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EBENSFELD / LICHTENFELS

Feuerwehren: 526 Einsätze im Landkreis Lichtenfels

Vier neue Kreisbrandmeister verstärken das Team der Inspektion (v. li.): Landrat Christian Meißner, Bernd Schramm, Markus Witzgall, Alexander Klose, Michael Kannegießer und Kreisbrandrat Timm Vogler. Foto: Andreas Welz

Einigkeit demonstrierten die Blaulichtorganisationen am vergangenen Freitag bei der Dienstversammlung der Feuerwehrkommandanten im Landkreis Lichtenfels in der Dreifachturnhalle in Ebensfeld. Die Vertreter vom Roten Kreuz, Polizei Technischen Hilfswerk und der Integrierten Leitstelle Coburg lobten die gute Zusammenarbeit und den Schulterschluss mit der Landkreisfeuerwehr. Kreisbrandrat Timm Vogler unterstrich: „Die perfekte Zusammenarbeit im Brand- und Katastrophenschutz ist keine Selbstverständlichkeit“.

Kein Ausrichter für Kreisfeuerwehrtag

Vogler gab die Neuorganisation der Kreisbrandinspektion bekannt, verabschiedete verdiente Mitglieder und begrüßte vier neue Kreisbrandmeister. Ein Wermutstropfen fiel in die harmonische Versammlung: Für die Kreisfeuerwehrtage im kommenden Jahr und 2020 hat sich keine Wehr zur Verfügung gestellt. 2021 wird Altenkunstadt die Großveranstaltung ausrichten.

„Insgesamt wurden 56 000 Stunden ehrenamtlich geleistet. Das entspricht rund 2,8 Millionen Euro Personalkosten, die den Kommunen erspart blieben.“
Timm Vogler, Kreisbrandrat

Durch das altersbedingte Ausscheiden der Kreisbrandinspektoren Ottmar Jahn und Gerhard Elflein zum 31. Januar 2019 rückt für der Bereich Altenkunstadt, Burgkunstadt und Weismain Thilo Kraus nach. Für den Inspektionsbereich Bad Staffelstein und Ebensfeld wird Siegfried Hammrich bestellt. Im Rahmen der Neustrukturierung der Kreisbrandinspektion wurden Michael Kannegießer, Bernd Schramm, Markus Witzgall und Alexander Klose in einem offenen Bewerbungsverfahren ausgewählt. Nach dem Ausscheiden von Ottmar Jahn zum 1. Februar ernannte Vogler Kreisbrandinspektor Siegfried Hammrich zum ständigen Vertreter des Kreisbrandrates.

Für ihre langjährige und erfolgreiche Tätigkeit an der Spitze der Jugend und als Ausbilderin wurde Nicole Trapper aus Bad Staffelstein zum Ehrenkreisbrandmeister ernannt. „Sie hat als Kreisjugendwart viele positive Spuren hinterlassen, die es fortzuführen gilt“, lobte der Kreisbrandrat. Organisationstalent, Kameradschaft sowie Führungsqualität zeichneten sie als gern gesehene Führungskraft aus.

In den sechs Jahren seiner engagierten Tätigkeit auf Inspektionsebene hatte Jochen Bauer wertvolle Arbeit geleistet. Auch er wurde zum Ehrenkreisbrandmeister ernannt. Seit dem Eintritt in die Feuerwehr Weismain 1984 bekleidete er die Funktionen des Jugendwarts, des 1. Vorsitzenden und zuletzt das Amt des Kommandanten, das er bis heute innehat. Starkwetterereignisse professionell abzuarbeiten lag ihm besonders am Herzen, so der Kreisbrandrat. Bauer entwickelte ein effektives Landkreiskonzept, schuf und leitete eine Dispogruppe, die sich in vielen Einsätzen bewährt hatte.

In seinem Rechenschaftsbericht hob Kreisbrandrat Vogler 1309 Einsätze in diesem Jahr hervor. Insgesamt wurden 56 000 Stunden ehrenamtlich geleistet. Das entspreche rund 2,8 Millionen Euro Personalkosten, die den Kommunen erspart blieben. 25 Menschen wurden gerettet, dabei seien drei Feuerwehrleute bei Einsätzen verletzt worden. 1209 Alarmierungen folgten 526 Einsätze – 15 mehr als im Vergleichszeitraum 2017. Technische Hilfeleistung wurde in 229 Fällen geleistet. Unwetterschäden, überflutete Keller und Unfälle waren die häufigsten Ursachen. Im ABC-Gefahrstoffbereich, zum Bespiel auslaufender Kraftstoff, rückten die Wehren 21 Mal aus. 97-mal gab es Fehlalarm, hauptsächlich durch automatische Brandmeldeanlagen ausgelöst.

Positiv bewertete der Kreisbrandrat die Einführung der Rauchmelderpflicht. Die Feuerwehrbedarfsplanung werde im vollen Umfang umgesetzt und von den Kommunen unterstützt. Nach der Anschaffung von Großfahrzeugen für die Stützpunktwehren stehe jetzt die Ausrüstung der Ortsteilwehren an. „Bis 2021 werden mindestens 33 Tragkraftspritzenfahrzeuge in den Landkreiskommunen folgen“, kündigte er an. Seit über zwei Jahren laufe die Struktur der Alarmierungseinheiten, auch diese Einrichtung könne als Erfolg gewertet werden.

Als neuen Rekord bezeichnete der Kreisbrandrat das Ausbildungsprogramm. Bei den Standortschulungen wurden 9339 Stunden geleistet. Im Ausblick nannte Vogler den Chemikalienschutz, die Großbaustellen im Landkreis, die Afrikanische Schweinepest oder die Großtierrettung. Sein Dank galt Landrat Christian Meißener, dem Kreistag, den Verantwortlichen der Landkreisverwaltung und den Bürgermeistern.

Amtsrat Achim Liesaus gab Mitteilung aus dem Landratsamt bekannt. Von der Jugendfeuerwehr berichtete Tino Schamberger. Er warb für mehr Interesse der Aktiven an den Veranstaltungen. Ralf Hönninger beschrieb die Maschinistenausbildung an der Drehleiter. Peter Kunzelmann, Leiter der Integrierten Leitstelle (ILS) in Ebersdorf bei Coburg, berichtete von der Umstellung der bayernweiten Alarmierungsplanung, die im vergangenen Jahr auch in der ILS-Coburg erfolgte.

Die Arbeit der Brandschützer würdigten der Ebensfelder Bürgermeister Bernhard Storath, Landrat Christian Meißner, BRK-Rettungsdienstleiter Klaus Rübensaal und der stellvertretende Leiter der Polizeistation Bad Staffelstein Ronny Beck.

3645 Aktive im Landkreis

Der Kreisfeuerwehrverband zählt 3645 Aktive, ein Anstieg um 125. Davon 290 Frauen (minus 70) und 2951 Männer (plus 238). 404 Jugendliche, darunter 117 Mädchen und 329 Jungen, sind bis Ende 2018 tätig, ein Rückgang von 43. Rund 20 Kinderfeuerwehren mit 300 Kindern werden spielerisch auf die Aufgaben der Feuerwehr vorbereitet. Die Zahl der fördernden Mitglieder hat sich um 149 auf 4653 erhöht. 403 Ehrenmitglieder zählten die Landkreiswehren, sodass sich die Gesamtmitgliederzahl um 291 auf 8576 erhöht hat. Insgesamt sind bei den Feuerwehren 204 Fahrzeuge und Anhänger stationiert, fünf davon bei den beiden Werksfeuerwehren.

Von Andreas Welz

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