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KLOSTER BANZ

Lieder auf Banz: Leichte Klassik für die Klosterwiese

Live-Musik bei der Pressekonferenz: „Viva Voce” gaben auf Kloster Banz eine Kostprobe ihres Könnens. Sie werden „Lieder auf Banz” wieder moderieren. Foto: Körber

Markus Axt, Intendant der Bamberger Symphoniker, war begeistert: „Phänomenal“ nannte er, was er zuvor von „Viva Voce“ zu hören bekam. Mit einer kleinen Einlage hatten die A-Capella-Musiker die Pressekonferenz zu „Lieder auf Banz“ aufgelockert, bei dem sie im dritten Jahr in Folge die Moderation übernehmen werden. Aber es ging lange nicht nur um die Veranstaltung auf der Klosterwiese, sonst wäre der Intendant der Bamberger Symphoniker nicht dabei gewesen.

Gabi und Wolfgang Heyder vom Veranstaltungsservice Bamberg hatten einige Überraschungen im Gepäck. So soll es heuer am Festivalsonntag ein Klassik-Open-Air geben. Außerdem wird nächstes Jahr die Seebühne Schauplatz einer Reihe kleiner, feiner Konzerte für die Region.

„Ich hab' den Künstlern einfach ein Bild von der

Seebühne geschickt und gefragt, wollt ihr da spielen?“

Gabi Heyder, Veranstaltungsservice Bamberg

„Wir hatten von Anfang an überlegt: Was ist mit einem dritten Tag?“, rekapitulierte Wolfgang Heyder die Entstehung des Klassikabends. Schließlich bedeutet es einen großen Aufwand, für zwei Tage auf der Klosterwiese Bühne, Tribüne, Technik, Toiletten und Versorgungsstände aufzubauen. Schnell sei deshalb die Idee entstanden, das einmalige Flair für eine Art Picknick-Open-Air mit leichter Klassik zu nutzen. Glücklicherweise hatten die Bamberger Symphoniker tatsächlich am Sonntag, 7. Juli, noch eine Lücke im Terminkalender.

Das mehrfach ausgezeichnete Orchester, das weltweit unterwegs ist, ist es allerdings gewohnt, in Konzerthallen mit hervorragender Akustik zu spielen. Bei einem Open-Air fehlt der Raum, erklärte Axt. Deshalb sei es eine besondere Herausforderung, auch hier den gewohnten Klang hinzukriegen. Aber die Bamberger Symphoniker spielen gerne Open-Airs: „Es ist immer schön, zu spüren, wie das Publikum mitgeht.“

Dirigent Manfred Honeck stellt gerade eine Operngala mit Werken von Mozart bis zum italienischen Belcanto zusammen. Das heißt, es wird auch gesungen. Das Orchester kommt in Begleitung von Sopranistin Simona Šaturová und Tenor Benjamin Bruns.

Nur noch wenige Sitzplätze

Der Vorverkauf hat am Mittwochnachmittag begonnen. Der für „Lieder auf Banz“ läuft bereits länger, so dass sich Interessenten, die einen Sitzplatz auf der Tribüne haben möchten, beeilen sollten: Erfahrungsgemäß, so sagte Gabi Heyder, sind die Tickets dafür bis Weihnachten weg. Jetzt schon seien 400 Karten mehr als vor einem Jahr zur selben Zeit verkauft, informierte ihr Mann. Und das, obwohl erstmals seit Jahren Konstantin Wecker nicht dabei ist. Stattdessen gibt es am 5. und 6. Juli 2019 Musik von Wolfgang Niedecken, „Süden II“ – das sind Werner Schmidbauer, Pippo Pollina und Martin Kälberer –, Wolfgang Ambros, Julia Neigel feat. Maschine & Hasbee, Ringlstetter & Band, Hans Well &„die Wellbappn“ sowie Roger Stein. Aber auch Musik von Niedecken zusammen mit „Süden“, oder von „Süden“ zusammen mit Ringlstetter, oder von allen zusammen, kündigte Gabi Heyder an: „Das wird noch mehr den Festivalcharakter unterstreichen.“

Es sei eben tatsächlich „ein Abend mit Freunden“, freute sich Thomas Schimm, Sänger bei und zugleich Manager von „Viva Voce“ sowie künstlerischer Leiter der „Lieder auf Banz“. Das Programm sei fast fertig, nur die Preisträger des Nachwuchswettbewerbs der Hanns-Seidel-Stiftung fehlten noch. „Das macht's spannend, weil man nicht weiß, wer kommt da?“ Junge Künstler beziehungsweise Gruppen können sich bis 1. Februar 2019 bewerben. Erst wenn die drei Preisträger gekürt sind, kann Schimm die Dramaturgie des Abends festlegen.

Michael Möslein von der Hanns-Seidel-Stiftung erinnerte daran, dass das Alter der Wettbewerber 40 Jahre nicht überschreiten sollte. Das Preisgeld beträgt 5000 Euro pro Künstler beziehungsweise Gruppe. Und: „Wir wollen verstärkt fränkische Künstler motivieren“, verkündete der Hausherr.

„Ich bin noch nie mit so einer euphorisch- gespannten Stimmung hierher gekommen.“
Jürgen Kohmann, Bürgermeister

Über die drei Jahre, die der Veranstaltungsservice nun die „Lieder auf Banz“ organisiert, sei eine hervorragende Zusammenarbeit entstanden, die auf großem Vertrauen und Verständnis basiere, hoben die Beteiligten, also neben dem Ehepaar Heyder, Möslein und Schimm auch Bürgermeister Jürgen Kohmann hervor. Dem ist es wohl zu verdanken, dass der Bürgermeister Gabi Heyder die Bad Staffelsteiner Seebühne ans Herz legte. Die Veranstalter sahen sie sich an – und waren begeistert. „Gabi hat dann innerhalb von drei bis vier Tagen ein Programm zusammengestellt“, erzählte Wolfgang Heyder. Seine Frau lächelte. „Ich hab' den Künstlern einfach ein Bild von der Seebühne geschickt und gefragt, wollt ihr da spielen?“

Bunter Mix

Von Ende Mai bis Ende August verteilen sich die Veranstaltungen. „Wir haben sie bunt gemixt, um rauszukriegen: Was mögen denn die Staffelsteiner?“, erklärte Gabi Heyder. Los geht es zum Beginn der Pfingstferien am 31. Mai mit einem Nachmittag für junge Besucher: Gezeigt wird „Conni – das Schul-Musical“. Am 15. Juni folgt „Cubaboarisch 2.0“, am 30. Juni Hans Söllner &„Bayaman'Sissdem“, am 19. Juli Willy Astor, am 1. August „I am from Austria“ und am 24. August Albert Hammond. Ein Abend mit Volker Heißmann wird wohl noch dazugekommen.

„Wir haben ein Wohlfühlpaket geschürt“, freute sich angesichts dieser Präsentation Bürgermeister Kohmann. „Das ist jetzt meine 13. Pressekonferenz, und ich bin noch nie mit so einer euphorisch-gespannten Stimmung hierher gekommen. Ich freu' mich aufs nächste Jahr.“ Zum Abschluss lobte auch er seine „kompetenten“ Partner: „Ich komm im Prinzip nur noch, um zu feiern.“

Karten für alle Veranstaltungen gibt es ab sofort an allen bekannten Vorverkaufsstellen, in allen gängigen Vorverkaufssystemen, unter Tel. (0951) 23837 oder unter www.kartenkiosk-bamberg.de.

Von Annette Körber

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