aktualisiert:

BAD STAFFELSTEIN

Bad Staffelstein: Postverteilung künftig am Frankenring

_

Briefe werden nicht mehr so viele wie einst geschrieben, doch der Paketversand nimmt stetig zu. Vermutlich weil das Areal des derzeitigen Verteilerzentrums hinter der Bad Staffelsteiner Postfiliale in der Bahnhofstraße an seine Grenzen stößt, plant Deutsche Post AG nun ein neues Postverteilerzentrum am Äußeren Frankenring. Der entsprechende Bauantrag war eines der beherrschenden Themen bei der jüngsten Sitzung des Bauausschusses.

Wie es in der Sitzung hieß, soll das bisherige Postverteilerzentrum in der Bahnhofstraße aufgelassen werden. Das neue Verteilerzentrum auf einer Grünfläche auf dem Gewerbegebietsareal – ansässig ist in der Nähe unter anderem ein Bauunternehmen – soll aber nicht nur einen Eins-zu-Eins-Ersatz für das bestehende in der Bahnhofstraße darstellen, sondern eine organisatorische Zusammenlegung der Brief- und Paketverteilung für mehrere regionale Einheiten. Näheres ist derzeit noch nicht bekannt. Die Postfiliale in der Bahnhofstraße soll – die wichtige Nachricht für alle Kunden – dessen ungeachtet erhalten bleiben.

50 Meter lang und 17 Meter breit

Das zur Realisierung des neuen Zentrums notwendige, lediglich erdgeschossige Gebäude mit Arbeitsrampe für die Postfahrzeuge soll laut Bauantrag 50 Meter lang und 17 Meter breit werden, die Zufahrt über den Äußeren Frankenring erfolgen. Laster können vorwärts einfahren und auf dem Areal ausreichend rangieren, so dass die in der Sitzung thematisierte Verkehrssicherung gewährleistet ist.

Harald Konietzko (SPD) regte an, eventuell über eine Geschwindigkeitsbegrenzung am Äußeren Frankenring im künftigen Einfahrtsbereich des Zentrums nachzudenken, bisher gilt dort Tempo 50. Bürgermeister Kohmann meinte dahingehend, das sei zu gegebener Zeit zu prüfen.

Zufahrt in Bahnhofstraße auch für Post nicht leicht

„Die Zufahrt in der Bahnhofstraße ist auch für die Post nicht leicht“, merkte Walter Mackert (CSU). Der in der Verkehrswacht engagierte Stadtrat bewertete den Neubau eines Verteilerzentrums im Außenbereich daher als positiv, vor allem weil dann auch nicht mehr die Post-Laster in die Stadt fahren müssten.

Der Bauausschuss – wenngleich in diesem Fall nicht Genehmigungsbehörde – gab das notwendige gemeindliche Einvernehmen.

Eine weitere wichtige Hürde nahm das Vorhaben, im Rahmen der einfachen Dorferneuerung ein Gemeinschaftshaus in Wolfsdorf zu bauen inklusive dahinter geplanter, unter anderem für Theateraufführungen angedachte Multifunktionsscheune, sowie einem weiteren Bau, in dem künftig das Tragkraftspritzenfahrzeug der örtlichen Feuerwehr beheimatet sein soll.

Das letzte Wort liegt beim Stadtrat

Auf der grünen Wiese im Vordergrund soll am Äußeren Frankenring das neue Verteilerzentrum der Deutschen Post entstehen zur logistischen Steuerung des Paket- und Briefverkehrs der Region. Foto: Mario Deller

In der Bauausschusssitzung erfolgte nun einstimmig der notwendige Durchführungsbeschluss. Um Baurecht zu schaffen, benötigt die Maßnahme nun noch die Verabschiedung einer Einbeziehungssatzung durch den Stadtrat.

In der Gemarkung Schönbrunn plant ein dort ansässiger größerer landwirtschaftlicher Betrieb den Anbau einer Halle für landwirtschaftliche Zwecke mit integriertem Waschplatz. Die Baumaßnahme in Form einer Pultdach-Konstruktion soll an das vorhandene Gebäude „angedockt“ werden und Abmessungen von 40 auf zwölf Metern aufweisen.

Waschplatz soll geprüft werden

Bürgermeister Kohmann ging explizit ein auf den vom Bauwerber geplanten Waschplatz für dessen eigenen Zwecke mit Öl- und Fettabscheider. Es sei zu gewährleisten, dass keine Schadstoffe im Rahmen der Gülleausbringung aufs Feld gelangen, betonte er, zeigte sich zugleich optimistisch, was das Verantwortungsbewusstsein des Bauwerbers anbelangt: „Eventuell gestaltet sich das Ganze auch vollkommen unproblematisch, aber eine Prüfung ist schon sinnvoll.“ Unter Einbeziehung dieses Aspekts im gefassten Beschluss gab der Bauausschuss „grünes Licht“ zum eingereichten Bauantrag.

Räumlich doch arg begrenzt angesichts des Fuhrparks ist das derzeit als Postverteilungszentrum genutzte Areal in der Bahnhofstraße hinter der Postfiliale. Deshalb plant der Konzern nun ein neues Zentrum am Äußeren Frankenring. Foto: Mario Deller

In der Adolf-Kolping-Straße plant ein Grundstücksbesitzer die Errichtung einer zwei Meter hohen Gabionen-Steinmauer. Die Festsetzung des dort geltenden Bebauungsplans „Südwestlich der Angerstraße“ sieht zwar eine Maximalhöhe von 1,10 Meter vor, dem Antrag auf Erteilung einer isolierten Abweichung von den Festsetzung stimmte das Gremium aber zu. „Maßgeblich für mich ist, dass die Nachbarn gefragt werden und zustimmen“, so die Haltung des Bürgermeisters.

Kritik an zwei Meter hohen Gabionen-Steinmauer

Es gab aber auch kritische Stimmen, so etwa von Klaus Schnapp (SBUN), der befürchtete, hier womöglich sogar einen Präzedenzfall zu schaffen: „Das kann städtebaulich nicht unser Ziel sein. Ich finde, wir sollten dem keinen Vorschub leisten.“ Letzten Endes wurde dem Antrag des Grundstückseigentümers aber mit zwei Gegenstimmen stattgegeben, allerdings vorbehaltlich erwähnter Nachbarunterschriften.

Nicht in ihren Belangen berührt sieht sich die Stadt, was die an der bei Buch parallel zur A 73 geplanten Photovoltaik-Freiflächenanlage anbelangt. Im Rahmen der laufenden frühzeitigen Beteiligung bringt die Kommune daher auch keine Einwände dagegen vor, so der Beschluss hierzu.

Drohne vermisst am Donnerstag die Stadt

Unter dem Punkt „Sonstiges“ wies Bürgermeister Kohmann darauf hin, dass in diesen Tagen eine Drohne über die Altstadt fliegen wird, welche Aufnahmen von der Kernstadt fertigt. Als Maßnahme angemeldet und abgestimmt mit Polizei und Landratsamt, erhält die Stadt so wertvolle Angaben über Gebäudehöhen sowie weitere Vermessungsdaten als Informationen für den Prozess der städtebaulichen Entwicklung.

Von Mario Deller

Weitere Artikel