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DITTERSBRUNN

Dittersbrunn: Feuerwehrleute sind Mutbürger statt Wutbürger

40 Jahre aktiver Feuerwehrdienst – das verdiente hohe Anerkennung, fanden auch Bürgermeister Bernhard Storath (3.v.li.), Kreisbrandrat Timm Vogler (rechts) und Landrat Christian Meißner (3.v.re.) bei der Ehrung. Foto: Mario Deller

„Heute ist ein Tag der Freude und Dankbarkeit“. Mit diesen Worten segnete Pfarrer Udo Zettelmaier im Rahmen des Feuerwehrfestes in Dittersbrunn die im Vorjahr der Wehr übergebene neue Tragkraftspritze. Der Geistliche unterstrich dabei den nach wie vor hohen Wert der Nächstenliebe für die Gesellschaft.

Die zweitägigen Feierlichkeiten, deren Höhepunkt die Pumpeneinweihung war, starteten mit einem Festzug durch Dittersbrunn unter Beteiligung von Abordnungen der Wehren aus dem Gemeindegebiet, des übrigen Landkreises und Nachbarlandkreise wie etwa aus Unterleiterbach.

Bürgermeister Bernhard Storath (li.), Landrat Christian Meißner (3.v.r.) und Kreisbrandrat Timm Vogler (2.v.r.) brachten ihre Dankbarkeit gegenüber den Aktiven zum Ausdruck, die diesen wichtigen Dienst seit einem Vierteljahrhundert ausüben. Foto: Mario Deller

54 Jahre hatte die vormalige Pumpe der örtlichen Wehr auf dem metallenen Buckel. Umso erfreuter zeigte man sich im Vorjahr, als das moderne Hochleistungsgerät „Fox S“ in Betrieb genommen werden konnte, mit einer Leistungsfähigkeit von 1200 Litern pro Minute bei acht Bar Betriebsdruck. „Sie hat sich bereits einige Male bewährt“, so Kommandant Stefan Batz. Gute Dienste leistet das neue technische Herzstück der Wehr etwa bei einem Scheunenbrand in Pferdsfeld oder als im August des Vorjahres der Ebensfelder Baggersee umzukippen drohte.

Nicht nur die Technik zählt

In seiner Predigt griff Pfarrer Udo Zettelmaier das Thema „Nächstenliebe“ auf. Die neue Pumpe sei zwar natürlich ein Anlass zur Freude. „Entscheidend ist aber, dass es Feuerwehrleute wie Sie gibt, die die Pumpe bedienen, die kompetent helfen können und wollen“, betonte er. Auch er selbst, so der Geistliche, empfinde große Dankbarkeit gegenüber den Mitmenschen, die ihm seinerzeit vor 26 Jahren in einer Notlage geholfen hätte. Als sein Auto damals von Betrunkenen gerammt wurde, wäre er ohne die beiden Männer, die ihn befreiten – im Fahrzeug eingeklemmt bei eisigen minus 15 Grad Celsius – ansonsten vermutlich erfroren, meinte er nachdenklich.

Verkehrte Welt

Pfarrer Udo Zettelmaier hielt eine bewegende, auch aufrüttelnde Predigt und spendete der neuen Pumpe den kirchlichen Segen. Foto: Mario Deller

Es brauche heute mehr denn je „Mutbürger statt Wutbürger“, so Zettelmaier. In diesem Zusammenhang sprach er auch ein unschönes Thema an, nämlich dass so manchem Ehrenamtlichen Undank entgegenschlage. „Lassen Sie sich davon bitte nicht entmutigen“, appellierte er bei der Segnung der Pumpe, an der durch das Vorlesen der Fürbitten auch die örtliche Kinderwehr, die „Löschzwerge“ mitwirkten.

„Im Landkreis Lichtenfels zu leben heißt sicher zu leben“, lobte Landrat Christian Meißner das Engagement der rund 3600 Feuerwehrleute im Kreis. Entsprechende Anerkennung zollte auch Bürgermeister Bernhard Storath: „Auf die Feuerwehren ist Verlass“, so der Rathauschef. Die Marktgemeinde nehme den Brandschutz sehr ernst, so Storath und bat um Verständnis, wenn leider nicht alle Wünsche der Wehren erfüllt werden können. Neben der Kelbachtaler Blasmusik brachte sich als musikalische Umrahmung am Samstag auch der Chor „Gedankensprung“ aus Kleukheim ein.

Respekt und Anerkennung

Zahlreiche Wehren zogen beim Festumzug durch Dittersbrunn. Foto: Mario Deller

Die Feuerwehren sind immer so gut wie die Bereitschaft der Bevölkerung, sich in diesen einzubringen. Lautstarken Applaus verdient hatten sich vor diesem Aspekt diejenigen aus den Wehren im Gemeindegebiet, die in Dittersbrunn für 25 oder sogar 40 Jahre aktiven Dienst in der Feuerwehr geehrt wurden, hierfür das Feuerwehr-Ehrenzeichen in Silber beziehungsweise Gold überreicht bekamen. Die „40-jährigen“ durften sich außerdem über einen Ehrenkrug des Landkreises und einen Gutschein für einen einwöchigen Aufenthalt im Bayerischen Feuerwehrerholungsheim in Bayerisch Gmain freuen.

Sonderehrung für das Urgestein

„Ihr herausragendes Engagement steht für kameradschaftliches Miteinander und Dienst am Nächsten“, so die Dankesworte von Kreisbrandrat Timm Vogler, der die Ehrung zusammen mit dem Landrat, dem Bürgermeister, Kreisbrandinspektor Siegfried Hammrich und Kreisbrandmeister Christian Schilder vornahm. Letztgenannter war übrigens auch unter den Geehrten. Für außergewöhnliches Engagement um die Wehr Sträublingshof-Dittersbrunn eine Sonderehrung mit Urkunde wurde zudem „Urgestein“ Bernhard Engert zuteil.

Die Verdienste des „Urgesteins“ Bernhard Engert (li.) von der Feuerwehr Dittersbrunn-Sträublingshof wurden mit einer besonderen Ehrung gewürdigt. Kommandant Stefan Batz übergibt die Urkunde. Foto: Mario Deller

Eine Torte mit einem neuen Logo der Feuerwehr Dittersbrunn-Sträublingshof wurde angeschnitten, später am Abend spielte die Gruppe „Katha und die Frankenbuam“ auf. Am darauf folgenden Sonntag präsentierte sich die Feuerwehr Dittersbrunn-Sträublingshof erneut als guter Gastgeber, erfreute die Besucher mit einem bunten Programm von einer Lesung mit dem bekannten Autor Helmut Vorndran bis zu interessanten Feuerwehr-Vorführungen. Und die neue Tragkraftspritze wurde bei dieser Gelegenheit natürlich auch noch einmal ausgiebig inspiziert.

Die Geehrten

Für 25 Jahre: Andreas Engert (Dittersbrunn/Sträublingshof), Christian Schilder (Unterneuses), Alexander Trütschel (Pferdsfeld), Tobias Glock (Freiberg), Oliver Lieb, Marco Brockard (beide Birkach), Marco Förtsch, Heinrich Zellmann (beide Döringstadt), Lorenz Zellmann, Christoph Storath (beide Kleukheim), Johannes Hennemann, Markus Fadler und Bernhardt Gehringer (alle Prächting)

40 Jahre: Martin Zellmann (Dittersbrunn/Sträublingshof), Reinhold Zeitler (Döringstadt), Stefan Weidner (Kümmel), Kunibert Betz (Oberküps), Karl Pfister und Wendelin Finzel (beide Kleukheim).

 

Von Mario Deller

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