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BAD STAFFELSTEIN

Musik und Show von Cubaboarische 2.0 gut, Ambiente nicht

Musik und Show von Cubaboarische 2.0 gut, Ambiente nicht
Die kubanische Trommelgruppe LaComparsa begeisterte bei ihrem Auftritt auf der Seebühne. Foto: Monika Schütz

Die Band war richtig gut, das Publikum war gut drauf – nur beim Ambiente drum herum war noch viel Luft nach oben. Am Samstagabend begeisterte Leo Meixner mit seinen Cubaboarischen 2.0 das Publikum auf der Seebühne im Bad Staffelsteiner Kurpark.

„Wir haben kubanisches Wetter mit?b?racht!“, begrüßte der gebürtige Oberbayer Leo Meixner seine Gäste. Bunt gemischt, wie die Kleidung der Zuschauer, war das gut zweistündige Programm der sechs Musiker. Bayerische Gaudi und kubanische Rhythmen verschmolzen bei hochsommerlichen Temperaturen nahtlos miteinander, Lebensfreude kennt eben keine Landesgrenzen.

Ein richtiges Energiebündel auf der Bühne war die Kubanerin Yinet Rojas Cardona: Wenn sie nicht gerade mit ihrer ausdrucksstarken Stimme gefühlvolle und temperamentgeladene Lieder von Liebe und Träumereien sang, sah man sie tanzend, springend, trillernd oder an der Gitarre spielend.

Nach kurzer Zeit war der Funke aufs Publikum übergesprungen

Musik und Show von Cubaboarische 2.0 gut, Ambiente nicht
Sorgten für eine stimmungsvolle Party: (v. li.) Ewa Bross, CsabaSchmitz, Yinet, Leo Meixner, Bernhard Lackner und Marinus Wagner. Foto: Monika Schütz

Ewa Bross, die zweite Frau der Cubaboarischen 2.0, heizte trommelnd und mit flotten Rhythmen an der Percussion ein. Nach kurzer Zeit war der Funke auf das Publikum übergesprungen: Zuerst tanzten nur Mädchen, dann bewegten sich auch viele Pärchen zu den karibischen Rhythmen zwischen den Sitzblöcken, vor der Seebühne oder oben auf den Hügeln. Klatschend bewegten sich geschätzt knapp hundert Besucher zu den heißen Melodien von Salsa, Rumba und Polka. Denn auch das spielten die Cubaboarischen.

Späßchen mit den Gästen gemacht

Leo Meixner wäre kein Profi, wenn er bei der Moderation nicht auch seine Späßchen mit den Gästen machen würde. „Schließlich spreche ich ganze drei Sprachen: spanisch, bayrisch und fränkisch. Wobei: Hochdeutsch kann ich auch, schließlich sind ja bestimmt a paar Preußen und Oberpfälzer unter den Zuschauern“, sagte Meixner, und prompt hoben zur Freude der übrigen Gäste einige spontan ihre Finger, ein ganz mutiger Mann „outete“ sich sogar als waschechter Berliner.

Spanische Liedtexte – die zugegebenermaßen für die fränkische Zunge zumindest schwierig auszusprechen sind – plus bayrische „Stanzerl“, ein Mix aus Cha-Cha-Cha und Jodeln mit beeindruckenden Soli an Gitarre und Schlagzeug, das war Lebensgefühl pur. Immer wieder brandete Applaus der Gäste auf, besonders zu Beginn der Show, als die Band mitten durch das Publikum spazierte wie kubanische La Comparsa-Trommelgruppen. Das gefiel.

Kein Hinweis auf eine musikalische Weltreise

Nicht so sehr allerdings das Ambiente: keinerlei Deko, nicht ein einziges bayrisches oder kubanisches Fähnchen, nichts, dass auf eine musikalische Weltreise hinweisen würde. Bertram und Gabi aus Bad Staffelstein waren enttäuscht: „Bei dem Eintrittspreis hätten wir mehr an Kulinarik erwartet“, sagte sie, „Bratwürste und Steaks – das ist so abgedroschen.“ Die Auswahl an Getränken gefiel Bertram nicht: „Bier, noch dazu Pilsner, aus dem Plastikbecher? Nee, das geht gar net. Nicht mal ein Hefe oder Landbier, Wo ist das Bayern?“

Zuhörer vermissen einen Hauch von Exotik

Musik und Show von Cubaboarische 2.0 gut, Ambiente nicht
Auf der Seebühne im Kurpark herrschte eine tolle Stimmung. Foto: Monika Schütz

Ähnlich sah es auch ein Paar aus Nürnberg: Zumindest etwas Kubanisches, etwas Exotisches hätten sie erwartet. Freilich werden Getränke in diesem Bereich nicht in Behältnissen aus Glas eingeschenkt, aber ein Chili con oder sin carne, oder ein Mojito, eine fruchtige alkoholfreie Bowle hätten manche Gäste schon erwartet. Sie kamen nämlich getreu dem Motto des Abends in internationaler Kleidung: Lederhose und Trachtenbluse, Blumenhemd und Strohhut.

Von Monika Schütz

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