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BAD STAFFELSTEIN

Volker Heißmann im Kurpark: Alte „Dordn“ zur TV-Premiere

Volker Heißmann im Kurpark: Alte „Dordn“ zur TV-Premiere
Volker Heißmann sucht immer die Nähe zum Publikum. Foto: Gerda Völk

„Die, die diese Bühne gebaut haben, haben alles richtig gemacht“: Dass auf dieses „Lob“ noch ein Nachsatz folgen würde, war den Besuchers des Auftritts von Volker Heißmann auf der Seebühne im Kurpark sicherlich klar. „Nach fünf Minuten bekomme ich einen Sonnenbrand“, unkte der Kabarettist, der schon vorsichtshalber unter einen Sonnenschirm Platz genommen hatte. „Locker vom Hocker“ hieß sein Soloprogramm. Statt seines Stammpartners Martin Rassau hatte Volker Heißmann das „Pavel Sandorf Quartett“ mitgebracht.

„Sonnenbrand auf dem Ohrläppchen“

Das Thermometer am Eingang zum Kurpark zeigte am Freitagabend 30 Grad an, im Verlauf der ersten halben Stunde sollte es noch ein Grad mehr werden. Seinen zahlreich erschienenen Zuhörern prophezeite Heißmann einen „Sonnenbrand auf dem „Ohrläppchen“. Der Unterhaltungskünstler, durch seine Rolle als „Mariechen“ des Duos „Waltraut und Mariechen“ bekannt geworden, hat eine eingeschworene Fangemeinde. Doch das komische Fach ist nur eine Facette seiner Kunst, eine weitere erlebte das Publikum im Verlauf von gut zwei Stunden.

Altweiber-Klamotten und Perlenkette hatte Volker Heißmann bei seinem Auftritt in Bad Staffelstein abgelegt und stattdessen ein Blumensakko angezogen („Wann kann man so etwas schon tragen“). Sein Programm erwies sich als eine gelungene Mischung aus klassischem Entertainment mit witziger Satire und spontanen Zwiegesprächen mit dem Publikum.

Nur wenige Gäste aus Bad Staffelstein

Zunächst wollte Heißmann wissen, woher seine zahlreichen Gäste gekommen waren. Sechs bis acht outeten sich als Bad Staffelsteiner. Alle anderen mussten sich in Abwesenheit fragen lassen, ob der Unterhaltungskünstler ihnen etwas getan habe. Einen ganz anderen Kommentar erhielt eine Besucherin aus dem thüringischen Saalfeld („Du hast doch einen Schlag“). Die Besucherin nahm es gelassen zur Kenntnis, sie sollte im Verlauf des Abends noch das eine oder andere Mal Erwähnung finden. Mit vielen Anekdoten begeisterte der gebürtige Fürther sein Publikum. Heißmanns beruflicher Werdegang begann als kleiner Bub, der bis zum Stimmbruch die „Maria“ singen musste, und erreichte einen ersten Höhepunkt im Januar 1997 bei der Veitshöchheimer Fastnacht: „Wenn wir nicht in Veitshöchheim aufgetreten wären, hätte uns die Dame aus Saalfeld nicht kennengelernt.“

Generalprobe vor „normalen Menschen“

Doch zunächst habe erst einmal die Generalprobe auf dem Programm gestanden, erinnerte Heißmann an den Auftritt vor 22 Jahren.

Diese fand immer donnerstags statt, und wurden, anders als die Live-Übertragungen tags darauf, nicht von „Freibiergesichtern“, sondern von „normalen Menschen“ besucht.

Bei besagter Generalprobe hätten „Waltraut und Mariechen“ auf ein Stück Torte bestanden, diese habe allerdings am Tag der Liveübertragung gefehlt. „Kurzerhand wurde der Kuchen vom Vortag genommen.“ Danach habe das verdorbene Stück „Dordn“ im Magen des Komödianten rumort.

Volker Heißmann im Kurpark: Alte „Dordn“ zur TV-Premiere
Volker Heißmann zeigt seine Entertainerqualitäten auf der Seebühne. Foto: Gerda Völk

Zudem habe die Show einige Minuten früher geendet, und alle Akteure mussten mit der vorne sitzenden Prominenz zum Lied „Feierabend“ tanzen. „Das war sicher der beschissenste Fasching für Stoiber“, unkte er.

Faible für Entertainer der 1970-er und 1980-er Jahre

Volker Heißmann hat ein Faible für die Entertainer der 1970-er und 1980er Jahre. Besonders für Udo Jürgens, dessen Lied „Was wichtig ist“ zum Vortrag kam. Auch für den Entertainer Harald Juhnke kann sich Heißmann begeistern.

Einen beachtlichen Raum nahmen Lieder aus den Musicals „My fair Lady“ ein. Erwähnenswert ist die gespielte Suche nach einem männlichen Darsteller der weiblichen Hauptrolle der Eliza. Nacheinander schlüpfte Heißmann in die Rolle eines Amerikaners, eines Opernsängers und in die eines Darstellers des Tegernseer Volkstheaters.

Große Kunst des Komödianten offenbart

Gerade da offenbarte sich die große Kunst des Komödianten. Mit seinen Parodien brachte er sein Publikum zum Lachen. „Lachen ist nämlich die beste Medizin.“

Nur schade, dass es sie nicht auf Rezept gibt. „Zwei Minuten ein Anti-Merkel-Gesicht, und schon geht es besser“, gab er seinen Zuhörern mit auf dem Weg.

Insgesamt war es ein unterhaltsamer Auftritt an einen lauen Sommerabend.

 

Von Gerda Völk

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