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BAD STAFFELSTEIN

Hebekissen und Spreitzer faszinieren beim Schnuppertag

Die Kinder zeigten sich sehr interessiert am technischen Equipment der Wehr. Hier erklärt Holger Reinlein Funktionsweise und Verwendungszweck des Rettungsspreizers. Foto: Mario Deller

Sirene und Martinshorn ertönen. Die Feuerwehr rückt aus. Wie viel an Know-How und technischer Ausrüstung dahintersteckt, um für alle denkbaren Einsätze gewappnet zu sein, erfuhren anschaulich interessierte Kinder beim Schnuppertag der Bad Staffelsteiner Feuerwehr.

Holger Reinlein, der bei der Aktion des städtischen Pfingstferienprogramms an diesem Samstagnachmittag unterstützt wurde von seinem Bruder Carsten und Jannik Hutter – beide ebenfalls engagierte Feuerwehrler – begrüßte Max, Pascal, Felix, Fabio, Noel und Nele mit einem fröhlichen „Hallo zusammen, ich bin der Holger“.

Die Kinder im Alter zwischen sechs und zehn Jahren strahlten, als Reinlein ankündigte: „Ihr dürft auch das eine oder andere Gerät unserer Feuerwehr ausprobieren.“ Und davon gibt es eine Menge, wie sich herausstellen sollte.

Eine kleine Spazierfahrt mit einer der Feuerwehrautos durfte freilich nicht fehlen. Foto: Mario Deller

Wann ruft man die 112, wann die 110? Welche Informationen brauchen die Feuerwehr oder Rettungsdienst am Telefon? Fragen wie diese bildeten eingangs das „Warm-Up“.

Auf einer Wellenlänge

Reinlein war sofort auf einer Wellenlänge mit den Kindern, was auch daran lag, dass es alles andere als ein Monolog war, das „Reinschnuppern“ in die wichtige Arbeit der Feuerwehr sich vielmehr ausgesprochen interaktiv gestaltete. „Ratet doch mal, wie viel Löschwasser wir mit diesem Auto hier transportieren können?“ 50 Liter! 100 Liter! „Eine Tonne“, wagte sich ein Junge weit aus dem Fenster – und lag damit immer noch unter der tatsächlichen Kapazität, wie Reinlein den staunenden Kindern verriet: „Es sind 2000 Liter, also zwei Tonnen, ungefähr so viel wie sechs volle Badewannen“.

Verständliche Worte

Alles im HLF 20-20 hat seine Bedeutung, so auch dieser Feuerwehrhelm mit Visier, erfuhren die Kinder. Foto: Mario Deller

„Wenn ihr einmal für die Schule ein Wort nennen müsst, das man oft trennen kann, hab ich eins für euch: dies hier ist das Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug“, fuhr Reinlein fort. Und an selbigem öffnete er schließlich nach und nach eine Seitenklappe nach der anderen. Etliche Gerätschaften kamen zum Vorschein, deren Verwendungszweck den Kindern altersgerecht erklärt wurde. Beim Wort „Kohlendioxidlöscher“ versteht ein Siebenjähriger – wenn er nicht gerade selbst schon Mitglied einer Kinderfeuerwehr ist – in der Regel erst einmal Bahnhof. Deshalb erläuterte Reinlein hierzu mit verständlichen Worten, wie Feuer überhaupt entsteht und welche beiden Löschmethoden – durch Wasser oder durch Ersticken – es zu unterscheiden gilt.

Holger Reinlein erklärt die Funktionsweise des Rettungsspreizers. Auch der junge Felix ist sehr interessiert an der technischen Ausrüstung der Wehr. Foto: Mario Deller

Dass die Kinder die gut zwei Stunden auf dem Gelände der Bad Staffelsteiner Feuerwehr in lebhafter Erinnerung behalten werden, lag daran, dass etliche Geräte der Wehr vorgeführt wurden – und sie selbst bei der Präsentationen mitmachten. So blies ihnen bei angenehm warmen Temperaturen ein heftiger Wind entgegen, nachdem der große Ventilator angeworfen worden war, der im Feuerwehr-Fachjargon „Druckbelüfter“ heißt. „Dieser dient dazu, verqualmte Räume wieder rauchfrei zu bekommen“, erklärte Reinlein.

Welche enorme Leistung das technische Equipment der Bad Staffelsteiner Feuerwehr doch bisweilen bietet – da sind nicht nur Kinder perplex. Sagenhafte 40 Tonnen können die Hebekissen in die Höhe hieven. „Damit lassen sich auch Autos und Reisebusse anheben“, so Reinlein. Den Kindern bereitete es große Freude, sich auf ein solches Hebekissen stellen zu dürfen, während zwei andere Teilnehmer nach Anschluss der diversen Verbindungsschläuche den Mechanismus zum Aufpumpen betätigten.

Ohren zuhalten war angesagt, als das Martinshorn ertönte. Foto: Mario Deller

Ihren Spaß hatten sie auch an einem kleinen Geschicklichkeitsspiel, das sich die Feuerwehrler für die Kinder ausgedacht hatten: Es wurden zwei Hebekissen unter einem Garniturentisch platziert und auf diesen ein Modellfeuerwehrauto gestellt. Die Ki

Selbst Reisebusse lassen sich mit den Hebekissen anheben. Da stellten die Kinder freilich keine große Belastungsprobe dar. Foto: Mario Deller

nder stellten sich nun der sportlichen Herausforderung, mittels des Steuerungsgerätes die beiden Hebekissen möglichst gleichmäßig aufzupumpen – ohne dass das kleine Modellauto seitlich vom Tisch rollt.

Zum Schluss wurde es laut

„Jetzt mal die Ohren zu halten, das Martinshorn wollen wir natürlich auch mal vorführen“, lacht Reinlein. Dass die Kinder in Windeseile die Sitzplätze des oben erwähnten HLF 20-20 in Beschlag genommen hatten, als Reinlein sie anschließend zu einer kleinen Spazierfahrt einlud, kann man sich an fünf Fingern abzählen.

Von Mario Deller

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