähnlichem ihr individuelles Angebot einer breiten Kundschaft präsentieren. Dies funktioniert durch das Channelmanagement zwischen Premium-Online-Buchungsplattformen wie zum Beispiel booking.com und Wintop. Die Einbindung des Systems ist aber auch auf der eigenen Homepage möglich.

Durch die Präsenz auf der Homepage der Stadt Bad Staffelstein werden zusätzlich die medialen Wege für informationssuchende Kunden kürzer. Grenzen Internetsurfer ihren Urlaubsort sowie die Reisezeit ein, werden dabei nur die verfügbaren Unterkünfte angezeigt. Bei Großveranstaltungen in der Region bietet das System gegebenenfalls Unterkünfte in der näheren Umgebung an. Ein Vorteil ist auch, dass die Pflege der online als verfügbar gemeldeten Ferienwohnungen über das System Wintop durch eine Verknüpfung weiterläuft.

„Die Leute, die online buchen, sind ganz normale Leute.“
Anna Maria Schneider, Leiterin des Kur und Tourismus Service

Wenn man bedenkt, dass rund 80 Prozent der Buchungen im Gebietsausschuss Obermain Jura in der Adam-Riese-Stadt erfolgen, ist der Bedarf an einem Gesamt-Onlinesystem deutlich. 14 Wirte haben im Jahr 2018 auf dieses Weise 665 Buchungen mit über 5000 Übernachtungen erhalten, 15 weitere sind schon lange direkt angebunden. Trotzdem sind von den 259 Vermietern von Unterkünften in der Region wohl noch viele skeptisch.

Anna Maria Schneider möchte überzeugen: „Da ist noch Luft nach oben. Wir wollen die Scheu vor diesem System nehmen. ,Man weiß ja nicht, wer kommt‘, sagen viele. Aber die Leute, die online buchen, sind ganz normale Leute.“ Sie erzählt von Menschen, die beruflich in der Region sind, wie Monteure, und für ein paar Tage eine Unterkunft brauchen, und von Menschen aus Dubai, die jemanden in der nahe gelegenen Schön Klinik besucht haben – die Rückmeldung der Vermieter sei positiv. Vor allem auch, weil jeder Vermieter individuell den Preis sowie die Mindestanzahl der Nächte oder die Anzahl der freizugebenden Unterkünfte eingeben kann.

Provision einfach auf den Zimmerpreis draufschlagen

Eine Provision zahlen Wirte nur im Erfolgsfall. Der Preis ist abhängig vom Portal, über das der Kunde gebucht hat (drei bis 15 Prozent). „Wir empfehlen, diese Kosten als Vermieter vorher auf den Preis für die Unterkunft daraufzugeben“, rät Anna Maria Schneider. „Die Leute, die online buchen, sind in der Regel nicht so preisempfindlich.“

Jeder, auch wenn er nur eine Ferienwohnung hat, kann mitmachen. Wer in den Buchungsportalen nicht erscheint, kann auch nicht teilnehmen. Eine einfache Tatsache – auch, wenn die Werbung des Onlinebuchungsservices obs zum Schmunzeln anregt: „Heute kommt die Lies zu mir ..., freut sich der Gasthof Alte Linde. Lies wohnt in Frankfurt und sucht für ihren Urlaub eine schöne Unterkunft. Sie hat den Gasthof Alte Linde im Internet gefunden und gleich online gebucht.“

Im Herbst soll es einen kostenlosen Beratungstag für Vermieter zu dieser Thematik geben. Sind Online-Buchungen die Zukunft? Die Auflage des dicken papierenen Gastgeberverzeichnisses der Stadt Bad Staffelstein ist jedenfalls rückläufig.

Von Corinna Tübel

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