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BAD STAFFELSTEIN

Bahnhof Bad Staffelstein: barrierefrei bis März 2024

Bis März 2024 soll der Zugang zum Bad Staffelsteiner Bahnhof barrierefrei umgestaltet sein. Foto: Markus Drossel

Der Bahnhof der Thermenstadt wird barrierefrei umgestaltet: Das war schon vor der jüngsten Sitzung des Stadtrats klar. Erstmals aber erfuhren die Räte jedoch von Heike Steinhoff, der Leiterin des Bahnhofsmanagements Bamberg, wie die Planungen aussehe. Und dass für die Umsetzung noch einige Jahre ins Land gehen werden.

Mindestens fünf Millionen Euro veranschlagen die Planer der Deutschen Bahn für die Umbaumaßnahme. Dabei wird die Treppe im Bereich des Bahnhofs etwas in Richtung Vorplatz gerückt und durch einen Aufzug ergänzt. Die Treppen durch Rampen ganz zu ersetzen, kommt aufgrund der räumlichen Enge nicht in Frage. Maximal sechs Prozent Steigung sind zulässig: In Bad Staffelstein nicht realisierbar. Aber dafür gibt es ja die Aufzüge. Den einen auf der Seite des Bahnhofs, den anderen am Mittelgleis. Und beide nicht, wie Steinhoff und ihr Kollege und Planungsingenieur Andreas Sindel ergänzten, nicht in dunklen Ecken oder am Ende eines dunklen Zugangs. „Das Problem haben wir in Ebensfeld“, so die Managerin. Will meinen: Gestank und Dreck vergrätzen dort die Leute. Und diesen Fehler will die Bahn in Bad Staffelstein nicht noch einmal begehen.

Über dem Treppenbereich wird ein so genanntes Typendach installiert, das etwas größer ist als das bisherige. „Wir haben keine architektonischen Freiheiten, sondern müssen uns da streng an die Vorgaben halten“, so Steinhoff, die für insgesamt 107 Bahnhöfe in ganz Oberfranken zuständig ist. Aus den zwei Möglichkeiten habe man die schönere ausgewählt.

Bahnsteigkanten werden erhöht

Die Stellplätze rechts vom Bahnhof werden während der Bauarbeiten gesperrt. Hier wird das Baumaterial gelagert. Foto: Markus Drossel

Im Zuge der barrierefreien Umgestaltung werden auch die Bahnsteigkanten erneuert – und erhöht: Um Bundesfördermittel für das Projekt zu bekommen, werden sie dann 76 Zentimeter messen, bislang sind es unter 55. Und das auf einer Lange von 200 Metern. Die reine Bauzeit kalkuliert das Planerteam der Deutschen Bahn mit rund eineinviertel Jahren, wie Planungsingenieur Andreas Sindel informierte.

Bürgermeister Jürgen Kohmann (CSU) erinnerte, dass die Stadt schon seit Jahrzehnten für die Barrierefreiheit „ihres“ Bahnhofs kämpfe. „Bereits die Bürgermeister Baptist Faulstich und Georg Müller waren diesbezüglich sehr aktiv“, sagte er. Alleine seit 2006 habe es „79 Aktivitäten zu diesem Thema“ gegeben, von Schreiben an die Bahn über Gespräche mit Abgeordneten bis hin zu Treffen mit Behindertenbeauftragten. „Letztlich war es die Bundestagsabgeordnete Emmi Zeulner, die dazu beitrug, dass der Knoten sich nun löst.“

Das Problem dabei: In Bad Staffelstein werden täglich 1000 aus- und Einstiege verzeichnet, was den Bahnhof weder zu den ganz kleinen noch zu den großen zählen lässt. Und so fiel der Bahnhalt in der Adam-Riese-Stadt über Jahre durch das Raster der Planer. „Jetzt aber sieht es so aus, als ob die unendliche Geschichte ein guten Ausgang findet“, so der Rathauschef.

Etwas enttäuscht war er von der zeitlichen Vorstellung der Bahnmanagerin, die mit der konkreten Entwurfsplanung erst im Sommer 2020 und einer Fertigstellung im März 2024 der Bauarbeiten rechnet.

Blick in den derzeitigen Gleiszugang. Foto: Markus Drossel

„Ich habe gehofft, dass wir 2022 fertig sind. Aber auch bei der Schönbrunner Bahnbrücke hieß es, es würde über ein Jahr dauern. Letztlich waren wir in einem Dreivierteljahr durch“: Kohmann machte deutlich, dass er alle Hebel in Bewegung setzen werde, um die Umbaumaßnahmen zu beschleunigen. Steinhoff hielt entgegen, dass damit ein massiver Eingriff in den Schienenverkehr einher gehe, Streckensperrungen inklusive, die nun einmal drei Jahre im Voraus bei der DB Netz angemeldet werden müssten. Während des Baus wird der kleinere Parkplatz rechts neben dem Bahnhofsgebäude übrigens gesperrt und als Lagerplatz für Baumaterial genutzt. Die Park-and-Ride-Fläche auf der anderen Seite bleibt erhalten.

Ein klarer Mehrwert

Auf das neue Treppenhaus kommt auch ein neues, etwas breiteres Dach. Foto: Markus Drossel

Quer durch alle Fraktionen gab es Lob für das Projekt barrierefreier Bahnhof. „Der barrierefreie Zugang hilft nicht nur Menschen mit Handicap, sondern schafft auch Anzeige für Familien mit Kindern, die Bahn zu nutzen“, betonte Stadtrat Walter Mackert (CSU), zugleich auch Behindertenbeauftragter der Stadt. Doch wie steht es um den Unterhalt? Werner Freitag (Staffelsteiner Bürger für Umwelt und Naturschutz) warf diese Frage auf, woraufhin Heike Steinhoff auf das Eisenbahnkreuzungsgesetz verwies und damit darauf, dass auch die Stadt nicht außen vor sei. Abschließend sei darüber noch nicht beraten, wie Bürgermeister Kohmann betonte. „Die Barrierefreiheit ist so wichtig für Bad Staffelstein, da sollte es am Unterhalt nicht scheitern“, signalisierte Winfried Ernst seitens der Freien Wähler.

Weiterhin nicht barrierefrei bleibt übrigens die Unterführung der Bahn zwischen St-Georg-Straße beziehungsweise städtischem Stadion und Therme beziehungsweise Kurbereich. Der dortige Zugang zu den Gleisen wird auch künftig ausschließlich über Treppe zu erreichen sein.

Im Stadtrat kurz notiert

• 38 Kinder aus dem Stadtgebiet Bad STaffelstein gehen in den Kidnergarten Schönbrunn, die Stadt Lichtenfels ist mit 25 Kindern beteiligt. Der Haushalt des Zweckverbands schließt im Verwaltungshaushalt mit 541 100 Eur (Vorjahr: 510 600 Euro) und im Vermögenshaushalt mit 26 200 Euro (2018: 150 700 Euro). Der im Verrwaltungshaushalt umzulegende Bedarf beträgt 69 300 Euro, wovon auf Bad Staffelstein 41 800 Euro entfallen. Der Zweckverband ist Schuldenfrei. Der Stadtrat hat gegen den Haushalt keine Einwände.

•Die Feuerwehr Uetzing soll ein Hilfeleistungslöschfahrzeug HLF 10 erhalten, das das LF 10/6 aus dem Jahr 1986 ersetzen soll. Die Kosten von rund 300 000 Euro sollen im Haushalt 2020 verankert werden. Der Stadtrat beauftragte die Verwaltung mit einer europaweiten Ausschreibung und dem Stellen von Förderanträgen bei Regierung von Oberfranken (wohl 73 500 Euro) und Landkreis (5000 Euro).

• Am Freitag will der Planer aus Gunzenhausen erste Entwürfe für die Neugestaltung der Bahnhofstraße im Rathaus vorstellen. In diesen sollen auch mehr Stellflächen berücksichtigt werden. Ziel ist es, mit dem Bauabschnitt IV im Frühjahr 2020 zu beginnen.

 

Von Markus Drossel

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