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EGGENBACH

Bürgerversammlung in Eggenbach: Neue Ära für die Feuerwehren

Bürgerversammlung in Eggenbach: Neue Ära für die Feuerwehren
Die frühere Gaststätte „Jägersruh“ in Döringstadt wird nach einer umfassenden Sanierung künftig als Gemeinschaftshaus dienen. Foto: Mario Deller

Rund 40 Zuhörer füllten am Donnerstagabend das Jugendheim in Eggenbach bei der dritten Bürgerversammlung des Marktes Ebensfeld. Und es wurde an der eine oder anderen Stelle auch ein wenig emotional.

Wie schon zuvor in Ebensfeld und Prächting ging Bürgermeister Bernhard Storath eingangs ein auf eine Vielzahl von Projekten, die 2018 ihren Abschluss fanden, sich in der Umsetzung befinden oder für die der Startschuss kurz oder mittelfristig erst noch fällt.

Sanierungen von Immobilien wie das „Haus der Bäuerin“ oder Neubauten wie die Kindertagesstätte sind das eine, der Faktor „Mensch“ bleibt aber auch anno 2019 unersetzlich, so die Quintessenz der Versammlung. Deutlich wurde dies am Beispiel der Feuerwehr. Zum einen sind die Eggenbacher froh, dass am Feuerwehrhaus heuer angebaut wird und die Wehr ein neues Tragkraftspritzenfahrzeug bekommt. Im selben Atemzug thematisierte der Bürgermeister allerdings eine unvermeidliche strukturelle Veränderung: Bedingt durch Probleme bei der Kommandantennachfolge der Freiberger Feuerwehr wird es, so Storath, künftig nur noch eine gemeinsame Dienstfeuerwehr für Eggenbch, Freiberg und Draisdorf geben. Die einzelnen Feuerwehrvereine blieben indes bestehen, hieß es weiter. „Wir sind, so denke ich, auf einem guten Weg, um den Brandschutz hier bei euch aufrechtzuerhalten“, gab sich Storath betont optimistisch.

„Sprecht die Mitarbeiter ruhig an – das ist keine Unterbrechung ihrer Arbeit, das ist ihre Arbeit.“
Bernhard Storath, Bürgermeister

Auch in Döringstadt wird sich 2019 etwas Entscheidendes tun, war weiter zu erfahren. Die Rede war vom geplanten Umbau des einstigen Gasthauses „Jägersruh“ zum Gemeinschaftshaus, begleitet von der Errichtung eines Stellplatzes für die örtliche Wehr auf dem dahinter liegenden Hof. Es gebe immerhin rund eine Million Euro Zuschuss zu dem Vorhaben, ließ der Bürgermeister wissen. Allmählich könne man in die Planung gehen.

Der Radweg wird gebaut

Die sportlichen Naturen unter den Zuhörern verfolgten aufmerksam die Ausführungen zur geplanten Radwegeverbindung von Döringstadt über Eggenbach nach Lahm im Itzgrund im Rahmen eines landkreisübergreifenden „Leader“-Projektes. Wie schon in den beiden anderen Bürgerversammlungen anklang, gab es durch bürokratische Hürden zeitliche Verzögerungen. Die Länge der Radwegeverbindung beträgt 7,7 Kilometer und soll über bestehende Feld- und Waldwege sowie innerörtliche Straßen verlaufen. Rund 5,6 Kilometer befinden sich auf dem Gebiet des Markes Ebensfeld, der übrige Teil auf dem Gemeindegebiet Itzgrund. Das Leader-Projekt wird zu 70 Prozent staatlich bezuschusst, für den Markt Ebensfeld ergibt sich ein Eigenanteil von rund 123 000 Euro.

Durch den Dreck in die Ortschaft

Tobias Walter von der Gemeindeverwaltung zeigte das 150 Meter lange Teilstück, das als wohl einziger Abschnitt an der Strecke neu gebaut wird, nämlich am Ortsende von Eggenbach Richtung Ebensfeld. Das Projekt soll heuer auf den Weg gebracht werden, dessen Umsetzung findet vielleicht schon im Herbst diesen Jahres statt, wahrscheinlicher ist aber eine Realisierung erst 2020.

Ein Punkt, der offenbar manchem Eggenbacher auf den Nägel brennt, ist der fehlende Gehweg an der Eggenbacher Hauptstraße. „Wir laufen durch den Dreck in die Ortschaft. Das ist ein untragbarer Zustand, da muss etwas passieren“, so ein Anwohner. Auch der Sicherheitsaspekt etwa für Eltern mit Kinderwägen – und dies verstärkt in den Wintermonaten bei zusätzlicher Einengung durch Schnee am Fahrbahnrand – wurde angesprochen. In diesem Zusammenhang wurde daran erinnert, dass vor zehn Jahren gefragt wurde, ob der Wunsch nach einem Gehsteig besteht. Dies lehnten die Eggenbacher ab – wohl vor allem deshalb, weil sie im Falle der Realisierung des Gehwegs per Umlage zur Kasse gebeten worden wären. Ob die Eggenbacher Anwohner bei der heutigen Rechtslage sowie unter Berücksichtigung der Tatsache, dass es sich um die komplette Neuanlage eines Gehwegs handeln würde, auch jetzt noch durch eine solche Maßnahme finanziell belastet werden würden, darüber konnte keine definitive Aussage getroffen werden.

Der Schandfleck am Löschteich

Zudem müsste hierfür noch eine weitere Voraussetzung geschaffen werden, ergänzte der Bürgermeister: „Wenn wir es angehen wollte, bräuchten wir außerdem erst Grunderwerb“. Dass es sich um eine Kreisstraße handelt, macht die Umsetzung nicht einfacher. Mancher Bürger ließ sich von der schwierigen Ausgangslage nicht abschrecken. „Das Thema Gehsteig sollte unbedingt neu aufgerollt werden, der muss ja gar nicht eineinhalb Meter breit sein“, meinte ein Eggenbacher. Ein durchgehender Gehweg wäre wohl eh nicht möglich.

Ein anderer Zuhörer plädierte für die Renaturierung des teilweise verrohrten Bachlaufs in Eggenbach. Den Bereich am Löschteich bezeichnete er als „Schandfleck“. Hier konnte der Bürgermeister mit guten Nachrichten aufwarten: „Das haben wir bereits auf dem Schirm. Wir sind zusammen mit dem Wasserwirtschaftsamt dran, da etwas zu machen, dies wird wohl geschehen im Zuge des Radwegprojekts“.

Ein Feldweg zwischen Draisdorf und Wiesen hat sich abgesetzt, berichtet ein Draisdorfer Bürger, sprach von einer „Zumutung“. Hier müsste die Jagdgenossenschaft mit ins Boot geholt werden, die Gemeinde würde sich dann mit 50 Prozent beteiligen, erklärte der Bürgermeister. Ein anderer Zuhörer regte eine Dorferneuerung in Draisdorf an. „Das muss man überprüfen“, entgegnete der Bürgermeister und wies darauf hin, dass eine Dorferneuerung verpflichtend auch gestalterische Elemente enthalten muss.

Bei Fragen und Anliegen seien die Bürger jederzeit eingeladen, diese im Rathaus vorzubringen, schloss der Bürgermeister die Versammlung. „Sprecht die Mitarbeiter ruhig an – das ist keine Unterbrechung ihrer Arbeit, das ist ihre Arbeit“.

Von Mario Deller

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