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VIERZEHNHEILIGEN

Mozarts „Regina coeli“ begeistert beim Vierzehnheiligenfest

Der Kirchenchor und das Orchester aus Trockau unter der Leitung von Ottmar Schmitt gestalteten das Pontifikalamt mit. Foto: Gerd Klemenz

Zu den Höhepunkten des Kirchenjahres in Vierzehnheiligen gehört das Fest der heiligen 14 Nothelfer, das am vergangenen Sonntag in der Wallfahrtsbasilika wurde. Das Pontifikalamt mit Weihbischof Herwig Gössl am Vormittag und die Nothelferprozession am Nachmittag werden den Beteiligten in Erinnerung bleiben.

Besonders beeindruckend war der katholische Kirchenchor und das Orchester der Pfarrei „Sankt Thomas“ aus Trockau unter der Leitung von Ottmar Schmitt. Die „Orgelsolomesse“ und zur Kommunion das „Regina coeli“, beides von Wolfgang Amadeus Mozart, begeisterte die zahlreichen Gläubigen in der päpstlichen Basilika. Die Hauptorgel spielte Georg Hagel.

„13 der 14 Nothelfer sind Märtyrer, die für ihren Glauben an Jesus Christus ihr Blut vergossen und ihr Leben hingegeben haben.“
Herwig Gössl, Weihbischof

Die festlichen Gewänder der Geistlichkeit, eine geschmückte Basilika und die musikalische Umrahmung bildeten den Rahmen für ein außergewöhnliches Ereignis auf dem „heiligen Berg“. In der Basilika begrüßte Guardian Heribert die vielen kirchlichen und weltliche Würdenträger. Weihbischof Herwig Gössl ging in seiner Predigt auf das Martyrium ein.

Die feierliche Prozession mit den Figuren der heiligen Nothelfer umrundete zwei Mal die Basilika. Foto: Gerd Klemenz

„Dass das Martyrium mitten in die Kirche hineingehört, zeigt uns das Beispiel mit aller Schönheit und doch drastisch genug: der Gnadenaltar hier in der Basilika von Vierzehnheiligen. 13 der 14 Nothelfer sind Märtyrer, die für ihren Glauben an Jesus Christus ihr Blut vergossen und ihr Leben hingegeben haben“, sagte der Weihbischof. Das zeigten in verschiedenen Abbildungen am Gnadenaltar die Symbole der Martyrien.

„Sie sagen uns damit, dass es etwas gibt, das wichtiger ist als das Leben überhaupt. Und das ist die Verbundenheit mit Gott“, so der Geistliche. „Man konnte diesen Menschen alles nehmen, am Schluss sogar das Leben, aber nicht ihren Glauben und das Vertrauen auf Gottes Schutz und Hilfe.“ Wenn sich immer wieder Wallfahrer auf dem Weg machten und ihren Glauben bekennen würden, in Gebet und Gesang, dann seien sie Märtyrer, also Zeugen für den Auferstanden Herrn, der ihr Leben bewege, so der Weihbischof.

Wenn Wunden zu Perlen werden

Weihbischof Herwig Gössl zelebrierte das Pontifikalamt zum Vierzehnheiligenfest. Foto: Gerd Klemenz

Auch am Nachmittag war die Basilika am Nachmittag gut gefüllt. Monsignore Wolfgang Witzgall hielt bei der Andacht die Predigt. Er sagte, dass die Verehrung von Heiligen Ausdruck einer Frömmigkeit sei, die bis in die früheste Zeit des Christentums zurückreiche. In den Auszeichnungen der heiligen Hildegard habe er gelesen, dass die Kunst menschlicher Selbstwerdung darin bestehe, Wunden zu Perlen werden zu lassen.

„Wenn ich mich aussöhne mit meinen Wunden, dann kann ich in ihnen etwas Kostbares entdecken. Etwas, dass meinen persönlichen Wert ausmacht und mir meinen Lebensweg aufzeigt. Jede Verletzung hält mich lebendig auf Gott und die Menschen hin“, so Witzgall. „Aber solange die Wunden noch eitert, können sie nicht zur Perlen werden. Sie muss erst heilen, und nach Heilung sehnen sich heute viele Menschen.“ Und er fügte an: „Gott ist der wahre Arzt für Leib und Seele. Er wird auch unsere Wunden heilen und sie in Perlen verwandeln.“

Zweimal um das Gotteshaus

Bei der Prozession um die Basilika trugen Jugendliche und Erwachsene aus Grundfeld und Wolfsdorf die Figuren der 14 Nothelfer auf Holzstangen. Viele Gläubige nahmen teil. Dazu spielten die Ansbachtaler Musikanten aus Roth. Zweimal umrundeten die Gläubigen das Gotteshaus. Pater Stanislaus Wentowski trug die Monstranz unter dem Baldachin.

 
 

klem

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