aktualisiert:

VIERZEHNHEILIGEN

Gottes Trost nach schweren Schicksalsschlägen

Höhepunkt der besinnlichen Andacht war die Salbung mit Pfarrer Kornelius Holmer und Pater Heribert Arens. Foto: Gerd Klemenz

„Wir sind extra für diesen Gottesdienst hierher nach Vierzehnheiligen gekommen. Er war sehr bewegend und schön. Im nächsten Jahr kommen wir wieder und bringen noch ein paar Bekannte mit. Eigentlich schon schade, dass nicht mehr in der Basilika waren. Ich dachte schon, dass wir hier keinen Platz mehr bekommen“, so Edeltraut aus Ellwangen im Kreis Ostalbkreis im Osten Baden-Württembergs.

Zusammen mit ihren Mann Peter nahmen etwa 50 katholische und evangelische Christen an diesen besonderen ökumenischen Gottesdienst in der päpstlichen Basilika teil. „Aufmerksam wurden wir durch den Film über Vierzehnheiligen kürzlich im Bayerischen Fernsehen“, sagte sie.

Evangelische Gemeinde Zapfendorf erstmals dabei

Die Franziskaner gestalteten gemeinsam mit dem evangelischen Pfarramt Bad Staffelstein und den St. Franziskusschwestern eine eindrückliche Feier, an der erstmals von der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Zapfendorf Pfarrer Kornelius Holmer teilnahm. Die anschließende Salbung mit kostbarem Rosenöl sollte die heilende Kraft des Gottesgeistes spürbar machen.

Mit dem Thema „Durchkreuzte Lebenspläne“ spendete der ökumenische Segnungs- und Salbungsgottesdienst allen Trost, die Schicksalsschläge hinnehmen mussten. Pater Heribert Arens, Pfarrer Kornelius Holmer und Schwester Alexia Hoderlein sprachen im Wechsel Gebete und lyrische Texte zum Nachdenken. Basilikaorganist Georg Hagel verband die Texte mit besinnlichen Orgelmeditationen. Er ließ dabei murmelnde Töne wie Wassertropfen aus einer Quelle der Hoffnung in den Kirchenraum tropfen. Bei der eigentlichen Segnung schwoll der Klangzauber zu einem mächtigen Strom an.

Pfarrer Kornelius Holmer erklärte, dass es durchkreuzte Lebenspläne überall da gebe, wo es Menschen gibt. Auch die ganze Bibel sei voll davon. „Wir können dort unterschiedliche Wege wahrnehmen, wie die Menschen mit diesen durchkreuzten Lebensplänen umgingen“, so der evangelische Geistliche und wies auf die Tages-Lesung aus dem Buch Jeremia hin.

Gottes Wege sind oft nicht leicht zu verstehen

Extra 230 Kilometer für den Gottesdienst aus Ellwangen (Jagst) Kreis Ostalbkreis/ Baden-Württembergs angereist. Pater Heribert (li.) und Pfarrer Kornelius Holmer (3. v. li.) im Gespräch mit (v. li.) Peter, Franz (leicht verdeckt), Maria und Edeltraut. Foto: Gerd Klemenz

Gottes Wege seien oft nicht leicht zu verstehen. „Durchkreuzte Lebenspläne gibt es in unserem Leben. Die Frage nach dem ,Warum' hilft uns es bei der Bewältigung von Krisen nicht wirklich weiter. Aber diese Frage ist für uns trotzdem eine wichtige Frage. Denn wir möchten Dinge verstehen, insbesondere dann, wenn unser Leben durch sie durcheinandergebracht wurde“, fügte er an.

Die „Warum-Frage“ suche nach Schuldigen. „Wer ist daran schuld, dass Lebenspläne zerstört werden?“ Allerdings werde diese Frage nicht offen gestellt, sondern meist gefragt: „Warum geschieht ausgerechnet mir das?“

Pfarrer Holmer appellierte, dass die Menschen in ihrem Leben die Situationen annehmen und darauf achten, wie es nach einem Schicksalsschlag weitergehen könne. „Ich wünsche Ihnen und uns allen, dass wir durchkreuzte Lebenspläne auch als Chance für uns annehmen, um mit Gott wieder ganz neu anzufangen“, so der evangelische Pfarrer zum Schluss.

Von Gerd Klemenz

Weitere Artikel