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WOLFSDORF

Wolfsdorfer Theater: liebestolle Frauen und Wahrsagerei

Wolfsdorfer Theater: liebestolle Frauen und Wahrsagerei
Die liebestollen Damen Berta (Carolin Nüßlein) und Rosa (Svenja Lohneis) fallen über Ludwig (Dieter Lohneis) und Martin (Florian Fischer) her. Foto: Thomas Hümmer

Dieses war der erste Streich: Am vergangenen Wochenende fanden die ersten drei Aufführungen der Theatergruppe „No etzä fei – Bühne frei“ in der zum „Theaterstadl“ umdekorierten Maschinenhalle der Familie Weiß in Wolfsdorf statt. Drei weitere Aufführungen des Stückes „Das Orakel vom Jungfrauenhof“ werden folgen. Die zehn Laiendarsteller sprühten vor Spielfreude und Witz und unterhielten das gut aufgelegte Publikum hervorragend.

Das liebevoll mit schönen Details ausgestattete Bühnenbild zeigt den Außenbereich des „Jungfrauenhofs“ mit Wohnhaus und angrenzendem Kuh- und Hühnerstall. Stefan Bornschlegel – gleichsam Vorsitzender der Truppe – steht zusammen mit Dieter Lohneis bereits im 16. Jahr auf der Bühne. Der Theaterchef verkörpert den Knecht Jakob und spielt dabei wieder – wie in den Jahren zuvor – souverän und mit viel Mimik die Hauptrolle.

Mit Knochen in die Zukunft schauen

Wolfsdorfer Theater: liebestolle Frauen und Wahrsagerei
Die beiden Schwestern Mona (Jana Zapf) und Katja (Annabell Schrenker) möchten sich für die bevorstehende Brautschau „aufhübschen“.

Jakob wird auf dem Hof nicht ernst genommen und für dumm gehalten. Allerdings hat er es faustdick hinter den Ohren und spielt alle Hofbewohner untereinander aus. Oma Marie (Anne Zapf) ist die Eigentümerin des „Jungfrauenhofs“. Sie kann sich mit ihren beiden burschikosen und derben Enkelinnen, den Schwestern Katja (Annabell Schrenker) und Mona (Jana Zapf) – die übrigens auch im wahren Leben Geschwister sind, – gerade so über Wasser halten. Marie trauert ihrer alten Liebe Alois (Oswald Heller) nach, der sich vor 30 Jahren mit ihrem Sparbuch aus dem Staub gemacht hat. Sie würde gerne wissen, was aus ihm geworden ist, und wirft deshalb Knochen aus, um aus ihnen die Zukunft zu lesen.

„Bist du erst mit einer Frau vertraut, ist dein Leben gleich versaut.“
Dieter Lohneis alias Ludwig
Wolfsdorfer Theater: liebestolle Frauen und Wahrsagerei
Die resolute Jungfer Berta (Carolin Nüßlein) liest Alois (Oswald Heller) die Leviten und nimmt ihn in den Schwitzkasten. Foto: Thomas Hümmer

Viehhändler Ludwig (Dieter Lohneis) hat es auf den „Jungfrauenhof“ abgesehen. Er setzt deshalb seinen Sohn Martin (Florian Fiedler) auf eine der beiden auf dem Hof lebenden Frauen an. Um die Wirrungen, Aberglaube und Liebe noch perfekt zu machen, kommen die beiden mannstollen Schwestern Berta (Carolin Nüßlein) und Rosa (Svenja Lohneis) sowie Alois‘ Freund Lukas (Felix Bornschlegel) ins Spiel.

Die Theatergruppe hat wieder einiges an Lokalkolorit in das Stück eingebaut, was allerdings nur für Wolfsdorfer Theaterbesucher verständlich war und für Lacher sorgte. Ein paar kleine Texthänger und Pannen wurden gekonnt überspielt und vom Publikum mit Lachern quittiert, wie die Situation, als Anne Zapf kurz von der Bühne verschwand mit der Aussage: „Ich komm‘ gleich wieder, ich hab‘ nur meine Knochen vergessen.“

Frauen und Männer bekommen im Stück gleichermaßen „ihr Fett weg“. Gute Beispiele dafür sind die Aussage von Maria (Annabell Schrenker), „Mannsbilder sind wie öffentliche Toiletten – entweder besetzt oder beschissen“, und von Dieter Lohneis alias Ludwig: „Bist du erst mit einer Frau vertraut, ist dein Leben gleich versaut.“

Es gibt noch weitere Termine

Wolfsdorfer Theater: liebestolle Frauen und Wahrsagerei
Der Knecht Jakob (Stefan Bornschlegel) versucht sich darin, die Zukunft vorauszusagen. Gespannt folgen Mona (Jana Zapf), Marie (Anne Zapf) und Katja (Annabell Schrenker) seinen Zukunftsprognosen. Foto: Thomas Hümmer

Die Laienschauspieler machen ihre Sache wieder sehr gut. Neben dem Stammspielern machen auch die „Neuen“ wie Svenja Lohneis, Florian Fiedler und Oswald Heller eine gute Figur. Wer nun einen vergnüglichen Abend verbringen will und seine Lachmuskeln mal so richtig strapazieren möchte, hat am Mittwoch, 29. Mai, am Freitag, 31. Mai, sowie am Samstag, 1. Juni, jeweils um 19.30 Uhr noch die Gelegenheit dazu.

Karten sind ab 18.30 Uhr an der Abendkasse erhältlich. (thü)

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